Mister Misery – A Brighter Side Of Death

Horror Metaller aus Schweden erreichen das nächste Level

Artist: Mister Misery

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: A Brighter Side Of Death

Spiellänge: 55:48 Minuten

Genre: Horror Metal, Modern Metal, Gothic Rock

Release: 23.04.2021

Label: Arising Empire

Link: http://mistermisery.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Harley Vendetta
Gitarre – Alex Nine
Bassgitarre – Alister
Schlagzeug – Rizzy

Tracklist:

  1. Ballad Of The Headless Horseman
  2. Buried
  3. Mister Hyde
  4. Burn
  5. Devil In Me
  6. I’ll Never Be Yours
  7. Under The Moonlight
  8. In Forever
  9. Clown Prince Of Hell
  10. We Don’t Belong
  11. Home
  12. Through Hell
  13. Ballad Of The Headless Horseman (Bonus Track – Orchestral Version)

Mit ihrem gelobten Debütalbum, das Mister Misery 2019 veröffentlichten, wusste die junge schwedische Band bereits auf sich aufmerksam zu machen. Bei den Konzerten, die sie Ende 2019 als Support für Beyond The Black spielte durften, erreichte das Quartett eine breite Hörerschaft. Der dort hinterlassene Eindruck sorgte bereits kurze Zeit später für gut gefüllte Venues bei ihrer Headliner Tour zu Unalive, welche sie im Februar 2020 spielten und so, kurz vor den Corona bedingten Beschränkungen, gerade noch durchziehen konnten. All dies mündete dann in der Teilnahme beim Wacken World Wide 2020.

Arising Empire

Ein guter Start also für die moderne Horror-Metal-Band Mister Misery, die 2018 aus den verlassenen Teilen Schwedens hervorging. Aber der Zufall war hier sicherlich nicht am Werke, wirkt die Band doch von vorne bis hinten gut durchkonzeptioniert und arbeitet offenbar hart und zielstrebig an ihren ehrgeizigen Zielen. Und das meine ich im durchweg positiven Sinne. Wenn die Lyrics auch sicherlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen sind, so ist die Band sehr professionell aufgestellt. Die Protagonisten verwenden passende Künstlernamen. Harley Vendetta singt in diversen Stimmlagen und weiß diese punktgenau einzusetzen, außerdem lässt er auch noch die Finger flink über die Saiten tanzen. Alex Nine ergänzt mit der zweiten Gitarre das kompromisslose Riff Duo. Am Bass hat es, gegenüber dem Erstlingswerk, eine Änderung im Line-Up gegeben. Alister nennt sich der neue Mann für die Tieftonsektion. Last but not least wirbelt Rizzy die Drumsticks übers Schlagzeug. Auch der Look und die Bewegungen sind Teil ihres künstlerischen Ausdrucks. Weiße Gesichter, schwarze Lippen, Lidschatten und weitere schwarze Akzente zieren ihre Antlitze. Dazu kommen Kleidung und Gebärden, die an Vogelscheuchen im Wind erinnern und so das Gesamtbild abrunden.

Trotz der Tatsache, dass eine globale Pandemie die Zeitpläne zerschmettert, lassen sich Mister Misery nicht bremsen und nutzten die Zeit während der Quarantäne, um neues, atemberaubendes Material zu schreiben. In der Folge dürfen wir uns jetzt an dem daraus erwachsenen Album A Brighter Side Of Death erfreuen. Dreizehn neue Songs mit über 55 Minuten Spiellänge sind für das zweite Album zusammengekommen und werden auf CD, Vinyl, limitiertes Splatter-Vinyl sowie im Bundle mit seltenen Gegenständen erscheinen. Moment mal, 13 Songs auf dem Album? Die Unglückszahl, etwa Zufall? Das Album markiert einen weiteren Meilenstein für die Band und schlägt das nächste Kapitel ihrer Horrorgeschichte auf. Wie schon gesagt, dem Zufall wird hier offenbar nichts überlassen. Starke Präsenz in den sozialen Medien sowie innovative Ideen zu deren Nutzung generieren neue Fans und festigen deren Bindung. Wir berichteten von dem Livechat vor der Videopremiere zur Single Devil In Me (hier geht’s zu unserem Bericht), aber auch die digitale Autogrammstunde, die Mister Misery kürzlich an den Merch Verkauf in ihrem Onlineshop koppelten, fand großen Anklang bei den Anhängern.

Ballad Of The Headless Horseman war der erste Appetithappen, der uns bereits im letzten Jahr auf A Brighter Side Of Death einstimmen sollte. Der Mister Misery typische Musikstil wurde weiter verfeinert, klingt reifer, aggressiver und dadurch beängstigender und zudem vielseitiger als zuvor. Harley Vendetta greift streckenweise auf eine sehr raue Stimmlage zurück, die der dunklen Atmosphäre die notwendige Dramatik verleiht. Auch das zugehörige Musikvideo ist auf hohem Niveau produziert und unterstreicht abermals die ehrgeizigen Ambitionen, die mit dem zweiten Longplayer verfolgt werden.  

Zwischen harschen Vocals hellen immer wieder melodische Parts die Stimmung auf, punktuell werden (orchestrale) Samples zum atmosphärischen Feintuning dezent integriert und über Abschnitte mit fast schon tanzbaren Melodien geht es bis an die Grenzen des Death Metals. A Brighter Side Of Death überzeugt durch Mannigfaltigkeit, hohe Dynamik und massivem Punch.

Mister Misery – A Brighter Side Of Death
Fazit
A Brighter Side Of Death ist die konsequente Weiterentwicklung des unverkennbaren Mister Misery Musikstils. Das Album ist insgesamt eine Spur rauer und härter als sein Vorgänger, was aber weiterhin in Symbiose mit den spielerischen, ja fast schon tanzbaren, melodischen Sequenzen die spezielle Atmosphäre erzeugt, die Mister Misery ausmacht. Mehr Abwechslung, mehr Horror, mehr Punch, mehr Entertainment, mehr Spaß.

Anspieltipps: Ballad Of The Headless Horseman, Under The Moonlight und Clown Prince Of Hell
Lars T.
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