Interview mit Joe (Gitarrist von The Safety Fire)

Artist: The Safety Fire

Herkunft: London, England

Genre: Progressive Metal

Label: InsideOut Music

Link: http://www.insideoutmusic.com // http://www.thesafetyfire.com

Bandmitglieder:

Gesang – Sean McWeeney
Gitarre – (Joe) Joaquin Ardiles
Gitarre – Derya Nagle
Bassgitarre – Lori Peri
Schlagzeug – Calvin Smith

 

Time For Metal / Patrick S.:
Der Musikkritiker Stefan Bostock hat euch als beste Band des Universums beschrieben. Zumindest steht das in eurem Wikipedia-Artikel. Was sagst du dazu?

The Safety Fire / Joe:
Ja klar, da würde ich ihm auf jeden Fall zustimmen…*lacht* Was, das steht auf unserer Wikipedia-Seite? Das schau ich gleich nach dem Interview nach. Nein, das denke ich nicht, es gibt viel bessere Bands. Wir sind okay.

 

Time For Metal / Patrick S.:
Was kommt als nächstes für die beste Band im Universum?

The Safety Fire / Joe:
Das Universum erobern, würde ich mal sagen. Nein, eigentlich wollten wir grade im Studio sein und Songs aufnehmen. Aber wir wurden kurz vor Beginn der Tour noch ins Boot geholt und deswegen muss das noch ein bisschen warten.

 

Time For Metal / Patrick S.:
Euer Song Sections basiert auf Dantes Inferno. Für was wirst du in der Hölle schmoren, wenn es soweit ist?

The Safety Fire / Joe:
Oha, da muss ich erstmal überlegen. Nicht, dass mich das Interview noch in den Knast bringt. Nein, eigentlich sind wir nicht so schlimm! Es gibt zwar viele Stories über Bands, die auf Tour total durchdrehen, aber wir sind eigentlich alle ziemlich ruhig. Wir trinken noch nicht mal viel. Ich komme wahrscheinlich in die Hölle, weil ich ein paar Herzen gebrochen habe. Und zwar richtig übel.

 

Time For Metal / Patrick S.:
Das Rock’n’Roll-Klischee erfüllt ihr dann ja schon mal nicht, wenn ihr nicht viel trinkt. Was hat sich generell verändert, was ist Rock’n’Roll heute? Ist heute Musik wichtiger als Party zu machen und Mädels flachzulegen?

The Safety Fire / Joe:
Ich glaube, früher war sowas einfacher. Wenn du von Mötley Crüe, Metallica oder KISS früher hörst, die jedes Mädel mitgenommen haben. Klar, heute gibt es auch noch solche Bands. Große, bekannte Bands. Bei unserer Musik siehst du vielleicht 2 Mädels bei einer Show. Die sind wahrscheinlich auch noch die Freundin von irgendwem und wurden zur Show mitgezerrt. Es passiert also nicht so oft. Aber es hat sich auch alles verändert, früher war es anonymer. Heute sind alle auf Instagram, Twitter usw. und die posten das dann auch noch, dann weiß sofort jeder Bescheid. Ich glaube, heute überlegen Bands da schon genau und nehmen nicht einfach jedes Mädel mit. Keine Ahnung, ob es weniger geworden ist, die vögeln bestimmt immer noch genug. Für uns ist das nicht wichtig, wir haben damit nie angefangen. Wenn wir das wollten, dann müssten wir andere Musik machen, in unserer Szene gibt’s keine Mädels. Aber Rock’n’Roll ist immer noch da. Guck dir mal Asking Alexandria an, fast wie die zweiten Bon Jovi!

Time For Metal / Patrick S.:
Ihr spielt bereits eine ganze Weile zusammen und habt alle in unterschiedlichen Städten studiert. War es in der Zeit schwer die Band am laufen zu halten?

The Safety Fire / Joe:
Ja, die Zeit war echt schwer. Wir haben die Band mit 15 gegründet. Also wir kannten uns schon in der Schule und da konnten wir auch an Wochenenden immer proben. Nach der Schule haben wir alle ein Jahr Pause gemacht. Wir hatten zwar kleine Jobs, aber nichts Festes. Da haben wir Songs geschrieben und ein bisschen was aufgenommen. Im Studium war jeder von uns in einer anderen Stadt. In der Zeit haben wir auch die Sections – EP gemacht. Also in drei Jahren konnten wir gerade mal eine EP machen. Da haben wir uns nicht gesehen und es ging sehr langsam vorwärts. Danach kamen alle wieder heim nach London, dann lief es wieder besser.


Time For Metal / Patrick S.:

Gibt es eine Band, mit der ihr nie zusammen spielen würdet, egal wie viel Geld sie euch anbieten?

