Festivalname: Nova Rock 2025
Bands: Dead Poet Society, The Fleur, Seven Hours After Violet, Vandans, The Warning, Blackgold, Knocked Loose, From Fall To Spring, The Ghost Inside, Amira Elfkey, Spiritbox, Itchy, Korn, Boston Manor, Anna-Sophie, Kittie, LØLØ, Polaris, Stesy, Nothing More, Jinjer, VOWWS, Poppy, Jerry Cantrell, House Of Protection, Awolnation, Apocalyptica, Normandie, Iggy Pop, Motionless In White, Deafheaven, Health, Rise Against, In Flames, Linkin Park, Cradle Of Filth, Igel Vs. Shark, Swayer Hill, The Attic, Baby Lasagna, Deine Cousine, GYFTH, Amaranthe, Tschebberywooky, Glueboys, Refused, Krautschädl, Filth, Airbourne, Irie Révoltés, Call Me Karizma, Lorna Shore, Biffy Clyro, Whitechapel, Slipknot, Folkshilfe, Thrice, Powerwolf, SDP, Wendis Böhmische Blasmusik, Django 3000, All Faces Down, Versengold, The Butcher Sister, Velvet Wasted, Me First And The Gimme Gimmes, Imminence, Leons Massacre, Landmvrks, Halflives, Idles, Dragonforce, Paleface Swiss, Alligatoah, Skillet, Adept, Wanda, Heaven Shall Burn, Danko Jones, Electric Callboy, Dream Theater
Ort: Nickelsdorf, Pannonia Fields
Datum: 11.06. – 14.06.2025
Kosten: Vier-Tages-Ticket ca. 267 Euro
Genre: Metal
Veranstalter: Nova Music Entertainment GmbH
Link: https://www.novarock.at/
Nach dem Rock Im Park ist vor dem Nova Rock. Dorthin führt uns unsere nächste Reise im Auftrag von Time For Metal. Es erwartet uns: Sonnenschein statt Regen, ein großer VIP/Presseparkplatz am Gelände statt Gut-Glück-Parkplatz und Shuttle und entspannte Stimmung statt übervollem Gelände. Gesamteindruck bisher: Super, weiter so.

Auch die Anreise am Mittwoch verläuft angenehm und fast staufrei, auch wenn das, laut den Besuchern, nicht immer so ist. Check-In und Bändchenausgabe sind ebenfalls kein Problem und das weitläufige Gelände mit diversen Merch-/Essens- und Getränkeständen öffnet sich für uns.
Wer sich neben der Musik noch einen Adrenalin-Kick holen will, kann dies beim Bungee-Jumping, dem Riesenrad oder dem Kettenkarussell tun.
Trotz des frühen Abends, es ist bereits 19 Uhr, kann man sich gut auf dem Platz fortbewegen und problemlos erreicht man die zwei Bühnen – Red Bull und Blue Stage -, aber auch das Volume-Autogrammzelt oder das FM4-Fanpostamt, bei dem man seinen Stars direkt eine Fanpost schreiben kann.
Als erste Band ist heute für uns von From Fall To Spring um 19:40 Uhr angesagt. Die Jungs aus Neunkirchen, die nicht erst durch ihre ESC-Vorentscheid-Teilnahme mit Take The Pain Away in der Szene bekannt sind, legen, wie gewohnt, ein solides Post-/Hardcore Set hin und können den Fans Songs wie BR4INFCK, Rise, Black Heart, Barriers, Destiny oder Fading Away präsentieren. Im Anschluss sind wir bei The Ghost Inside um 20:55 Uhr, die im Gegensatz zu Rock Im Park beim Nova Rock die große Bühne, in dem Fall die Blue Stage, rocken dürfen. Das Publikum ist gleich von Anfang an gut mit dabei und rockt mit den US-Jungs um die Wette, ein Crowdsurfer nach dem anderen macht sich auf die Reise und der Circlepit ist ständig in Bewegung. Die Band mit ihrem charismatischen Sänger Jonathan Vigill gibt Death Grip, Earn It, The Great Unknown, Move Me oder Wash It Away zum Besten und sorgt für den ersten kleinen Höhepunkt des Abends.

