Freedom Call – M.E.T.A.L.

Zwanzig Jahre Freedom Call und das Album klingt wie Freedom Call

Artist: Freedom Call

Herkunft: Nürnberg, Deutschland

Album: M.E.T.A.L.

Spiellänge: 52:30 Minuten

Genre: Hard Rock, Melodic Metal

Release: 23.08.2019

Label: Steamhammer/SPV

Link: http://freedom-call.net/

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Chris Bay
Gitarre, Background Gesang – Lars Rettkowitz
Bass – Francessco Farraro
Schlagzeug – Timi Breideband

Schlagzeug bei der Einspielung des Albums – Kevin Kott (Masterplan)
Gast Drumms bei M.E.T.A.L. – Daniel Zimmermann

Tracklist:

  1. 111 – The Number Of The Angels
  2. Spirit Of Deadalus
  3. M.E.T.A.L.
  4. Ace Of The Unicorn
  5. Sail Away
  6. Fly With Us
  7. One Step Into Wonderland
  8. Days Of Glory
  9. Wheel Of Time
  10. Ronin
  11. Sole Survivor

Album Nummer zehn in der zwanzigjährigen Geschichte von Freedom Call und damit auch von Chris Bay. Ich habe mich sehr auf das neue Album gefreut, denn bereits das Vorgänger Werk und auch andere Alben, haben mir gut gefallen. Nach der Master Of Light gab es ja zunächst einige personelle Veränderungen und mit dem Weggang von Bassist Ilker Ersin und Drumer Ramy Ali musste eine neue, schlagkräftige Truppe zusammengefügt werden. Das ist mit Francessco Ferraro und dem auf diesem Album „ausgeliehenen“ Drummer Kevin Kott von Masterplan, gelungen. Ab 2019 ist dann Timi Breideband als fester Schlagzeuger bei Freedom Call unter Vertrag. Somit konnte M.E.T.A.L. eingespielt werden und der Veröffentlichung am 23.08. steht nichts im Wege. Den ersten Eindruck gibt es jetzt hier.

Die bereits im Vorfeld veröffentlichte Single 111 – The Number Of The Angels eröffnet M.E.T.A.L. standesgemäß. Ein munterer Track, der gleich zeigt, auf was sich der Hörer einstellen soll. Spirit Of Deadalus fängt mit Synthieklängen an, wird aber schnell durch Gitarrenriffs abgelöst. Guter Chorus, der auf Konzerten für Mähneschütteln und Fäusterecken wie gemacht scheint. Wenn man sich das so anhört, dann fühlt man sich um 15 bis 20 Jahre zurückversetzt. Das hätte auch auf Stairway To Fairyland oder Eternity sein können.

Auch der Titeltrack beginnt mit leichten Key/Synthi-Tönen. Dann setzt der Gesang ein und mit M.E.T.A.L. soll dem Metal gehuldigt werden. Freedom Call sind nun keine Extreme Metal Band und so ist der Titel eher mit einem Augenzwinkern zu sehen. Der fett groovende Beat wird hier von keinem Geringeren, als dem ehemaligem Gründungsmitglied Daniel Zimmermann eingespielt. Beim zweiten Hören gefällt der Track noch besser, denn im Hintergrund spielt der Lars eine gute Klampfe. Der mehrstimmige Chorgesang passt auch dazu und so ist das ein ordentlicher Song. The Ace Of The Unicorn ist wieder so eine locker flockige Nummer. Die Grenze zum Pop Song ist hier sehr dünn, fast schon gar nicht mehr vorhanden. Das würde ich nicht mehr als Metal bezeichnen wollen, zeigt aber, dass Chris hier den Metalgedanken nicht zu ernst nimmt. Zum Ende hin sorgt ein gutes Solo von Lars Rettkowitz für ein wenig Genrerettung.

