Dopethrone / High Fighter – am 15.08.2019 im Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden

Sludgekonzert der Extraklasse in Wiesbaden

Bands: Dopethrone, High Fighter

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 15.08.2019

Kosten: 12 € VK, 15 € AK

Genre: Sludge, Doom Metal

Besucher: ca. 250 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/dopethrone-high-fighter.html

Setlisten:

High Fighter

1. Before I Disappear
2. I Will Not
3. 2 Steps Blueskill
4. Black Waters
5. Shine Equal Dark
6. Kozel
7. Dead Gift
8. Darkest Days
9. Champain

Dopethrone

1. Snort Dagger
2. Planet Meth
3. Tweak Jabber
4. Porcelain God
5. Tap Runner
6. Dark Foil
7. Host
8. Wrong Sabbath
9. Sultans Of Sin
10. Devil’s Dandruff
11. SFB
12. Killdozer

Wieder einmal, neben den Open Airs, wie DesertFest Berlin oder Freak Valley, steht ein superber Stoner/Sludge/Doom Abend im Kesselhaus in Wiesbaden an. Zwei mir wohlbekannte Bands geben sich heute Abend die Ehre. High Fighter mit ihrer Frontfrau Mona konnte ich mir bereits im Juni auf dem Freak Valley ansehen, nachdem ich Mona bereits vorher auf dem DesertFest in Berlin begegnet bin. Dort hatte sie leider wenig Zeit, weil sie am nächsten Tag mit High Fighter zum Desertfest London musste.
Dopethrone habe ich hier an gleicher Stelle vor fast genau einem Jahr zusammen mit Church Of Misery, Bongzilla und Sons Of Otis gesehen.

Kumpel Alex, der eigentlich mit will, sagt noch kurz vorher ab. Ich fahre dann halt alleine und schaffe es sogar noch vor Toreöffnung eine halbe Stunde vor Konzertbeginn. Alles zunächst noch recht übersichtlich, das wird sich dann aber recht schnell ändern!

High Fighter beginnen fast pünktlich – und wie! Die Hamburger Stoner-Doom-Sludge-Fraktion High Fighter mit Mona am Mikro geht von der ersten Minute in die Vollen.
Die Setlist beginnt mit dem Song Before I Disappear vom neuen Album Champain, der mit einem kleinen Intro noch recht verspielt beginnt, bevor er gleich zum übelsten und dreckigsten Sludge Song wird. Die Instrumentenfraktion schlägt hemmungslos zu. Die Harsh Voices von Mona Miluski gehen, gleich einer Hexe aus den Sümpfen, durch Mark und Bein. Hier und da sind auch einige Clean Voices im Song zu vernehmen. Sehr geil direkt die Liveumsetzung des neuen Albums, welches am Merchstand bereit liegt.

 

Gefolgt wird der Opener, der auch der Opener auf Champain ist, von I Will Not, einem weiteren Song des aktuellen Albums. Schwere Bassläufe und aufheulende Gitarren begleiten Monas Stimme, die in I Will Not wieder übergangslos zwischen harsh und clean wechselt. Übrigens neues Album: Von Champain sind auf der heutigen Setlist sechs Songs, die absolut mitreißend sind. Es gilt dieses Meisterwerk hier entsprechend zu promoten. Mir persönlich gefällt die Liveumsetzung sehr.

 

Mona ist wie eine Hexe aus den Sümpfen heute hier im Kesselhaus. In den Songpausen wird immer wieder durch kurze Ansprachen der Kontakt zum Publikum gesucht. Steht das Publikum zu Beginn noch etwas introvertiert herum, gelingt es der Band sehr schnell, dieses für sich einzunehmen. Neben den bereits erwähnten sechs Songs vom brandneuen Album Champain, stehen anfangs mit 2 Steps Blueskill und Black Waters noch zwei alte Klassiker von der EP Goatritual auf der Setlist.

 

Mit Shine Equal Dark kommt mein absoluter Lieblingstrack vom neuen Album. Mona, die Hexe in den Sümpfen ist erwacht und wütet in Shine Equal Dark unnachgiebig. Der Song ist voller Spannung, die Luft drückt schwer. Dieses Mal gibt es kein Erbarmen, keine Clean Voices. Mit dem Titeltrack Champain endet der heutige Gig, nachdem diesem Darkest Days vom Album Scars & Crosses als vorletzter Song vorausgegangen ist.

 

Mona kann mit ihrer Röhre total begeistern! Wie meinte Kumpel Jens nochmals beim Gig beim Freak Valley: „Stellt euch Gianna Nannini nach einer 4-wöchigen Whiskey-Sauftour vor, dann könnt ihr in etwa die Reibeisenstimme der Frontfrau nachempfinden.“ Nicht zu vergessen: Die Jungs an ihrer Seite, die ordentlich geilen Krach machen, gegen die Mona erst einmal ankommen muss!

