Mayday Parade & Support am 04.10. im Backstage, München

“Ein Abend, welcher einer warmen Umarmung gleicht“

Eventname: A Lesson In Romantics – 10th Anniversary Tour

Headliner: Mayday Parade

Vorbands: With Confidence, Waterparks

Ort: Backstage, München

Datum: 04.10.2017

Kosten: 20 € Abendkasse, 19,90 € VVK

Genre: Pop Punk

Besucher: 250-300

Veranstalter: Propeller Music Event GmbH

Link: https://www.muenchenticket.de/guide/tickets/15of6/Mayday+Parade.html

Im Jahre 2007 war es so weit: Das Album A Lesson In Romantics von Mayday Parade erblickte die Welt und der Pop Punk Gruppe aus den Staaten gelang damit der Durchbruch. Grund genug also nach zehn Jahren nicht nur eine Anniversary Edition zu veröffentlichen, sondern sich auch auf große, wenn auch in Deutschland eher kleine, Tour zu machen, um dem Jubiläum ordentlich zu gedenken. Und eine Pop Punk Band bedeutet nie nur eine Pop Punk Band, sondern ein Abend, welcher einer warmen Umarmung gleicht.

Ca. eine halbe Stunde vor Einlass bildet sich vor der Backstage Halle in München bereits eine recht lange Schlange mit den zugegebenermaßen mehr weiblichen und jungen Fans. Kein Wunder, ist doch die Band des Abends selbst noch nicht so alt und deren Musik spricht nun einfach einmal eher sanftere Töne. Bevor es jedoch zu Mayday Parade kommt, gilt es noch den Einlass zu überwinden. Dieser ist aber wie immer beim Backstage keinerlei Problem und nach einer kurzen Weile sind auch alle Besucher in der Halle. Manche bereits vor der Bühne, andere noch beim Merchandise Stand.

Etwas früher als eigentlich angekündigt geht es dann mit Waterparks auch endlich los. Das Trio aus Texas befindet sich dieses Jahr zum allerersten Mal in Deutschland – während in Hamburg und Berlin Headliner Shows stattfanden, wäre der Süden fast ausgeblieben – umso schöner, die Jungs nun doch noch als Support von Mayday Parade zu sehen zu bekommen.

Waterparks liefert, ähnlich zu jeder Band des Abends, Pop-Punk vom Feinsten. Bezüglich Nervosität und Unbeholfensein ist bei der noch recht jungen Band keine Spur – gelassen und fröhlich im Christmas-Sweater singt Lead Vocalist Awsten die recht rockigen Tracks vor sich hin und haut selbst fleißig in die Seiten. Ein wenig scheint der Fokus live sich vom Gesang auf die instrumentale Darbietung zu übertragen – die Vocals hätten durchaus etwas lauter und präziser sein können. Dennoch ist dies lediglich ein kleines Manko, ist dafür doch die Instrumentalität rockiger und etwas fetziger als auf der Platte und somit eine willkommene Abwechslung. Waterparks verstehen es mit dem Publikum zu interagieren und scheinen sichtlich überrascht, dass sie doch bekannter sind, als man anfangs so meinen möchte. Das Set des Trios ist als erste Band des Abends leider schnell vorbei, jedoch schaffen sie es einen Eindruck zu hinterlassen und hoffentlich wird dies nicht die letzte Show in Deutschland gewesen sein.

Nach einer kurzweiligen Umbaupause geht der Abend dann mit With Confidence weiter. Die Gruppe aus Australien existiert seit 2012, hatte aber bisher in Deutschland noch nicht die breite Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Eine Tatsache, welche man zumindest während des Auftritts selbst kein Stück bemerkt – so wird bereits gejubelt, als nur die Mitglieder zum Soundcheck die Bühne betreten und auch als es dann endlich losgeht, scheint jegliches Feeling von Support Band wie weg geflogen – es wird gesprungen, geklatscht und auch an vielen Stellen ordentlich mitgesungen. With Confidence schaffen es ebenso komplett professionell und eingespielt auf der Bühne zu wirken wie ein Headliner und strahlen dabei eine unglaubliche Freude aus. Auch traut sich endlich der bzw. in diesem Fall die erste Crowdsurferin des Abends. Kleine Witze über das Oktoberfest, welches im September stattfindet und deswegen doch Septemberfest heißen sollte, machen die Band nur noch sympathischer und auch hier fühlt man sich musikalisch und persönlich sofort am richtigen Platz – Pop Punk eben.

Die Umbaupause nach With Confidence zieht sich leider doch etwas länger als nur kurzweilig, aber die Atmosphäre ist entspannt und freudig, sodass dies keinen Zuschauer groß zu stören scheint – wie sollte es auch, wird schließlich My Chemical Romance abgespielt und von allen Anwesenden lautstark mitgesungen. Um kurz vor 10 Uhr ist es endlich so weit: Mayday Parade betreten die Bühne. Unter Jubel und einem Regen voll Hände beginnen die Jungs aus Florida ihr Set, welches natürlich passend zum Anlass, das komplette Debütalbum A Lesson In Romantics beinhaltet – ein Album, welches nicht nur 2007 zum Durchbruch der Band geführt hat, sondern auch noch immer eins der stärksten Pop Punk Alben der 2000er Jahre überhaupt repräsentiert. Und spätestens, wenn das Keyboard ausgepackt und ein Klassiker wie Miserable At Best auf der Bühne zum Besten gegeben wird, dann gibt es auch in der persönlichen Gefühlswelt kein Halten mehr. Insbesondere Sänger und Frontmann Derek muss an dieser Stelle ein Lob ausgesprochen werden – auf keinem Song scheint dieser sich auszuruhen, ist stets mit voller Energie dabei und schafft es auch komplett alleine die Bühne mit seiner kräftigen Stimme und Präsenz zu füllen. Große Reden schwingt bei der Band insgesamt niemand – viel mehr lassen sie ihre Songs sprechen und ketten diese so einander, dass man manchmal gar nicht weiß, wo der eine Song aufhört und der andere anfängt. Natürlich wird nicht nur das Debütalbum gespielt, sondern auch noch ein paar extra Songs, so z.B. Terrible Things, hinzugefügt, was zu einem langen, abwechslungsreichen und mehr als zufriedenstellenden Set führt. Eine Zugabe gibt es zwar nicht, aber ist bei dem durchstrukturierten Set und der klaren Ankündigung der zwei letzten Songs zu späten Stunde auch gar nicht notwendig. Um halb 12 endet das Konzert und damit auch die Anniversary Tour von Mayday Parade.

Insgesamt hält der Abend genau das, was man sich erwünscht hat: Drei unglaublich sympathische Bands, eine Pop Punk Hymne nach der Nächsten und ein Abend, welcher definitiv jedem Besucher genug Glückshormone für die kommenden Wochen verleiht. Mayday Parade können auf stolze zehn Jahre mit ihren Fans zurückblicken und die Liebe und Dankbarkeit merkt man der Band durchaus an. Auch die Supports des Abends With Confidence und Waterparks verströmen diese Freundlichkeit und Offenheit, welche das Genre mit sich zu bringen scheint und man geht glücklich und zufrieden nach Hause.

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