Sail Away ist eine Nummer, die ebenfalls als konzerttauglich gewertet werden darf. Der Rhythmus ist gut, der Refrain ebenfalls und wäre das Stück nicht in Nürnberg entstanden, hätte es auch gut, mit dem maritimen Flair, im Norden komponiert worden sein können. Jetzt wird es mit Fly With Us wieder schneller. Auch diese Nummer hat das typische Freedom Call Feeling. Hat man schon mal ähnlich gehört, eben typisch. Schöner mehrstimmiger Chorus, der auf der nächsten Tour für Begeisterung sorgen dürfte. Nun müsste eigentlich mal eine Ballade kommen, wenn Chris Bay denn einfach nur Balladen schreiben würde. Da er aber dafür keine Veranlassung hat, (zum Glück) kommt mit One Step Into Wonderland wieder eine eher poppige Variante ins Spiel. Zum Glück gibt’s E-Gitarren, die dann die Metalflagge aufrecht halten. Days Of Glory beginnt mit einem E-Piano, wird dann schnell. Guter Song, der in bester Power Metal Manier überzeugen kann. Mehrstimmiger Gesang und schnelle Gitarren dürften für ausgiebiges Headbanging sorgen.

Die letzten drei Songs der normalen Version von M.E.T.A.L. beginnen mit Wheel Of Time. Das ist schon fast im Sabaton Stil gehalten. Tiefere Stimme, rasante Gitarrenläufe und ein guter Rhythmus. Gefällt sehr gut. Ronin macht sofort so weiter. Schnell, guter Chorus, der Break mittendrin im Gesang gibt eine leichte Abwechslung, ohne „falsch“ zu wirken. Sole Survivor ist ein guter Abschluss. Der sollte ja auch immer so gewählt sein, dass der Song irgendwie haften bleibt. Wäre da so ein Luschensong, dann fällt das Urteil ggf. schlechter aus. Hier sind die letzten drei Titel so gut, dass ein positives Gefühl bleibt.

Die neue Platte wird es in einer Jewel Case Variante, einem Digi Pack mit zwei Bonustracks, einer Vinyl-Ausgabe in blauem Splatter Design inklusive einer Bonus-CD und einem Bonussong geben. Und als Highlight eine Box, in der neben der Digi Version noch einige Gimmicks, wie z.B. einem Handyhalter zu finden sein wird. Eine Vorabbestellung ist bei Nuclear Blast möglich.

 

Tourdaten 2019:

27.09. DE-Nürnberg – Hirsch
08.10. DE-Hamburg – Knust
09.10. DE-Berlin – Musik & Frieden
10.10. DE-Aschaffenburg – Colos-Saal
15.10. DE-München – Backstage
16.10. DE-Köln – Club Volta
17.10. DE-Stuttgart – Club Cann
18.10. DE-Erfurt – HsD
19.10. CH-Pratteln – Z7
20.10. DE-Bochum – Matrix

Freedom Call – M.E.T.A.L.
Fazit
Locker, leichtes Album, das an einigen Stellen nicht wirklich M.E.T.A.L. ist, aber auch der Titel eher mit einem Augenzwinkern zu verstehen sein soll. Es macht Spaß zuzuhören, auch wenn ab und an mal so das Gefühl aufkommt, hmm, das könnte auch eine seichte Popnummer sein. Trotzdem ist die überwiegende Anzahl der Tracks in einem typischen Freedom Call Modus und nicht wenige dürften das Zeug haben, als Livekracher auf der Setlist zu landen. Sie gehen direkt in die Nackenmuskulatur und verursachen dort Kontraktionen, die zu heftigem Nicken oder Kreisen führen. Ich würde das Album nicht als eines für die Top-Platten des Jahres nominieren, aber es ist eine mehr als solide Leistung, die sich einfach gut hören lässt.

Anspieltipps: Wheel Of Time, Sail Away und Ronin
Kay L.
9
Leserwertung22 Bewertungen
9.9
Pro
Contra
9
Punkte
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