In Flames und Papa Roach am 31.10.2014 im Palladium in Köln

“Harte Klänge in Zimmerlautstärke“

Eventname: In Flames Siren Charms Tour 2014

Headliner: In Flames

Vorband(s): Papa Roach, Wovenwar, While She Sleeps

Ort:
Palladium, Köln

Datum: 31.10.2014

Kosten: 35,15 € VK, 45,00 € AK

Genre: Melodic Death Metal, New Metal

Besucher: ca. 3.000 Besucher

Veranstalter: Marek Lieberberg Konzertagentur GmbH / Rockpalast

Link: http://inflames.com/

Setlisten:

  1. In Plain View
  2. Everything’s Gone
  3. Fear Is the Weakness
  4. Trigger
  5. Resin
  6. Where the Dead Ships Dwell
  7. With Eyes Wide Open
  8. Paralyzed
  9. Through Oblivion
  10. Ropes
  11. Delight and Angers
  12. Cloud Connected
  13. Only for the Weak
  14. The Chosen Pessimist
  15. The Quiet Place
  16. Rusted Nail
  17. The Mirror’s Truth
  18. Deliver Us
  19. Take This Life

  1. Getting Away with Murder
  2. Between Angels and Insects
  3. Where Did the Angels Go?
  4. Infest
  5. Blood Brothers
  6. Burn
  7. Broken Home
  8. Face Everything and Rise
  9. Engage
  10. Still Swingin‘
  11. …To Be Loved
  12. Last Resort

  1. All Rise
  2. Death to Rights
  3. The Mason
  4. Tempest
  5. Profane
  6. Identity
  7. Matter of Time
  8. Prophets

  1. New World Torture
  2. Death Toll
  3. Dead Behind the Eyes
  4. This Is the Six
  5. Crows
  6. Our Courage, Our Cancer
  7. Seven Hills

wovenwar-in-flames Tour 2014

Wer im Rheinland ein Konzert besuchen will und dabei nicht nur auf die lokalen Undergroundbands zurückgreifen möchte, der kommt nicht daran vorbei ein oder zwei Mal im Jahr seinen Weg in die Metropole am Rhein zu machen. In Köln machen bekannter Maßen fast alle Bands halt, die Deutschland als Tourneeland mit auf ihrer Liste haben. So auch die skandinavischen Melodic Death Metal-Urgesteine von In Flames. Mit ihrem neuen Album Siren Chamrs (Review: hier), welches gerade erst seit einem Monat auf dem Markt ist, touren sie dieses Jahr durch vierunddreißig Konzerthallen und haben neben den San Diego Metalheads von Wovenwar und der britischen MetalCore-Kombo While She Sleeps die mit dem Song Last Resort bekannt gewordene New Metal-Band Papa Roach mit im Schlepptau. So gesagt verspricht das Line Up ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten.

Auffällig voll ist es heute in der Umgebung der Schanzenstraße, denn dadurch, dass heute das Palladium mit dem Konzert und das gegenüberliegende E-Werk mit einer Halloween-Party so ziemlich voll ist, fällt es uns alles andere als leicht in der näheren Umgebung einen Parkplatz zu finden. Aber wer einen fahrbaren Untersatz hat, der muss damit rechnen, dass man an einem solchen Tag den einen oder anderen Meter zu Fuß laufen muss. Gesagt, getan findet sich eine Bleibe für unser Gefährt und wir machen uns mit einem Weg-Getränk auf den Weg in Richtung Halle. Vor der Türe angekommen vernehmen wir bereits den ersten Song der Band Papa Roach. Da wir wegen Job und Anreise ein wenig später eintreffen, bekommen wir die eigentlichen beiden Vorbands leider nicht mehr zusehen, aber darüber mehr im Fazit.

Papa Roach - Live - Palladium 2014
Papa Roach – Live – Palladium 2014

Der Einlass ist wie immer im Palladium sehr einfach und die mehren Zugänge in die Halle zeigen sofort, dass wir wie gehofft nicht nur mit einer handvoll Gästen zu rechnen haben. Geschätzte 3.000 Mit-Metaler haben heute wohl auch mehr Bock auf Musik als auf „Süßes-Sonst-Gibt’s-Saures“.

Papa Roach machen eine gute Show und spielen den einen oder anderen Kassenschlager ihrer goldenen Zeiten. So darf weder der Opener Getting Away With Murder, Between Angels And Insects, Blood Brothers noch Broken Home in der Setliste fehlen. Sicher ist die Stimmung gut, jedoch ist klar zu merken, dass Jacoby Shaddix und Co. noch immer an ihrem Erfolg vor vierzehn Jahren zehren, denn anders kann man die Setliste, die aus fast fünfzig Prozent Infest-Songs besteht nicht erklären. Nach acht Songs verlassen die Jungs die Bühne um für Still Swingin, …To Be Loved und dem Aushängeschild der Band Last Resort das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Die Lichtshow ist für eine Vorband ordentlich und der Sound ist zwar sehr gut, jedoch ein wenig zu leise für ein Konzert diesen Genres. Dann will man mal hoffen, dass der Licht- und Tonmann bei In Flames ein wenig weiter aufdrehen wird.

