Mercury Circle – The Dawn Of Vitriol (EP)

Neues Projekt von Swallow The Sun Keyboarder Jaani Peuhu  

Artist: Mercury Circle

Herkunft: Helsinki, Finnland

Album: The Dawn Of Vitriol (EP)

Genre: Synth, Dark Metal, Doom

Spiellänge: 31:07 Minuten

Release: 14.08.2020

Label: Noble Demon / The Vinyl Division

Link: www.facebook.com/mercurycircleofficial

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Synth – Jaani Peuhu
Gitarre, Hintergrundgesang, Synth – Jussi Hämäläinen
Gitarre – Juppe Sutela
Bass – Ande Kiiski
Schlagzeug – Juuso Raatikainen

Trackliste:

  1. Oil Of Vitriol
  2. The Beauty Of Agony
  3. Black Flags
  4. The Last Fall
  5. New Dawn

Mercury Circle ist das neue Dark Wave Projekt von Jaani Peuhu (Iconcrash, Swallow The Sun, Hallatar), der 2018 bei Swallow The Sun den langjährigen Mann Aleksi Munter an den Tasten abgelöst hat.

Zusammen mit Jussi Hämäläinen (Hanging Garden, The Chant), Juppe Sutela (To/Die/For), Ande Kiiski (Sleep Of Monsters, Rytmihäiriö) und Juuso Raatikainen (Swallow The Sun) hat er das Projekt Mercury Circle aus der Taufe gehoben.

Die EP der Band mit dem Titel The Dawn Of Vitriol erscheint am 14.08.2020 bei Noble Demon / The Vinyl Division auf CD und als Vinyl in den Farben black, electric blue und white/grey marble. Alle Vinyls sind limitiert. Die Auflagen liegen extrem knapp bei jeweils 100 pro Farbe.

Die vorliegende EP ist ein Vorgeschmack auf das, was von der Band noch kommen soll. Die Musiker arbeiten bereits am Longplayer, der Ende 2020 erscheinen soll.

Ziemlich schwierig, die Musik von Mercury Circle zu kategorisieren. Sie ist jedenfalls atmosphärisch und dunkel. Der Sound wird sehr stark von den Synthesizern geprägt, was ja eigentlich klar ist, wenn da gleich zwei dieser Instrumente zur Geltung kommen. Die Klangästhetik kann dem Hörer dann durchaus wie Soundwellen vorkommen. Atmosphärisch, dunkel und melancholisch.

Die Scheibe ist nicht unbedingt was, was man irgendwie nebenher hören kann. Denn das könnte im ersten Moment einen falschen Eindruck erwecken, oder auch nur in die Irre führen. Ich musste mir das Ding mehrmals anhören, um es überhaupt auf die Reihe zu kommen. Dabei kann ich immer noch nicht sagen, ob mich The Dawn Of Vitriol eher abstößt oder anzieht. Auf jeden Fall bewirkt The Dawn Of Vitriol, dass man sich damit auseinandersetzt.

Beim Opener Oil Of Vitriol bin ich zunächst (und leider auch noch immer) recht irritiert. Ich rechne ja eigentlich mit Dark, Doom, Ambient oder was auch immer. Oil Of Vitriol ist jedoch leider nichts davon. Irgendwie symphonisch angelegt, mit einer spacigen Sprecheinlage aus dem Off und dann so was wie der Marsch der Gladiatoren. Da machen mich die ersten viereinhalb Minuten schon regelrecht platt und ich bin verzweifelt. Da muss ich nun durch!

Gut, dass ich durchgehalten habe, denn The Beauty Of Agony kommt dann doch ganz anders. Ganz klar, die Synthiwellen rauschen vor sich hin, dazu ein richtig guter Gesang. Zunächst alles sehr ruhig mit einem Schuss quälender Dunkelheit und dann ein wenig kräftigender werdend. Ein Song, dem man durchaus die Schönheit der Qual heraushören kann. Das macht die Sache jetzt doch auf einmal recht spannend. Quälende und böse Gitarre inklusive.

In Black Flags wabern die Synthis zum Einstieg vor sich hin, versprühen recht viel düstere Dunkelheit. Flehender Gesang mit Echo. Irgendwie in die Irre getrieben kann man sich hier fühlen. Die übrige Instrumentalisierung ist wirklich nur gering. Depeche Mode in Black!? Geigen lassen uns aus diesem Song aussteigen.

The Last Fall ist dann von Anfang an doch viel kräftiger. Eine vollere Instrumentierung. Dagegen die Stimme wesentlich zerbrechlicher. Im Promosheet wurde an irgendeiner Stelle mal von einem neuen Genre, einem New Doom gesprochen. Nun ja, da sollte man nicht übertreiben. The Last Fall hat jedoch einen tollen Touch Doom. In Teilen erinnert er mich doch sehr stark an Songs, wie man sie auch bei Swallow The Sun vernehmen kann. Ich warte eigentlich jederzeit darauf, dass Mikko Kotamäki mit furchtbaren Growls einfällt. Das geschieht dann leider nicht, trotzdem hat der Song was ganz Besonderes und ist mein Highlight auf der vorliegenden EP.

Das abschließende New Dawn fängt fast weinerlich an (Akustikgitarre und Gesang), nimmt ein wenig Fahrt auf. Insgesamt ist er hoffnungsvoller als die anderen Songs. Klar, es handelt sich ja um einen Neuanfang.

Mercury Circle – The Dawn Of Vitriol (EP)
Fazit
Ich tue mich nach wie vor schwer mit dem Projekt von Mercury Circle. Auf der vorliegenden EP The Dawn Of Vitriol finden wir zwar viel Schwermut und schwarze Melancholie vor, jedoch finde ich von einem versprochenen New Doom nur wenig vor. Das Album wird von den Synthies regelrecht beherrscht. Das dürfte wohl klar sein und war nicht anders zu erwarten. Die EP dürfte natürlich bei den Metallern nicht unbedingt große Wellen der Begeisterung hervorrufen. Beeindruckt hat mich echt der Gesang von Jaani Peuhu, denn der kommt richtig gut. Wenn man sich ein wenig mehr an solchen Songs wie The Last Fall ausrichten würde, dann könnte ich mir vorstellen, dass die Musik der Band richtig gut ankommt. So finde ich Mercury Circle doch noch etwas unausgereift, vielleicht symptomatisch hierfür der Opener auf dieser EP Oil Of Vitriol

Anspieltipps: The Beauty Of Agony, Black Flags und The Last Fall
Juergen S.
6.7
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