Geneses, die Genesis Tribut Band performt bei ihrer We Can’t Dance On Broadway Tour am 15.03.2019 im Flensburger C.ulturgut

“Ein authentisches Genesis Tribute Event erobert Flensburg!“

Eventname: We Can’t Dance On Broadway Tour

Headliner: Geneses

Ort: C.ulturgut, Flensburg

Datum: 15.03.2019

Kosten: 27 € VVK, 29 € AK, Sold Out

Genre: Progressive Rock, Rock, Pop

Besucher: 280

Links: https://www.geneses.de/
https://culturgut.eu/

Setlist:

  1. Lamb Lies Down On Broadway
  2. No Son Of Mine
  3. Driving The Last Spike
  4. Dance On A Volcano
  5. That’s All
  6. Follow You, Follow Me
  7. Chamber Of 32 Doors
  8. Mama
  9. In The Cage/Afterglow

Pause:

  1. Hairless Heart /Firth Of Fifth
  2. Land Of Confusion
  3. Jesus He Knows Me
  4. Lilywhite Lilith
  5. Dreaming While You Sleep
  6. Carpet Crawlers
  7. I Can’t Dance

Zugabe:

  1. Drum Duett
  2. Los Endos

Was kann es an einem stürmischen Freitagabend Besseres geben, als sich ein gutes Konzert anzutun? Kaum etwas. So zieht es uns in die Stadt an der Grenze zu Dänemark, um die Tribute Band Geneses zu sehen, die, wie der Name es vermuten lässt, Genesis intoniert. Die gastieren an zwei Abenden im C.ulturgut, einer Location, die es lohnt, besucht zu werden. Wir sind zeitig da und schauen uns in Ruhe um. Der Zutritt ist bereits möglich und so haben wir die Gelegenheit mit Anne Carstensen, einer der Betreiberinnen, ins Gespräch zu kommen. Die taffe, junge Frau erzählt kurz was zu diesem Veranstaltungszentrum, das erst seit drei Jahren in dieser Form besteht und uns bis dato gänzlich unbekannt war. Hier treten eher Künstler auf, die nicht so ganz unserem Genre entsprechen. Der Blick in den Veranstaltungsplan zeigt eine breite Palette der unterschiedlichsten Künstler und Richtungen auf. Dann lernen wir auch noch die Bookerin Ines Petersen von IP Booking persönlich kennen, die Geneses bei den Auftritten im Norden unterstützt. Auch mit ihr wechseln wir noch ein paar Worte, bevor wir in dem modernen aber gemütlich eingerichteten Barbereich auf den Einlass warten. Pünktlich um 19:00 Uhr geht es dann auch los. Der recht große Saal ist teilbestuhlt und im hinteren Bereich sind neben einem Tresen auch diverse Stehtische, die schnell umlagert werden. Die Bühne ist vollgepackt mit dem Equipment und am auffälligsten sind die beiden Drum Kits, die spannende Duette verheißen lassen. Über den Heizungen unter den Fenstern sind Sitzgelegenheiten installiert, die mit Decken und Fellen ebenfalls zum Platz einnehmen einladen. Wir richten uns häuslich ein und harren der Dinge, die da kommen werden. Gegen acht ist es voll und wir haben auch nette Nachbarn bekommen, die den Weg von der Westküste nach Flensburg auf sich genommen haben. Im Gespräch erfahre ich dann, dass die echten Genesis mehrfach gesehen wurden und nun hier das erste Mal die Tribute Band begutachtet werden soll. Für uns ist es bereits eine Wiederholung, denn vor drei Jahren gastierte die Band in Eckernförde. Mal schauen, wie sie sich heute so schlagen. Das Publikum scheint mit Genesis groß geworden zu sein, denn das Durchschnittsalter ist entsprechend hoch.

Um 20:00 Uhr geht das Licht aus und mit dem Intro betreten die fünf Musiker die Bühne und fangen, getreu dem Motto der Tour, mit The Lamb Lies Down On Broadway an. Sänger Alex Van Den Berg hat in den ersten Minuten noch leichte Schwierigkeiten die hohen Töne zu erreichen aber bereits in der Mitte des Songs funktioniert das reibungslos. Nach diesem Einstieg geht es mit No Son Of Mine weiter. Bereits jetzt ist die Stimmung gut und so ist auch schon der eine oder andere zaghafte Mitsingversuch zu hören. Alex sitzt die meiste Zeit auf dem Rand des Drumpodestes und lässt die ruhigen Momente des Songs wirken. Dass der Rhythmus von No Son Of Mine ankommt, sieht man an den wippenden Köpfen und den sich bewegenden Menschen. Das Licht auf der Bühne ist wider Erwarten gut, freut den Knipser, und auch der Sound ist ausgewogen und nicht zu laut.

