Hibria – Hibria

“Etwas zu viel gewollt.“

Artist: Hibria

Herkunft: Porto Alegre, Brasilien

Album: Hibria

Spiellänge: 50:12 Minuten

Genre: Power Metal, Speed Metal, Heavy Metal

Release: 07.08.2015

Label: Power Prog Records

Link: https://www.facebook.com/HIBRIAOFFICIAL

Produktion: von Renato Osorio, Mix im HIBRIA Studios & Black Stork Studios, Caxias do Sul von Benhur Lima, Mastering von Maor Appelbaum

Bandmitglieder:

Gesang – Iuri Sanson
Gitarre – Abel Camargo
Gitarre – Renato Osorio
Bassgitarre – Benhur Lima
Schlagzeug – Eduardo Baldo

Tracklist:

  1. Pain
  2. Abyss
  3. Tightrope
  4. Life
  5. Ghosts
  6. Legacy
  7. Ashamed
  8. Church
  9. Fame
  10. Words
  11. Life (Orchestral Version, European Edition Bonustrack)

Hibria - Hibria

Die brasilianische Band Hibria wurde tatsächlich schon im Jahr 1996 gegründet, darf also im kommenden Jahr ihr zwanzigjähriges Jubiläum feiern. Mit Veröffentlichungen von Alben hat man sich allerdings immer wieder viel Zeit gelassen. Bislang sind vier Scheiben erschienen, am 07.08.2015 folgt mit Hibria die fünfte.

Ich gestehe es, wenn ich die Worte Brasilien und Metal höre, denke ich immer noch zuallererst an Angra. Mittlerweile habe ich viele andere Bands aus Brasilien gehört, bei einigen kann man den Vergleich anstellen, es gibt aber auch diese Bands, die garantiert keine copycats sind und durchaus eigenständig daherkommen. Zu der letzteren Gruppe gehören auch Hibria, deren Metal sogar teilweise durchaus europäisch klingt. Mir kamen öfters mal Bandnamen wie Helloween oder Gamma Ray in den Sinn, während das Album bei mir lief. Ganz verleugnen können und wollen Hibria ihre Wurzeln natürlich nicht, und das ist auch gut so.

Auf ihrem fünften Album zeigen sich Hibria wieder sehr experimentierfreudig und scheuen auch nicht davon zurück, mal einige Elemente aus dem Funk unter Einsatz von Bläsern in ihre Lieder einzubinden. Dies gibt es zum Beispiel beim ersten Song Pain und auch bei Ashamed zu hören. Während die meisten Songs sich überwiegend im Uptempo- bzw. Highspeed-Bereich bewegen, wird bei Life das Tempo mal rausgenommen. Auch Fame spielt eher im Downtempo-Bereich und kommt dabei auch noch wunderbar lässig daher. Von Life gibt es auch noch eine Orchester-Version, die für die europäische Edition des Albums noch als Bonustrack mit auf das Album gepackt wurde. Der Song wird jetzt nicht von einem großen und bombastischen Symphonieorchester erschlagen, aber der Kontrast, den die Streicher liefern, ist schon mächtig interessant und lässt mein Herz eher für diese Version schlagen.

Allen Songs gemein ist, dass sehr viele Tempo- und Rhythmuswechsel eingebaut sind, die teilweise allerdings auch den Fluss immer wieder unterbrechen und man sich dann mehr oder weniger mühsam wieder reinfinden muss. Wenn man es positiv formulieren wollte, könnte man es progressiv nennen, aber dazu gehört für mich doch etwas mehr.

Rein spieltechnisch gesehen, bewegen sich Hibria auf höchstem Niveau, da sitzt alles, die Finger flitzen über die Saiten, die Trommelfelle werden auf das Gemeinste verprügelt. Iuri Sanson ist meiner Meinung nach nicht der Sänger vor dem Herrn, aber auch er liefert eine gute Leistung ab und bewegt sich zumindest nur in den Stimmlagen, die er auch noch beherrscht.

Fazit: Die südamerikanische Leichtigkeit, die andere Bands auf ihren Alben mühelos transportieren können, geht Hibria im Grunde komplett ab. Das war auch auf ihren Vorgängeralben nicht viel anders und hat bei mir dazu geführt, dass diese irgendwie doch ein Schattendasein in meinem Player fristen. Bei aller Liebe zur Experimentierfreudigkeit ist mir das hier ein wenig zu viel.

Anspieltipps: Abyss, Tightrope und Church
Heike L.
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