Marathon – Mark Kelly’s Marathon

Ganz schmale Kost. Kaum Emotionen, wenig Rock und noch weniger Höhepunkte.

Artist: Marathon

Herkunft: UK

Album: Mark Kelly’s Marathon

Spiellänge: 39:22Minuten

Genre: Pop Rock, Progressiv Rock

Release: 27.11.2020

Label: earMusic

Link: https://www.facebook.com/mkmarathon

Bandmitglieder:

Gesang – Guy Vickers
Gesang – Oliver M. Smith
Gitarre – Pete “Woody” Wood
Gitarre – John Cordy
Bassgitarre – Conal Kelly
Schlagzeug – Henry Rogers

Tracklist:

  1. Amelia (I) Shoreline
  2. Amelia (II) Whistling At The Sea
  3. Amelia (III) 13 Bones
  4. When I Fell
  5. This Time
  6. Puppets
  7. Twenty Fifty One (I) Search
  8.  Twenty Fifty One (II) Arrival
  9. Twenty Fifty One (III) Trail Of Tears
  10. Twenty Fifty One (IV) Brief History

Vor mehr als drei Jahrzehnten kroch in Mark Kelly, dem Keyboarder der Progressive Rock Band Marillion eine Idee in den Kopf, die bis heute nicht umgesetzt wurde. Jetzt am 27.11.2020 war es endlich so weit, sein brandneues Projekt mit dem Namen Mark Kelly’s Marathon hat über earMUSIC ein verträumtes Rockalbum auf den Markt gebracht. In vierzig Minuten zaubern die sechs Protagonisten verstrickte Rockklänge, die Hand in Hand mit Pop/Rock Riffs in eine progressive Schatulle springen. Im Einklang liegt der Fokus auf lockere, nicht zu schwermütige Melodien, die an höheren Atmosphären kratzen. Bereits das Cover wirkt eher positiv als negativ. Der Sandstrand in Kombination mit der langsam aufgehenden Sonne hat was exotisch wie Beruhigendes.

Mit dem eine Minute langen Intro Amelia (I) Shoreline gleitet Mark Kelly’s Marathon andächtig aus dem Heimathafen. Nach diesem Stapellauf geht es zur ersten richtigen Nummer Amelia (II) Whistling At The Sea. Es bleibt geschmeidig vom eigentlichen Rockcharme ist kaum was zu spüren. Irgendwo im achtziger Pop hängen geblieben, legt die Gruppe hier einen Tanz hin, den man zwar erwarten konnte, aber nicht zu jeder Zeit erwartet hätte. Mehr Melodic Rock der ersten Stunde, mehr düstere Elemente und mehr Power in den Songs hätten der Idee wahrlich aus Rockersicht gutgetan. Vielmehr verflacht das Album in eine sehr weiche, samtartige Scheibe, die weniger Kanten als ein Kreis besitzt. Weichgespült, jederzeit auf Harmonie bedacht, gleiten die Nummern an einem vorbei. Was bleibt nachhaltig von When I Fell oder Puppets? Leider zu wenig. Es fehlt der Zugriff, jedenfalls geht es mir so. Ich bekomme keinen Fuß in die Tür, auch wenn mir Marillion immer besser gefällt. Klar, der Grundgedanke kommt von keinem Amateur, die Melodien haben Tiefe – nur die Höhepunkte fehlen. Die Session hat eine gesunde Balance, der Spannungsbogen liegt nur viel zu tief. Für Rockfans bleibt da nur wehr wenig übrig. Der Keyboardklang im seichten instrumentalen Wind haut auch nichts mehr raus. Der feine Staub setzt seinen Weg gen Boden fort und legt den Vocals eine deutliche Kette um die Gesangsdarbietung. Nichts gegen Guy Vickers oder Oliver M. Smith, nur Spaß habe ich an dem Album nicht.

Marathon – Mark Kelly’s Marathon
Fazit
Schwere Aufgabe, die uns Mark Kelly hier auferlegt hat. Möchte man im Mainstream Sektor glänzen, könnte Mark Kelly's Marathon einen guten Weg eingeschlagen haben. Die Balladen wurden jedenfalls so platt aufgefahren, dass einem der letzte Brotkrümel im Hals hängen bleibt. Glatt poliert, ohne den kleinsten Gefühlsausbruch ergibt man sich der Lage und lässt das Songwriting wie eine Injektion im Tropf langsam in den Patienten tropfen. Fans gibt es dafür zweifelsohne, nur ob man auf die alten Anhänger bauen kann, darf bezweifelt werden. Da greift man lieber zu schönen, dichten instrumentalen Rockalben, die viel mehr Spirit verstreuen.

Anspieltipps: When I Fell und Puppets
René W.
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