Nachdem die kalifornische Band die Bühne verlassen hat und der Vorhang das Bühnenbild zwecks Umbaupause verdeckt, versuchen wir uns am Getränkestand ein Bier zu holen. Leider scheint es so, als hätten sich das einige Gäste gedacht und nachdem wir dort nun schon eine Weile auf unsere Erfrischung warten müssen, fällt uns auf, dass innerhalb der Halle selbst auch zwei Bars sind, an denen wohl weniger Kunden auf eine Gerstensaftlimonade warten. Naja, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass man gerade ja eigentlich eh nicht viel mehr zu tun hat, vergeht so die ca. zwanzig minütige Umbaupause doch recht unterhaltsam.

In Flames - Live - Palladium 2014
In Flames – Live – Palladium 2014

Das Licht in der Halle wird runtergedimmt und auf der Bühne sind Schatten von mehreren Menschen zu sehen, die hinter dem Vorhang an ihren Instrumenten Platz nehmen. In Flames scheinen also gleich loszulegen. Also schnell das Bier weg und die Augen nach vorn. Mit In Plain View beginnen nun also die aus Göteborg stammenden Melodic Death Metaler und hier wird direkt klar, dass man richtig viel Wert auf eine schöne Lichtshow gelegt hat und so macht man ganz klar wett, dass man eigentlich ohne wirkliches Bühnenbild auskommt. Ebenso wie bei Papa Roach nehme ich mir nach Everything’s Gone und Fear Ist the Weakness den Gehörschutz aus den Ohren, denn irgendwie habe ich – und auch mehre gefragte Gäste – eine viel höhere Lautstärke erwartet. Doch das ändert zum Glück nichts an der Stimmung, denn das Publikum macht vor allem bei den älteren Songs keinen Anstand mitzusingen und kräftig zum Takt die Köpfe zu schütteln. Bis auf wenige kurze Ansagen, dass man heute keine Handys benötigt, da man alles später auf WDR im Rockpalast (Ausstrahlung am 24.11.2014 00:00 Uhr – 02:30 Uhr – hier) anschauen könne, geht das Konzert relativ gemütlich durch. Als jedoch nach dem vom Reroute To Remain stammenden Evergreen Cloud Connected die Band eine kurze Pause einlegt, um eine Zuschauerin auf die Bühne zu holen, zeigt sich Sänger Anders Friden von seiner Entertainer-Seite. So darf sie erst alle verschwitzten Musiker umarmen um dann danach für eine „Stereo“-Videoaufnahme auf der Bühne zu bleiben – echt eine coole Idee. Das Video gibt es natürlich hier:

[youtube]Cz7uU-ROGu0[/youtube]

Nachdem Only For The Weak gespielt ist und dem Publikum mit The Quiet Place eingeheizt wurde, darf die neue Single Rusted Nail des aktuellen Releases Siren Charms zeigen, dass dies, obwohl es im Vergleich zu den alten Songs relativ langsam ist, bei Konzerten gut funktioniert. Hier ist wieder klar zu bemerken, dass man richtig viel Geld in die Belichtung dieses Konzerts investiert hat. So hat man im Palladium zwar keine Beamer oder gar Pyrotechnik aufgebaut, aber die ca. 90 verschiedenen Lampen sorgen dafür, dass jeder Song in einem – wortwörtlich – anderem Licht dasteht. Nach Deliver Us gibt es für heute beim Song Take This Life den einzigen Circle Pit im Palladium – was aber sicher nicht am Publikum gelegen hat.

In Flames - Live - Palladium 2014
In Flames – Live – Palladium 2014

Nachdem der letzte Song nun gespielt und auch der Letzte verstanden hat, dass In Flames nach neunzehn Songs keinen Grund mehr haben, eine Zugabe zu spielen, kommen wir uns beim Verlassen des Palladiums ein wenig befremdlich vor. Denn wie oft hat man es, dass ca. fünfzehn Polizisten eine Wand zwischen Straße und der Konzerthalle bilden. Anscheinend ist irgendetwas bei der Veranstaltung im E-Werk gewesen. Jedoch habe ich bis heute nicht herausfinden können, was genau der Grund für das Polizeiaufgebot gewesen ist.

Zusammengefasst hat sich der Abend echt gelohnt, denn auch wenn wir auch nicht alles mitbekommen haben, so fühlten wir uns nach ca. drei Stunden guter Musik sehr gut unterhalten. Positiv ist nicht nur die tolle Lichtshow aufgefallen, sondern auch die Textsicherheit und Stimmung im Publikum. Einziges Manko für dieses Konzert die Lautstärke gewesen. So war selbst auf der Rückweg im Auto die Musik lauter als beim Konzert selbst. Aber naja, dafür konnten wir uns wärend des Konzerts wenigstens unterhalten ohne laut schreien zu müssen. In Flames haben eine geniale Show hingelegt und ich weiß ganz genau, dass jede weitere Tour zu einem Pflichttermin geworden ist.

In Flames - Live - Palladium 2014
In Flames – Live – Palladium 2014

Die beiden Vorbands Wovenwar und While She Sleeps haben nach Nachfragen ebenfalls durch eine sehr angenehme Bühnenpräsenz und eine gute Songauswahl punkten können. Wenn wir euch schon keinen vollständigen Bericht zu den beiden Bands liefern können, haben wir uns dafür wenigstens durchs Netz gesucht, um euch die Setlisten anbieten zu können.

Damit ihr euch ein besseres Bild vom Konzert machen könnt, haben wir eine Spotify-Playlist erstellt, die alle Setlisten des Abends beinhaltet. Hört sie euch hier an:

Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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Where To Listen: