Mors Subita – Extinction Era

Die Ära des Aussterbens beginnt in Finnland

Artist: Mors Subita

Herkunft: Finnland

Album: Extinction Era

Spiellänge: 47:32 Minuten

Genre: Melodischer Thrash Metal, Death Metal

Release: 30.10.2020

Label: Out Of Line Music

Link: https://www.facebook.com/morssubitaofficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Eemeli Bodde
Gitarre – Juho Nappa
Gitarre – Mika Lammassaari
Bassgitarre – Mika Junttila
Schlagzeug – Ville Minala

Tracklist:

  1. Sick
  2. The Enemy I Know
  3. Strain
  4. Overthrown
  5. Parasites
  6. Farewell
  7. Into Eternity
  8. Disconnect
  9. The Oceans Will Know My Name
  10. Black And White
  11. Coming Home

Krank ist die Musik nicht, so wie es der Opener verspricht. Ich habe den Namen zwar schon einmal gehört, konnte die Band aber nicht richtig einordnen. Die Tatsache, dass Mors Subita die Hauptband eines ehemaligen Eternal Tears Of Sorrorw Mitglied ist, hat meine Ballerseele auch nicht gerade erfreut. Aber immer ruhig mit den jungen Pferden.

Sick, der Opener, geht da beispielsweise einen ganz anderen Weg. Hätte ich nicht gedacht und bin erst einmal positiv überrascht. Zwar geht es kurz groovig und melodisch los, aber dann kommt die Kelle raus und es wird schnell gedrescht. Ja, geiles Thrash Metal Riff und voll auf die 12. Auch der Refrainpart ist sehr aggressiv und kommt zum Punkt. Der Gesang ist brachial und zerstörend. Lange Screams mittendrinne. Sehr geil. Zwar auch melodisches Riffing, aber im Grunde ist es ein lupenreiner brutaler Thrash Metal Song, der im Refrainpart melodisch und groovig rüberkommt. Das melodische Lead kommt dabei auch sehr fett. Nach einem Break geht es mit modernem Vorspieler kurz weiter, bis dann wieder der Mähdrescher rauskommt und man in einen geilen Groovebangpart wechselt. Dieser wird mit einer durchrasselnden Doublebass vorgetragen. Fett und drückend. Dann wieder melodisches Lead und drückender Midtempothrash. Guter Einstieg, aber so was von.

The Enemy I Know ist auch ein sehr aggressiver Song, der schön im Midtempo killt, mit Basssolo und rübergezogenem Sprechgesang. Hier wird sehr viel Wert auf Groove gelegt – klingt mir ein wenig zu verspielt und vertrackt. Der Gesang macht den Song sehr brachial, aber der zweite Teil des Songs zieht irgendwie so an mir vorbei.

Bei Strain bekommt man dann mit, warum es sich um melodischen Trash und Death Metal handelt.

Auch Overthrown beginnt mit einem melodischen Part, wechselt dann in treibenden Thrash, schön basslastig, Stakkatoriffing und dann wieder in einen melodischen Part und Wechsel in Midtempo. Groove mit Doubelbasseinsatz. Die Melodie ist ganz geil, aber der Songs selber zieht an mir vorbei.

Parasites beginnt mit modernen Popsynthieklängen, aber zum Glück nur kurz, dann wird gedrescht und es geht in einen fetten Midtempopart. Dieses zieht sich, kommt aber ganz geil. Das Drumming ist schön treibend, die Vocals schön aggressiv. Es folgt ein Melodiepart, der mich aber nicht unbedingt umhaut.

Farewell ist ein melancholisches Zwischenintro, welches 120 Sekunden verträumt, aber auch irgendwie brachial vorgetragen wird. Die Gitarre betont die Stille und dieses macht das Ganze sehr reizvoll. Nach einer Minute setzen alle Instrumente ein und man klingt nach den Landsmännern von Amorphis. Gutes Teil, hätte man einen ganzen Song von machen können.

Die  totale melodische Kelle holen sie dann bei Into Eternity heraus. Hier verfolgt man den gerade angesprochenen Weg, klingt sehr melancholisch, recht düster – finnisch halt. Die Melodie wird durch den Song getragen und ist wirklich klasse. Darüber thront aber kein Cleangesang, sondern die aggressiven Vocals. Kommt geil. Musikalisch erinnert mich das Ganze wieder an Amorphis. Aber nicht durchgehend. Krasses und verspieltes Solo darf nicht fehlen. Geiler Song, muss man sagen.

 

Würde man nur den Song Disconnect hören, würde man denken, dass hier eine ganz andere Band am Start wäre. Kurze Vorspieler, Ankündigung. Break, Geholze mit Scream und dann in einen feinen Ballersong mit kranken Riffs. Kann man machen. Klingt total fett und nach 1:48 Minuten ist der Spaß schon vorbei. Melodischer Thrash/Death geht anders, hehe. Gute Abwechslung.

Auch The Oceans Will Know My Name kommt am Anfang recht zügig aus den Boxen, wechselt in einen Groove und fügt dann einen Melodieteil ein. Wieder Midtemothrash, der aber nicht drückt.

So kämpft man sich elfmal ganz ordentlich durch die finnische Seelandschaft. Einige Granaten am Start, aber nicht alle Songs haben die hohe Qualität wie z.B. Sick oder Into Eternity.

Mors Subita – Extinction Era
Fazit
Mors Subita geben auf ihrem vierten Album ordentlich Gas, klingen sehr abwechslungsreich und liefern eine gute Mischung aus Thrash Metal, Death Metal, Melodien, Dissonanzen (Soli) und Grooves. Klingt alles ganz gut, aber irgendwie hat man das alles schon besser gehört. Vor allem die groovigen Momente und teilweise die melodischen Parts killen nicht so richtig, trotzdem macht das Album ordentlich Spaß und strotzt vor Ideen.

Anspieltipps: Sick, Into Eternity und Disconnect
Michael E.
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