Fit For An Autopsy – The Great Collapse

“Mehr, als nur eine Aneinanderreihung von Songs“

Artist: Fit For An Autopsy

Herkunft: New Jersey, Vereinigte Staaten von Amerika

Album: The Great Collapse

Spiellänge: 41:08 Minuten

Genre: Deathcore, Technical Death Metal

Release: 17.03.2017

Label: Long Branch Records

Link: https://www.facebook.com/FitForAnAutopsyOfficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Joe Badolato
Gitarre – Will Putney
Gitarre – Patrick Sheridan
Gitarre – Tim Howley
Bassgitarre – Peter Spinazola
Schlagzeug – Josean Orta

Tracklist:

  1. Hydra
  2. Heads Will Hang
  3. Black Mammoth
  4. Terraform
  5. Iron Moon
  6. When The Bulbs Burn Out
  7. Too Late
  8. Empty Still
  9. Spiral

 

Puh, da ist wohl so ziemlich alles bei uns schiefgelaufen, was schieflaufen kann. Was da genau passiert ist, dass es so lange dauert, bis endlich unser Review zum neusten Output von Fit For An Autopsy hier zu lesen ist, wird ewig im Dunklen bleiben. Aber auch, wenn diese Scheibe mittlerweile seit über zwei Monaten auf dem Markt ist, wollen wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, unsere Meinung kundzutun.

Es gibt sicherlich Bands, die auf eine längere Geschichte zurückblicken können, aber in den knapp zehn Jahren, die es Fit For An Autopsy jetzt gibt, haben die Männer von Anfang an, und vor allem konstant, qualitativ ihre eigenen hohen Maßstäbe immer halten, wenn nicht sogar steigern können. Nach ihrer Debüt-EP Hell On Earth aus dem Jahr 2009 legten sie in den Jahren 2011 und 2013 weitere Alben nach, dann verließ der damalige Sänger Nate Johnson die Band. Das im Jahr 2015 erschienene Album Absolute Hope Absolute Hell war das erste, auf dem Joe Badolato am Mikrofon stand. Im vergangenen Jahr veröffentlichte man mit Thy Art Is Murder und The Acacia Strain die Split EP The Depression Sessions, bevor die Arbeiten zum vierten Album The Great Collapse in Angriff genommen wurden.

Auch auf diesem Album bezieht man wieder sehr kritisch, oft auch zornig, Stellung zu den verschiedensten Themen, wie den Schicksalen der Flüchtlinge weltweit (Heads Will Hang), den Protesten und Aktionen gegen die Dakota Access Pipeline (Black Mammoth) oder gegen das übermächtige Establishment (Iron Moon). In When The Bulbs Burn Out geht es um den Klimawandel, der längst eingesetzt hat und schneller voranschreitet, als uns allen lieb sein kann. Zum Beginn des Songs gibt es einen Ausschnitt einer Rede von Leonardo di Caprio zu hören. Er hatte im Jahr 2016 seinen ersten Oscar erhalten, und zwar für den Film The Revenant. Nach den üblichen Danksagungen lag es ihm augenscheinlich sehr am Herzen, eindrücklich und mit drastischen Worten auf den bereits eingesetzten Klimawandel hinzuweisen. Wenn wir jetzt nichts dagegen unternehmen und unsere Lebensweise ändern, werden wir das nicht überleben, es ist definitiv „a question of our own survival“.

Diese, aber auch die anderen Songs, prasseln mit einer derartig großen Intensität auf den Hörer nieder, dass es mir das ein oder andere Mal eine Gänsehaut über den Balg jagt. Fit For An Autopsy können nämlich nicht nur Worte sprechen lassen, sondern legen anscheinend jedem Song maßgeschneidert das richtige Soundgerüst auf. Immer mal wieder klingen die Gojira-ähnlichen Riffs (Too Late oder Spiral) durch, werden abgelöst von brachialem Geschreddere – drei Gitarren und ein Bass sind schon eine Macht! -, können aber auch, wie in Empty Still, so wunderbar melodisch, fast schon zart, klingen. Das alles wird begleitet, vorangetrieben oder eingebremst vom Mann hinter dem Drumset, der wahrscheinlich mit Drumsticks in den Händen und Pedalen an den Füßen geboren wurde und sich, wie natürlich die komplette Instrumentalfraktion, auf allerhöchstem technischen Niveau durch die Songs spielt. Und dass Joe Badolato ein grandioser Shouter ist, muss man wohl wirklich nur noch denjenigen sagen, die Fit For An Autopsy wirklich noch nicht kennen sollten.

Zu einem meiner Anspieltipps, nämlich Heads Will Hang, gibt es hier das Video:

Fazit: Im Juni 2016 habe ich Fit For An Autopsy als Support für Fallujah live erleben dürfen, und es war eine umwerfende Show der sechs Männer. Mit dem neuen Album im Gepäck geht es natürlich auch wieder auf Tour, und ich freue mich schon sehr darauf, die Jungs dann mit Songs wie Heads Will Hang oder Iron Moon wieder auf der Bühne zu sehen. Core in seinen vielen Facetten wird ja immer mal wieder totgesagt, aber für den Deathcore bin ich da nicht bange, solange es Bands wie Fit For An Autopsy gibt.

Anspieltipps: Heads Will Hang, Iron Moon, Too Late und Spiral
Heike L.
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