Alex begrüß dann auch die Flensburger und ist sichtlich erfreut ob des ausverkauften Saales. Weiter geht es mit Dance On A Volcano vom 76er-Album A Trick Of The Tale. Das leichte Kokettieren mit dem Alter der Zuschauer, laut Aussage waren da die Anwesenden bis auf wenig Ausnahmen noch nicht geboren, kommt gut an und der Song tut sein Übriges. Mir gefallen die alten progressiveren Stücke eh mehr als die poppigeren Sachen. An der Gitarre brilliert Kai Hildebrandt, bei dem man manchmal das Gefühl hat, er sei unterfordert und würde mal so richtig die Rock-Gitarristen-Sau rauslassen. Bert Böttcher thront hinter seinen diversen Keys und verleiht gerade den älteren, orgellastigeren Tracks die nötige Untermalung. Es folgt das ruhige Follow You Follow Me, bei dem dann mal Alex Van Den Berg das zweite Drum Kit entert und gekonnt loslegt. So sind zum ersten Mal beide Drummer im Einsatz, wobei Kim Schwarz zunächst nur als Perkussionist dient und mit den Ganzas unterstützt. Nach Chamber Of 32 Doors folgt Mama, und vor der Pause noch In The Cage und Afterglow, bei denen so richtig die Prog-Keule rausgeholt wird. Bassist bzw. Doppelhalsgitarrenspieler Victor Sirjanow überzeugt auch da und mit viel Lichteffekten und ordentlich Druck geht es in die fünfzehnminütige Pause

Mit Hairless Heart /Firth Of Fifth, also mit alter Mucke, legen sie nach der Pause los. Gerade Firht Of Fifth ist ist mein persönliches Highlight, da ich gerade die Phase bis Selling England By The Pound bevorzuge. Leadgitarrist Kai zeigt, dass er gut mit seinem Instrument umgehen kann, und legt ein schönes Solo hin. Nun wird es wieder „moderner“ bzw. poppiger. Land Of Confusion und Jesus He Knows Me, bei dem ein altes Radio noch mit Kassettenfunktion zum Einsatz kommt. Mit diesem Gimmick erzählt Alex, nach welchen Kriterien Songs ausgewählt werden. Mit Lilywhite Lilith folgt ein weiterer Lamb-Song. Danach ein Wechsel zur We Can’t Dance Platte, von der Dancing While You Sleep stammt. Mir The Carpet Crawlers kommt nun endlich mein Lieblingslied der Lamb Lies Down On Broadway LP. Das scheinen auch viele andere so zu sehen und so kann das Publikum den Refrain laut und textsicher mitsingen. Klappt gut. Nun tragen alle Musiker plötzlich Sonnenbrillen und sofort wissen alle, was folgt. Klar, das ist I Can’t Dance. Einige Break-Dance-Moves von Alex entlocken den Gästen Szenenapplaus. Ich persönlich finde gerade diesen Song nicht so gelungen, was nicht heißt, dass die Interpreten das schlecht machen, sondern insgesamt kann ich dem Track nichts abgewinnen.

Musikalisch ist eh nichts auszusetzen, denn alles, was hier geboten wird, ist dicht am Original und gut umgesetzt. Bei diesem Stück werden alle Musiker der Reihe nach vorgestellt und erhalten ihren wohlverdienten Beifall. Scheinbar ist der reguläre Part vorbei, denn die Musiker verabschieden sich nun. Der anhaltende Beifall sorgt aber für die schnelle Rückkehr. Zunächst sitzen nur Alex und Kim hinter den Drum Kits und liefern ein fulminantes Solo ab. Synchron, schnell und präzise bearbeiten sie ihre Instrumente und begeistern mit diesem Einsatz alle. Dass ihnen das Spaß macht, merkt man den beiden Drummern an. Es geht fast nahtlos in den letzten Song des Abends über. Los Endos, passender Titel, von A Trick Of The Tail beschließt das zweieinhalb-Stunden-Spektakel nochmals mit viel Licht und Schall und sorgt für ein gutes Gefühl.

Der Saal lehrt sich dann auch relativ schnell. Die Musiker sind zügig am Merch-Stand und signieren ihre hübsch aufgemachten Tourhefte, T-Shirts und Plakate. Diese wichtige Einnahmequelle ist für Musiker wichtig und auch notwendig und darf nicht unterschätzt werden. Des Weiteren ist eine Zuschauerreaktion ein gutes Feedback für das, was da im Vorfeld geboten wurde. So gibt es heute viele anerkennende Worte und auch wir nutzen die Gelegenheit, um das eine oder andere Wort mit den Musikern zu wechseln. Dass dabei auch noch ein bespielter und signierter Drumstick den Weg zu uns findet, ist toll.

Fazit: Bemerkenswertes Konzert mit einer gut aufgelegten und super eingespielten Band. Die Songauswahl passt zum Motto der Tour und auch das Einstreuen älterer Sachen tat der Setlist gut. Die fünf Musiker spielen dabei die Stücke fast naturgetreu nach, beherrschen ihre Instrumente und zelebrieren dadurch das Andenken an Genesis. Auf jeden Fall ist das ein lohnenswertes Konzert, das ich nur jedem ans Herz legen mag. Eine tolle Tribute Band, die das Erbe von Genesis eindrucksvoll lebt. Übrigens ist das zweite Konzert am Folgeabend ebenfalls ausverkauft. Das spricht für sich.

Die gelungenen Bilder sind von Norbert C..

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