Nachdem ich High Fighter beim Freak Valley in der Mittagssonne erlebt habe, sind heute Abend hier ganz andere Lichtverhältnisse vorhanden. Nur ganz spärliches Licht, dafür üppiges Dunkel. Dies hebt natürlich die Stimmung bei solcher Mucke ungemein. Leider sorgen solche Lichtverhältnisse jedoch auch immer für schlecht belichtete Fotos. Naja, man kann nicht alles haben.

In der Pause raus zum Luftholen. Das ist auch unbedingt notwendig!

Es folgen die nicht minder großartigen Dopethrone. Dopethrone kommen aus Hochelaga / Kanada. Ein wilder Doom/Sludge Mix mit punkigen Attitüden folgt jetzt. Sänger und Gitarrist Vincent Houde lässt seine Gitarre rückkoppeln und wir befinden uns bereits mit Snort Dagger in einem ultra dreckigen Song des letzten Albums Transcanadian Anger. Speed, Nose, so much Snow. Schleppend und drückend. Ich sehe einen Fan, der ein Shirt mit dem Aufdruck: Depressive Suicidal Sludge Metal trägt. Genau das trifft es. Ellenlange Rastalocken sind die Markenzeichen von Vincent Houde, neben dem Bassisten Vyk Gründungsmitglied, der mittlerweile zum Quartett gewachsenen Dopethrone. Benannt nach dem 2000er-Album der Doom Band Electric Wizard, bringen Dopethrone am heutigen Abend einige Songs ihres letzten Albums Transcanadian Anger auf die Bühne. Transcanadian Anger hatten sie letztes Jahr als limitierte Testpressung auf schwarzem Vinyl dabei. Die habe ich mir damals natürlich mitgenommen. Tief grollendes Gitarren und Bass Gewammse prägen das Geschehen. Dazu gesellen sich ganz ureigen rausgegrunzte, rausgekotzte Vocals.

 

Letztes Jahr noch als Trio unterwegs, haben sie sich dieses Jahr mit Julie Unfortunate an den Voices verstärkt! In der Vergangenheit ist sie auf den Alben bereits als Gastsängerin dabei gewesen, seit diesem Jahr ist sie vollständiges Mitglied der Band und bereichert Dopethrone ungemein. In Sachen Rastalocken kann sie problemlos mit Vincent Houde mithalten. Sehr auffallend durch ihre Gesichtstattoos im Stile der Māori schleicht sie auf der Bühne hin und her und rotzt die Vocals einfach so ungehobelt heraus. Mein Gott, Gänsehaut! Der Sound von Dopethrone fängt einen regelrecht ein. Obwohl Dopethrone keine Band aus New Orleans ist, scheint sie doch des Voodoozaubers mächtig zu sein.

 

Neben den bereits angesprochenen Titeln gibt es noch weitere Titel von Transcanadian Anger auf die Ohren (also wesentlich mehr, als bei der letzten Tour, auf der lediglich zwei Titel des Albums auf der Setlist vorhanden waren). Hinzu gesellen sich Titel von den Vorgängeralben, wie zum Beispiel Dark Foil oder III. Vincent Houde kommt in den Songpausen immer wieder mit Kalauern daher, unter anderem, dass man hier in Deutschland nur Wasser mit Bubbles bekommt, von dem man pupsen und rülpsen muss! Da kann ich ihm nur den Tipp geben: Finger weg vom Wasser! Scheint er heute Abend auch gemacht zu haben.

 

High Figher kommen am Schluss nochmal auf die Bühne und lassen zusammen mit Dopethrone  Tourmanager Nico mit einem Geburtstagsständchen und einer Menge Shots hochleben.

Nach dem Gig stehe ich noch etwas bei Mona und High Fighter. Wir unterhalten uns über mein Review zu Champain (hier geht es zum Review) und ein paar andere Dinge. Champain nehme ich mir natürlich auf Vinyl mit, ebenso lasse ich mir noch ein Freak Valley Poster von der Band signieren.

Die Musiker von Dopethrone treffe ich am Ausgang ebenfalls und wir haben insbesondere mit Vincent Houde noch eine Menge Spaß, denn der ist besonders gut drauf!

Fazit: Großartiger Sludgeabend heute hier im Kesselhaus in Wiesbaden. Sludge unterschiedlicher Prägung mit unterschiedlichen Einflüssen war angesagt. Beide Band zeigen, dass sie mit Pauken und Trompeten einen Angriff auf den Sludgehimmel wagen. Für mich sind beide Bands ein Must Have. Erfrischend ist es immer wieder Mona und den Jungs von High Fighter zu begegnen. Ganz tolle Leute, mit denen man sich gut unterhalten kann. Ich würde dann mal sagen: bis zum DesertFest!

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