The Safety Fire / Joe:
Verdammt, das ist eine gute Frage. Irgendjemand, der moralisch ein richtiges Arschloch ist vielleicht, aber mir fällt grade echt niemand ein. Wenn eine Band schlecht ist, ist mir das wurscht. Dann würde ich trotzdem spielen, ich bekomme ja ihr Geld.


Time For Metal / Patrick S.:

Wie sieht ein Day-Off aus bei The Safety Fire?

The Safety Fire / Joe:
Das hängt davon ab, wo wir gerade sind. Wir hatten einen super Day-Off in Paris. Aber es ist sauteuer und sehr touristisch. Bei uns in London ist das zwar ähnlich, aber da wissen wir, wo wir hingehen müssen, damit es nicht so teuer ist. In Paris fühlst du dich als würdest du die ganze Zeit verarscht. Wir haben mit den Jungs von The Contortionist ein kleines französisches Restaurant gefunden. Voll mit Leuten, verschwitzt, aber es war super. An anderen Tagen bist du einfach im Nirgendwo und hockst den ganzen Tag im Bus rum.


Time For Metal / Patrick S.:

Ihr seid mit drei Bands in einem Tourbus, nur Destrage haben einen eigenen Camper. Gibt’s da zumindest ein bisschen Privatsphäre?

The Safety Fire / Joe:
Du hast deine Schlafkoje, das war’s so ziemlich. Da kannst du immerhin den Vorhang zuziehen. An einem Day-Off haben die Jungs von Protest The Hero oft ein Hotel, aber wir anderen bleiben meistens im Bus. Wir haben immerhin einen Fernseher mit FIFA. Man wird nur manchmal ein bisschen klaustrophob, weil es manchmal nicht mal einen Platz gibt, wo man sich hinsetzen kann.


Time For Metal / Patrick S.:

Geht dir das manchmal richtig auf die Nerven, so dass du fast keinen Bock mehr hast?

The Safety Fire / Joe:
Fairerweise muss man sagen, der Bus ist für mich das Beste zum Touren. Wir haben schon in Vans und Autos getourt und das ist schon hart. Dann suchst du dir ein günstiges Hotel, so dass es ins Budget passt und das ist nicht wirklich groß. Wir buchen dann ein Hotelzimmer für zwei Leute und pennen mit der ganzen Band da drin. In den USA passiert das öfter, weil du da weite Strecken fährst bis zum nächsten Gig. Da musst du zwischendurch Pause machen. In einem Bus ist das viel einfacher, da kannst du dich hinlegen und wenn du aufwachst bist beim nächsten Veranstaltungsort.


Time For Metal / Patrick S.:

Letztes Jahr habt ihr schonmal im Substage, hier in Karlsruhe gespielt, aber ohne Sean. Wenn ihr sogar ohne Sänger spielt, was braucht es, damit ihr mal eine Show absagt?

The Safety Fire / Joe:
Wir hatten sogar mal eine Show, wo nur Dez (Anm. d. Red.: Derya Nagle) auf der  Bühne war. Er hat Gitarre gespielt und der Rest kam vom Band. Da hatten wir eine Panne mit dem Van und konnten deswegen nicht zur Show. Wir haben den Promoter angerufen und gefragt, ob wir unser Geld auch bekommen, wenn nur einer von uns spielt. Er meinte, „klar, wenn ihr das hinbekommt.“ Dez ist dann bis zum Veranstaltungsort getrampt. Wir waren zum Glück an einer Tanke und ein Typ hat Dez direkt bis zur Konzertlocation gebracht. Er ist einfach rein, hat auf Play gedrückt und die Show gespielt. Also wir haben eine Show mit nur einem Bandmitglied gespielt, es brauch also schon einiges, bis wir eine Show absagen. Bei einem richtig großen Gig würden wir das natürlich nicht machen, aber das war eine kleine Show, da ging das schon.


Time For Metal / Patrick S.:

Am Anfang des Interviews hast du gesagt, ihr wollt das Universum erobern. Wie wollt ihr das machen?

The Safety Fire / Joe:
Hoffentlich mit dem nächsten Album. Mit dem Schreiben der Songs sind wir so ziemlich fertig, können also bald ins Studio gehen. Hört sich gut an, wir nehmen es auf und schauen, was passiert.


Time For Metal / Patrick S.:

Wir wird es sich ungefähr anhören?

The Safety Fire / Joe:
Da erzählt ja jeder immer, es ist härter, melodischer usw… Ich glaube, es gab einen Sprung von Grind The Ocean zu Mouth Of Swords. Also man wird reifer irgendwie, jeder wird älter und weiser, zumindest hoffe ich das. Durch das Touring, das Schreiben und du hörst immer neue Musik, du wächst einfach. Die neue Platte ist nach Mouth Of Swords sicher noch mal ein Schritt nach vorne.

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