Sie geben Spiritbox um 22:15 Uhr förmlich das Mikro in die Hand, weil diese gleich im Anschluss ran dürfen. Courtney LaPlante wirkt anfangs noch etwas zurückhaltend, zeigt aber im Verlauf ihres Auftritts mehr Begeisterung und Spielfreude. Bestimmt auch wegen der zahlreichen Fans, die den Platz bevölkern und die Stage in einen großen Circlepit verwandeln. Da kann man doch gar nicht anders als auch mal lächeln liebe Courtney, oder? Die Songauswahl kann sich auch sehen lassen und mit Black Rainbow, Perfect Soul, Jaded, Circle With Me, Holy Roller oder Soft Spine läuft auch alles nach Plan.
Der Abschluss des Abends findet für uns bei der Red Bull Stage statt, auf der wir uns Boston Manor ansehen. Vorher gibt es eine Schweigeminute anlässlich des Amoklaufs in Graz.
Die Alternativrocker aus dem englischen Blackpool sind schon seit 13 Jahren aktiv in der Metalszene zu hören und begeistern mit ihrem Alternative-Set viele ihrer Fans – und das trotz fortgeschrittener Stunde – 23:30 Uhr – Eineinviertel Stunden Begeisterung und gute Stimmung mit Songs wie Why I Sleep, England’s Dreaming, Bad Machine, Halo, Crocus, Container und Sliding Doors – der perfekte Abschluss des ersten Konzerttages.

Auch am zweiten Festivaltag erwarten uns Sonne und ein gut gemischtes Musikprogramm – und deutlich mehr Publikum, die alle auf den Auftritt von Linkin Park hinfiebern. Doch erst mal läuft es ruhig an mit Polaris um 14:30 Uhr, die wieder mal brillant auftreten und wie im Rock Im Park erneut Metalcore vom Feinsten abliefern. Es macht immer wieder Spaß, den Australiern zuzuhören, die sich auch sichtlich über ihren Gig beim Nova Rock freuen. Ein Kracher jagt den Nächsten – Landmine, Dissipate, The Remedy, Hypermania, Lucid oder Inhumane – und der erste Moshit des Tages lässt auch nicht lange auf sich warten. Für mich eine der besten Metalcore-Bands zurzeit und verdient bei fast jedem Festival vertreten.
Auf der großen Bühne dürfen wir uns jetzt Nothing More anhören, die wir bei Rock Im Park wegen des Regens haben ausfallen lassen. Wahre Begeisterungsstürme erwarten die Texaner, deren Alternative Programm den Nerv der Zeit trifft und die mit House Of Sand, If It Doesn’t Hurt, Stuck, Freefall, Got To War oder Jenny überzeugen können. Dass Frontmann Johnny Hawkins zudem mit Sex-Appeal lockt, ist unbestritten. Sein nackter Oberkörper, der auch immer in den schillerndsten Farben erstrahlt, ist einfach nett anzusehen. Dass er es gerne etwas luftiger hat, merkt man aber auch daran, dass er das Set barfuß bestreitet. Bei den Temperaturen verständlich. Der Abschlusssong This Is The Time (Ballast) wird am Ende des Steges mit Trommeln von der Band zelebriert – super Set, super Stimmung und das schon um 15:40 Uhr.

Während sich noch Poppy, Jerry Cantrell, Gründer von Alice In Chains und Awolnation für ihre Auftritte feiern lassen, steht für uns als Nächstes ein wahrer Klassiker an: Apocalyptica geben ihr Cello-Set auf der Red Stage um 18:45 Uhr zum Besten, das so im Metalbereich einmalig ist.
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums zu ihrem Debütalbums Apocalyptica Plays Metallica By Four Cellos gibt es auch heute Metallica-Songs vom Feinsten, darunter die Remastered-Versionen von Battery und Seek And Destroy und die neu eingespielte Version von Nothing Else Matters sowie natürlich Master Of Puppets und One. Spielfreudig und voller Energie zeigen die Finnen immer noch, was sie am Cello draufhaben – und das nach über 30 Jahren. Während Eicca Toppinen und Paavo Lötjönen seit Anfang an mit dabei sind, wurde der Dritte im Bunde ab 2002 durch Perttu Kivilaakso ersetzt. Apocalyptica, große Metallica-Fans, sehen es als große Ehre, die Songs ihrer Vorbilder auf ihre Art präsentieren zu dürfen und freuen sich auf die „Momente, die sie an diesem Tag mit ihren Fans teilen“. „Österreich ist für sie schon immer ein guter Spielort“, so Toppinen und Werbung für zukünftige Konzerte und ihr kommendes, 10. Album dürfen natürlich auch nicht fehlen. „Denn unser Publikum kann sich nicht sicher sein, was es bei unserem Set erwartet – denn wir sind frei, in dem, was wir spielen“. Mit tosendem Applaus werden die finnischen Ausnahmespieler verabschiedet und der heimliche Headliner des Abends, Motionless In White, macht sich schon warm.

Und damit auch der erste Stresstest des Abends für die Securitys, die leider etwas überfordert von der tobenden Menge bei den US-Metalocorejungs sind. Motionless liefern, wie gewohnt, musikmäßig mal wieder bestens ab, machen wieder viele Mädchenherzen glücklich und richten viele liebe Worte an ihre Fans, die sie minutenlang enthusiastisch feiern. Selbst Frontmann Chris ist sichtlich gerührt von so viel Euphorie, bezeichnet den Gig am Nova Rock „als einer ihrer besten Auftritte jemals“, bedankt sich bei den Fans „dass sie ihren Traum auf der Bühne wahrgemacht haben“ und schickt noch ein liebevolles „I love you“ hinterher – wir dich auch Chris! Dass sich die Band wie der Headliner fühlt, ist unbestritten. Der Platz ist übervoll und nur die Jungs können heute Linkin Park in puncto Besucheransturm Paroli bieten. Die Songauswahl passt auch – darunter Necessary Evil, Thoughts & Prayers, Masterpiece, Abigail, Sign Of Life, Voices, Meltdown, Soft und Death March – ein super Auftritt von einer der gerade angesagtesten Metalcore-Bands. Mittlerweile ist es 21:40 Uhr.
Während sich das Publikum zum einen schon einen Platz bei Linkin Park sichert, hören wir uns noch In Flames von 22:10 bis 23:25 Uhr an. Deutlich leerer ist es vor der Bühne geworden, aber die wahren Fans des Melodic Death Metals sind natürlich bei den Schweden geblieben, die ihr Set mit viel Spielfreude rüberbringen und den Fans immer wieder für ihre Treue danken. „You make our Dream comes true“, ruft Sänger Jesper Strömblad begeistert in die Menge und feiert diese für ihr Durchhalten bei der Hitze, die vor Ort herrscht. Und das seit zwei Tagen. Die, die bei In Flames bleiben, bekommen den satten Sound, den sie erwarten und die Hits der Band um die Ohren geschlagen – und das garantiert direkt vor der Bühne ohne endloses Warten: The Great Deceiver, Deliver Us, Cloud Connected, Trigger, Only For Week, Alias, I Am Above, Take This Life sind ein paar der Reißer aus der Songauswahl. Wie immer toll, wie immer gut anzuhören – obwohl es von der Soundqualität ein paar Abzugsnoten gibt – da hat Rock Im Park eindeutig die Nase vorn.

