Eradikator – Obscura

Thrashangehauchter Heavy Metal aus Birmingham

Artist: Eradikator

Herkunft: Birmingham, England

Album: Obscura

Spiellänge: 46:55 Minuten

Genre: Heavy Metal, Thrash Metal

Release: 13.09.2019

Label: Divebomb Records

Link: https://www.eradikator.com/

Produktion: Produziert und aufgenommen: Kurt Russsel

Bandmitglieder:

Bass, Vocals – Pat Cox
Schlagzeug – Jon MacNevin
Gitarre  – Andy MacNevin
Gitarre  – Liam Priest

Tracklist:

1. Nightmare Dawning
2. Poisoned To Sorrow
3. Revolve
4. Haunting
5. Hourglass
6. Eyes Of Old
7. Bound To You
8. I Want To Believe
9. The Siren Song

Seit 2010 sind diese vier Burschen aus Birmingham bereits zusammen und hauen nun ihr drittes Album heraus. Das Quartett aus England liegt somit gut im Zeitplan.

Angekündigt als Thrash Metal Act. Hm, cool, bestimmt so geil wie die deutschen Eradicator, die man eben nicht verwechseln sollte, dachte ich und wurde bei Nightmare Dawing erst einmal eines Besseren belehrt. Für mich ist das eher härterer Heavy Metal. Gutes Riffing, guter Refrainpart, den
man Mitsummen und Mitwippen kann und der auch hängen bleibt. Eher im Midtempo angesiedelt eiert man herum. Gute Hooklines. Nicht schlecht, ich mag auch die Stimme.

Langsam und melodisch geht es zu Beginn von Poisoned To Sorrow los und dann in typische Heavy Metal Geschwindigkeit mit Hang zu Speed Metal und dann in ein Solo. Die Parts sind sehr rhythmisch, genau wie der darauf losgelassene Gesang – ist definitiv nicht meine Branche, drum kann ich auch keinen Vergleich nennen. Ist aber eher aggressiv als hoch und das finde ich gut. Es geht dann in einen langsamen Part und hier dominiert der Gesang. Zu viel meines Erachtens, aber dann geht man in ein sehr verspieltes Riff mit Solo, trotzdem kommt man durch die Drumbetonung und dem Vorspieler wieder ins richtige Fahrwasser, der Refrainpart folgt und am Ende gibt es eine kurze Härtegraderhöhung.

Der Anfang von Revolve mit den schleppenden Klängen, dem Einfädeln und dem Scream darauf kommt ganz geil. Langsam geht es weiter, die Vocals drauf, die dann eher an eine Doomband erinnern. Der Song selber schleppt sich so vor sich hin, Kann mich nicht gerade umhauen, aber die Vocals kommen hier wesentlich variabler zu Geltung.

Haunting geht schön ins balladeske, und immer wieder werden Verhärtungen mit eingebaut und mittendrin auch ein vertrackter Part, der dann von einem langsamen Solo ersetzt wird. Klingt ganz geil, aber mehr auch nicht. Viele Wechsel, viele Ideen, mir dann schon wieder zu viel.

Je länger das Album läuft, desto mehr nehmen die thrashigen Einflüsse zu und das ist natürlich dann auch eher was für meine Ohren – aber dann auch eher Thrash, der in Richtung Metallica und nicht etwa Teutonen oder Bay Area geht. Hourglass zum Beispiel geht von Tempo her ganz anders vor und bereitet eine schöne aggressive Stimmung. Stakkato Riffs, aber eben auch Soli, machen den Song ganz interessant.

Was fürs Gemüt präsentieren sie bei Eyes Of Old. Ein episches Schauspiel, welches vom Riffing und der Atmosphäre absolut überzeugen kann. Puh, der ist echt cool.

Bound To You ist wieder etwas härter, kommt aber bei mir nicht so an. Komischerweise passt der Gesang, sofern es härter und fixer wird, nicht mehr ins Gesamtbild.

Der Rausschmeißer The Siren Song klingt am Anfang wie eine Hippiehymne. Kommt aber schon geil. Erst nach drei Minuten wird es hier härter. Fettes Solo drauf und bisschen Drumverschärfung. Auch wieder so eine epische Nummer, die mit Thrash Metal aber gar nichts zu tun hat und mich am Ende auch ein wenig langweilt.

Eradikator – Obscura
Fazit
Eradikator sollte man erst einmal nicht mit den deutschen Eradicator verwechseln. Zweitens sollte man auch Thrash Metal machen, wenn man es ankündigt 😉 Egal, musikalisch gesehen bieten die Burschen härteren Heavy Metal an, gepaart mit einigen Ausflügen in den Speed und Thrash Metal Bereich, aber ganz dezent. Kann man sich gut anhören, ist spielerisch top, aber eben auch nicht mehr.

Anspieltipps: Nightmare Dawning und Hourglass
Michael E.
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