Elephants In Paradise – Extinction (Album/EP Trilogy)

Die Wiener Elefanten beehren uns erneut aus dem Paradies

Artist: Elephants In Paradise

Herkunft: Wien, Österreich

Album: Extinction

Genre: Modern Rock, Modern Metal

Spiellänge: 36:23 Minuten

Release: 29.10.2021

Label: Bleeding Star Records

Link: https://www.elephantsinparadise.com

Bandmitglieder:

Gesang – Cara Cole
Gitarre – Rupert Träxler (Bumblebee)
Bass – Christoph Scheffel (Scratch)
Schlagzeug – Borka Hess

Tracklist:

  1. Appetite For Love (Appetite)
  2. Black Widow (Appetite)
  3. All In Red (Appetite)
  4. Ignorance Is Crushing Me (Ignorance)
  5. Cure Of Hate (Ignorance)
  6. Push Boundaries (Ignorance)
  7. Cage Of Glass (Destruction)
  8. Everything That Hurts (Destruction)
  9. Mother (Destruction)

Über ihr erstes Album mit dem Titel Wake Up kam ich bereits 2018 an die Wiener Modern Rock / Modern Metal Formation Elephants In Paradise. Die starke Band um Frontfrau Cara Cole besteht seit 2016 und hat mit ihrem ersten Album damals richtig stark eingeschlagen. Man kam sogar kurz nach dem Release in die Top 10 der deutschen Alternativcharts.

Seit dem letzten Album gibt es eine kleine Veränderung im Line-Up zu vermelden. Rainer Lidauer (Malleo) hat seinen Platz am Schlagzeug geräumt. Bei den Aufnahmen für das Album / die EP Trilogy Extinction saß der Borka Hess aus Estland hinter der Schießbude. Vielen dürfte er durch sein Engagement bei Vanilla Ninja bekannt sein.

Das Album Extinction wurde am 29.10.2021 mit den Songs der EP Destruction abgeschlossen. Zum Album gehören noch die beiden vorangegangenen EPs Appetite (Veröffentlichung am 05.03.2021) und Ignorance (18.06.2021). Leider erscheint das Album/die EPs bisher nur in digitaler Form. Wünschenswert wäre da aus meiner Sicht noch ein physischer Release.

Die Wiener sind, wie beim ersten Album, erneut sehr professionell zu Werke gegangen. Wieder gibt es als Appetizer künstlerisch wertvolle Videos. Schaut euch doch Cara mal als Black Widow oder Mother (Earth) an. Da bleibt einfach nur ein Wow!!! Genauso wie man mit den Videos beeindruckt, geschieht es auch mit ihrer Mucke.

Modern Rock / Modern Metal ist es, was uns hier auf der Sachertorte fürs Ohr serviert wird. Geschickt werden verschiedene Stile und Genres verknüpft. Immer noch wirkt es recht unbekümmert (und das ist gut so), es wirkt aber noch ein Stück ausgereifter und professioneller (aber ausschließlich im positiven Sinne hier gemeint) als auf dem Vorgänger, der mich bereits beeindruckte.

Die Songs der drei Alben erzählen eine Geschichte. Sie handelt von Gier, Hass und Ignoranz – aber auch von Liebe, Stärke und persönliche Entwicklung. Die Zuhörer sind dazu aufgerufen, die Geschichte kritisch zu hinterfragen und zukunftsorientiert zu handeln. Damit sind Elephants In Paradise thematisch natürlich absolut aktuell!

Bereits der Opener Appetite For Love des Albums / der EP Appetite macht große Lust auf das Folgende. Wer hat denn da keine Lust bzw. Appetit, wenn er den etwas lasziven Gesang von Cara Cole hört. Appetite ist der Appetizer der Platte und geht melodisch voll ins Ohr.

Was folgt, ist die Black Widow. Cara Cole im Video und im Gesang in einer Glanzrolle. Da kracht es ganz heftig in der Gruft. Ein Hammersong, mit der mich die Band voll einnimmt. Die Band schafft es immer wieder, den Bogen zwischen harten Tönen und melodischen Sequenzen zu finden. Da kann ich einfach nur mit einstimmen: Black Widow, Black Widow, Black Widow. Mr. Bumblebee darf seine Gitarre neben der Black Widow aufheulen lassen.

Viel ruhiger, melodischer, ein Stück verträumter, ja vielleicht auch etwas poppiger geht man bei All In Red zur Sache. Das ist jetzt aber nicht schlimm, sondern die Band zeigt eben ihre Bandbreite. Der Song bildet das Ende der ersten EP.

In Ignorance Is Crushing Me steckt ein Stück Verletzlichkeit. Ziemlich basslastig und man hört hier im Backgroundgesang auch leichte Growls. Noch mal eine neue Tür geöffnet. Da gibt es nur eine Frage: Cure Of Hate. Ein sehr dynamischer Song, der sich entwickelt und durch die starke Gitarrenarbeit recht raumfüllend wird. In Push Boundaries verschieben sich die Grenzen noch einmal. Mit Klavierintro beginnt dieser Song, der eine Ballade ist. Nun ja, die Band kann ja nicht wissen, dass ich ein bekennender Balladenhasser bin, auch wenn ich zugeben muss, dass dies eine echt starke Ballade ist. Und schon ist die zweite EP vorüber.

Recht schnell sind wir auch schon beim letzten Kapitel Destruction angekommen. Cage Of Glass ist ein Song, der aus meiner Sicht einiges an Resignation enthält. Wird hier das Ende eingeläutet oder vlt. auch der Widerstand begonnen? Auch dieser Song entwickelt sich mit großartigen Melodien. Könnte sogar den Soundtrack zu einem Film hergeben. Bei Everthing That Hurts kommen die angriffslustigen Elephants In Paradies wieder zutage. Es kommt wieder mehr Aggressivität und Tempo auf. Die Rhythmusfraktion legt sich ins Zeug. Bumblebee legt auch noch mal zum Hummelflug an.

Das abschließende Mother ist dann zum Abschluss der Hammer. Schaut euch Mother Cara Cole doch einmal im Video an. Ein toller rockiger Song, der sich zu einem Meilenstein im Modern Rock / Modern Metal entwickelt. Episch, auch gerade durch den Gesang von Mother Cara Cole. Ich muss noch einmal mit der Zunge schnalzen. Cara spielt als Black Widow in der Gruft ebenso eine große Rolle wie als Mother in einer Raumkapsel. Ganz großes Kino der Wiener!

Elephants In Paradise wollen im Frühjahr 2022 ihre eigentlich für 2020 geplante Tour mit 17 Konzerten in der Schweiz und in Deutschland nachholen. Dann habe ich endlich auch einmal die Gelegenheit, die Band live zu sehen und muss mich nicht selbst mit einem Elefanten (wie ehemals Hannibal) über die Alpen begeben. Vlt. gibt es dann auch dieses tolle Album als physischen Tonträger!

Elephants In Paradise – Extinction (Album/EP Trilogy)
Fazit
Die Extinction Trilogie ist eine mehr als gelungene Fortsetzung auf das Debüt Wake Up der Wiener Modern Rock / Modern Metal Combo Elephants In Paradise. Wie gut, dass sie aus dem Paradies vertrieben wurden und uns jetzt auf der Erde toll unterhalten müssen. Genereller Tipp für Metaller, die auch mal etwas von ihrem alteingetretenen Pfaden wandern wollen und sich auf Modern Rock / Modern Metal einlassen können, denn die werden hier richtig belohnt.

Anspieltipps: Black Widow, Cure Of Hate und Mother
Juergen S.
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