Von Weitem schauen wir dann auch mal bei Linkin Park vorbei – der Platz, natürlich, übervoll. 60.000 Fans wollen live sehen, wer das Erbe von Chester am Mikro der US-Band angetreten hat. 7.000 Tagestickets nur für den Donnerstag verkauft – so was gab es in der 19-jährigen Geschichte des Nova Rocks noch nie. Das Publikum – eine Mischung aus Interesse, Neugier und wahrer Fanliebe. Der Auftritt: Viel Technik (50 Tonnen Equipment), viele Licht-, Laser- und Soundeffekte, LED-Cubes. Mike Shinoda, wie immer der Mann für die Ansagen, bedankt sich für die positiven Reaktionen ihrer Musik in Österreich. Dort ist das aktuelle Album immer noch in den Top 40 und war sieben Wochen auf Platz 1. Denn noch immer ist Sängerin Emily Armstrong nicht ganz unbestritten und auch bei ihrem Auftritt sind die Reaktionen geteilt. Ein Teil feiert die Sängerin, die seit letztem Jahr für die stimmliche und stimmgewaltige Performance für Linkin Park sorgt, die Pro-Chester-Fraktion kritisiert den zu leisen Sound, der die Musik der Nachbarbühne herüberweht, eine Frontfrau, die meist nur am Mikroständer hängt und deutlich mehr Sicherheit in der Präsentation der aktuellen Songs wie Emptiness Machine, Heavy Ist The Crow oder Up From The Bottom zeigt. Die alten Klassiker New Divide, Crawling, Burn It Down, Numb oder In The End werden eh von den Fans hauptsächlich gesungen, sodass Emily sich da leicht zurücknehmen kann. Trotz allem ein gelungener eineinhalbstündiger Auftritt, vor allem für die Fans der Band.
Die wahren Cradle Of Filth-Fans haben sich natürlich bei den Fürsten der Dunkelheit eingefunden, die ihre Fans dafür feiern, dass sie bei ihnen und nicht bei Linkin Park sind. Brutalen, melodischen Highspeed-Metal in perfektem Sound bekommen diese dann auch zu hören und einen gutgelaunten Dani Filth, der immer noch auf Gruseloutfits und Horrorszenarien setzt – und das auch nach 34 Jahren. Aber der Erfolg gibt ihm Recht, sodass auch er mit seinem Set wenigstens ein paar Hundert Fans glücklich machen kann.
Tag drei, Freitag, ist für uns der Goodfeel-Music-Tag, den wir mit Amaranthe und Airbourne starten.

Während die schwedisch-dänische Band Amaranthe um 15:30 Uhr mit ihrem Melodic-Death-Metal-Programm die Zuschauer gut abholt und Songs wie Fearless, Viral, The Nexus oder That Song zum Besten gibt, supporten Elize und ihre Jungs zugleich ihre neue CD The Catalyst. Um 18:05 Uhr wird es etwas wilder, was hauptsächlich an Sänger und Gitarrist Joel O’Keeffe liegt. Die australischen Hardrocker lassen die alten Zeiten wiederaufleben, bringen den Spirit von AC/DC rüber und haben die Menge, die sich schon zahlreich versammelt hat, mit Ready To Rock, Too Much Too Young, Back In The Game, Gutys oder It’s All For Rock ’n‘ Roll gut im Griff – so gut, dass Joel mit den Fans nicht nur die Becher, die sie ihn zuwerfen, wieder zurückwirft, sondern auch ein Bad in der Menge nimmt!
Mit Gute-Laune-Musik und entspanntem Zuschauen ist es spätestens mit Lorna Shore zu Ende. Die Deathcore-Jungs aus New Jersey brennen förmlich die Bühne mit ihrer Pyrotechnik nieder – und musikalisch hauen sie einen Hammer nach dem anderen raus: Cursed To Die, Of The Abyss, Welcome Back, Into The Earth, Oblivion oder Hellfire. Will Ramos ist begeistert „To be here on Nova Rock“ und dass er erneut mit der Band hier die Bühne rocken darf. Seit 2021 ist der charismatische Sänger am Mikro bei Lorna Shore und beeindruckt nicht nur mit seiner Stimmkraft, sondern auch mit viel Präsenz auf der Bühne. Eigentlich schon fast Headliner-würdig.

Wer das noch toppen kann? Natürlich der Headliner des Tages, die US-Boys von Slipknot, die um 21:40 Uhr starten. Während bei Lorna Shore die Bühne brennt, bebt bei Slipknot der Boden. Aber nicht wegen eines Erdbebens, eher vom Hüpfen und Pogen der Fanmassen, die sich vor der Bühne und darüber hinaus versammelt haben. Corey gibt nur kurze Ansagen von sich – und das ist gut so: Denn die Fans wollen natürlich die Kracher der Bands, die sie bekannt gemacht haben, aber natürlich auch aktuelle Songs: Pepole = Shit, Wait And Bleed, Nero Forte, Yen, Psychosocial, The Heretic Anthem oder TheDevil In I lassen die Fans ausrasten. „It‘s a Honour to be here“ – und uns ist es auch eine Ehre, Slipknot! Wir sind gerne deine „Mother Fuckers“ und rocken mit dir, was das Zeug hält. Auch wenn der Clown aus familientechnischen Gründen leider nicht mit dabei sein – trotzdem gibt es von den Jungs den totalen Abriss. Headliner-Rolle erfüllt, check!
Zum Ausklang der Nacht dürfen noch Powerwolf aus Saarbrücken ran. Es gibt doch noch einige, die sich das Set von 23:55 bis 1:10 Uhr ansehen und mit den Wölfen zwar nicht heulen, aber mit ihnen feiern und sich ein tolles Set um die Ohren hauen lassen, bei dem Songs wie Army Of The Night, Amen & Attack, Dancing With The Dead, Heretic Hunters, Fire And Forgive und Blood For Blood nicht fehlen dürfen, sowie natürlich auch eine tolle Show, die jeden noch wachhält und sich sehen lassen kann und für die Powerwolf bekannt und beliebt sind. Erst nach ihrem Set entlassen sie die Fans in den wohlverdienten Schlaf!

Endspurt zum letzten Festivaltag, des Nova Rocks, bei dem die Fans noch erstaunlich gut drauf sind und voller Begeisterung und Euphorie sprühen – im Gegensatz zu uns, die eigentlich froh sind, auch mal wieder nach Hause zu kommen.
Den Anfang für uns macht heute die Mittelalter/Folkrockband Versengold, die den Leuten schon um 13:50 Uhr ihre Energie abverlangt und „Spaß und Eskalation“ ausruft. So mancher Scherz kommt den Spielmannsleuten auch leicht von den Lippen und blaue Riesenbälle sowie einen kontaktfreudigen Bassisten, der sich unters Volk mischt, haben sie auch dabei – und natürlich auch ihre größten Erfolgslieder wie Hoch Die Krüge, Thekenmädchen, Kobold Im Kopp oder Die Letzte Runde.
Die war es bei Versengold um 14:30 Uhr, aber auf dem Nova Rock war noch lange nicht die letzte Runde. Schlag auf Schlag gaben sich nach den Bremer Mittelalterjungs Imminence (15 Uhr) und Landmvrks (16:30 Uhr) das Mikro in die Hand. Während Imminence bei ihrem Post-Metalcore-Programm mehr musikalische Finesse in ihren oftmals ruhigeren Stücke haben – Desolation, Dead By A Thousand Cuts oder The Black z.B. – bzw. auf die Stimme ihres charismatischen Sängers und Violinisten Eddie setzen, halten Landmvrks mit viel Energie, Power und starken Metalcore-Hymnen dagegen, die sie unters Volk bringen. Hammerhart, was die Jungs aus Frankreich da abziehen, trotz ihres jungen Alters und ihrer erst 11-jährigen gemeinsamen Spielzeit. Bei ihnen ist die Red Stage am Nachmittag schon restlos voll und es wird bei Creature, Death, A Line In The Dust, Visage, Sulfur oder Scars wie wild gepogt und gefeiert. Die Nummer Say No Word bestreiten sie sogar zusammen mit Paleface Swiss, die wir uns danach um 18:35 Uhr auf der Red Bull Stage ansehen, der kleinsten Bühne des Festivals.

Die Schweizer, die sich selbst als „noch kleine Band sehen“, wollen, dass die Fans heute alles geben – also auch Moshpit, Wall of Death und Crowdsurfer. Bei dem kleinen Platz – schier unmöglich. Aber nur fast. Paleface Swiss kriegen es hin. Die Jungs überzeugen mit Deathcore vom Feinsten und Sänger Marc gibt am Mikro einfach alles. Für mich, neben Boston Manor, DIE Entdeckung auf dem Nova Rock. Die Feuersäulen hätte es bei der Hitze nicht gebraucht, es ist auch so heiß genug bei Liedern wie Hatred, Supressing Times, Nail To The Tooth, The Gallow oder Please End Me.
Danach habe ich mich eigentlich auf die schwedische Post-Hardcore Band Adept gefreut – leider die Enttäuschung des Festivals für mich. Die Band wirkt eher lustlos bei ihrem Set, das ständig aufgrund technischer Probleme unterbrochen wird, die Bandmitglieder – außer Sänger Robert Ljung, der wie wild über die Bühne fegt – zeigen wenig Spielfreude und Fankontakt ist eh gleich null. Vor 14 Jahren waren die Schweden schon mal auf dem Nova Rock und freuen sich, dass „alles beim Gleichen geblieben ist“. Wohl bei euch, Adept? Schade, mit dem Potenzial müsste eigentlich musikalisch mehr drin sein. Wenigstens mein Lieblingslied At Least Give Me My Dreams Back, You Negligent Whore! spielen sie zum Schluss.

20:45 Uhr ist es mittlerweile und Skillet, die ich leider verpasst habe, müssen die Red Stage ganz schön gerockt haben, was man an den Menschenmassen sieht, die herausströmen.
Wir freuen uns jetzt auf Heaven Shall Burn, die aufgrund von Markus Krankheit gesanglich auf die liebe Britta von Hiraes zurückgreifen müssen. Für uns eine Win-Win-Situation. Wir lieben Heaven Shall Burn und Hiraes und freuen uns auf das Set, das es in dieser Form wohl nicht mehr geben wird, „außer, wenn wir Britta behalten“, so Gitarrist Maik mit einem Grinsen. Wir hätten nichts dagegen. Schon bei der Ankündigung von den HSB-Mitgliedern an die Menge beim Beginn des Sets um 21:35 Uhr, dass Britta heute am Mikro ist und man „sie weich betten soll“, entbrennt großer Jubel in der Menge, die leider nicht so zahlreich wie die anderen Tage vertreten ist. Ein Teil wird sich bei Wanda befinden oder sich schon einen Platz bei Electric Callboy, dem Headliner des Tages, sichern.

Umso mehr Platz für uns und die Fans, die sich über ein tolles Set in Heaven Shall Burn-Manier freuen und wenn man nicht genau hinschaut, könnte das auch Markus sein, der da oben steht. Gesanglich braucht sich Britta nicht verstecken, die Menge mosht und pogt und auch die Crowdsurfer kommen hinterher. Maik ruft zum Meere retten bei Hunters Will Be Hunted auf und natürlich gibt es auch Awoken, Endzeit, Voice Of The Voiceless, Übermacht, Corium, Combat und Black Tears zu hören – und das gleich zweimal (auch noch mal als Zugabe). Mega war’s, danke für deinen Einsatz, Britta!
Fehlt nur noch Hypa Hypa – die Götter des Elektro-Metals sind da. Die Metalcore/Trancecoreband aus Castrop-Rauxel, Electric Callboy, an der keiner vorbeikommt und die Mainstream so gekonnt mit Metal mischt, dass auch das Publikum entsprechend vertreten ist. Eingangssequenz: Fan im Fahrstuhl, der Licht, Sound, Pyros und Stimmung testet – erinnert ein bisschen an Bring Me The Horizon. Sonst aber nichts mehr. Die schmissigen Ansagen von Kevin und Niko über die Zunge und was man damit macht, sorgen genauso für Lacher wie die Ankündigung, dass alle Kinder, die auf dem Nova Rock gezeugt werden, Kevin heißen sollen. Ist klar. Die Fans hüpfen, tanzen, pogen, der Boden bebt, Crowdsurfer inklusive – wir sind alle im Electric Callboy-Fieber und feiern zu Elevator Operator, Spaceman, Revery, Hate/Love, Everytime We Touch, Hurrikan, MC Thunder oder RATATATA. Ruhiger wird es bei dem Cover von Crawling (Linkin Park) oder I Want It That Way. An Pyro, Lichtshow, Luftschlangen wird auch nicht gespart und mit einem Feuerwerk endet der Gig um 1 Uhr. Danke Nova Rock, schön war’s – wir kommen wieder!!



