Presented by TFM.rocks: Latscho-Festival, Latscho Metal zwischen den Jahren, am 29.12.2019 im Juz Live Club Andernach

Ey, alles gut zwischen den Tagen bei dir?

Eventname: Latscho-Festival, Latscho Metal zwischen den Jahren

Bands: Rage, Steel Engraved, Gloryful, Reternity

Ort: Juz Live Club, Stadionstr. 88, 56626 Andernach

Datum: 29.12.2019 (Einlass: 18:00 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr)

Kosten: VVK 24,00 € (zzgl.VVK-Gebühr außerhalb Juz), AK 30,00 €

Besucher: ca.300

Genre: Heavy Metal, Power Metal

Veranstalter: JUZ Live Club https://juz-live-club.de/ und A Chance For Metal https://www.acfm.info/

Link: https://www.facebook.com/events/a-chance-for-metal/latscho-festival-rage-steel-engraved-gloryful-reternity/1409995135809783/

Setlisten:

Reternity

  1. Intro/Last Days Of War
  2. Down. Not. Broken
  3. Facing The Demon
  4. I Love The Night
  5. Singularity
  6. Tomorrow’s History
  7. All Grey
  8. Antisocial

Gloryful

k.A.

Steel Engraved

  1. Where Shadows Remain
  2. Generation Headless
  3. The Oppressed Will Fly
  4. Rebellion
  5. One By One
  6. Slave To Yourself
  7. Searching For Regret
  8. Solitary Mission

Rage

  1. Intro/The Devil Strikes Again
  2. Season Of The Black
  3. Shadows Out Of Time
  4. True
  5. End Of All Days
  6. Back In Time
  7. Black In Mind
  8. Let Them Rest In Peace
  9. Shame On You
  10. Don’t Fear The Winter
  11. Straight To Hell
  12. Higher Than The Sky

Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu. Da steht im JUZ in Andernach noch das Latscho Metal Festival an (mal schauen, ob das eine neue Eventreihe in Andernach wird). Für uns ist in Andernach freundlicherweise wieder die liebe Judith am Werke. Hier ihr Bericht, die tollen Bilder vom Festival sind auch von ihr!

Das alte Jahr faul auf dem Sofa liegend, mit zu viel Weihnachtsgans und Christstollen im Bauch, abschließen?

Keine gute Idee, dachten sich die Macher von A Chance For Metal und haben sich in Kooperation mit dem JUZ Live Club eine Rehamaßnahme für träge Metaller einfallen lassen, das Latscho Metal Festival!

Wobei hier der Begriff „Latscho“ aus dem Kowelenzer Platt kommt und soviel wie „bestens, vortrefflich, geil“ bedeutet.

Für dieses Vorhaben konnte man vier befreundete Bands der Stilrichtungen Heavy-, Speed-, Power Metal begeistern: Reternity aus Heilbronn, Gloryful aus Duisburg, Steel Engraved aus Grafenau und als Headliner die Herner Metal-Institution Rage.

Überhaupt scheint das heute eine Veranstaltung mit familiärem Charakter zu werden. Mit ca. 300 zahlenden Gästen ist das JUZ gemütlich gefüllt, und es sind auffallend viele Metalfans aus der näheren Umgebung anwesend. Das hat bestimmt damit zu tun, dass Rage Frontman Peavy hier noch viele alte Bekannte hat, aus seiner Zeit im Westerwald Ende der 80er Jahre.

Pünktlich um 19:00 Uhr startet dann der letzte metallische Act für das Jahr 2019 im Juz Andernach mit der relativ „jungen“ Formation Reternity aus Heilbronn, die es erst seit 2018 gibt. Allerdings ist Sänger Stefan Zörner kein Neuling am Mikro, so war er schon bei Lanfear, SpiteFuel und Strangelet für den Gesangspart zuständig. Neu ist allerdings die Frisur, als Kurzhaardackel bezeichnet er sich gut gelaunt selber. Auffällig ist auch, dass die Band heute auf ihren Bassmann verzichten muss, und der Drummer, mit dem sie genau „null“ mal geprobt haben, ist die zweite Änderung im Line-Up für heute. Das hält die sympathischen Süddeutschen aber nicht davon ab, einen spielfreudigen Gig abzuliefern, der eine tolle Einstimmung in den weiteren Abend ist.

Weiter geht’s nach kurzer Umbaupause mit Gloryful aus Duisburg. Sänger Johnny La Bomba sieht auf den ersten Blick nicht wie ein klassischer Metal-Shouter aus, aber holla, der Mann hat eine tolle Stimme, die er sehr variabel einzusetzen versteht. Dazu legt er einiges an Strecke auf der Bühne zurück und sucht immer wieder mit dem Ruf „Prost ihr Säcke“ den Kontakt zum Publikum, dass auch jedes mal begeistert mit „Prost, du Sack“ antwortet. Auch der Rest der Band präsentiert sich sehr spielfreudig, besonders Gitarrist Adrian Weiss überzeugt doch immer wieder mit kleineren Einlagen, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu spielen.

Auch nach diesem Auftritt blicke ich nur in zufriedene Gesichter, offensichtlich geniest hier jeder Anwesende den Abend, und zwei Hochkaräter sollen ja noch folgen.

Der Bandname Steel Engraved lässt es ja schon erahnen, jetzt soll es doch eine Spur epischer werden. Und schon der Opener Where Shadows Remain vom aktuellen Album, welches 2018 auf den Markt kam, bietet amtlichen Power Metal vom Feinsten. Dabei macht die Band einen erstaunlich professionellen Eindruck, immerhin kann sie ja auch auf einige Referenzen verweisen. So waren sie schon mit Circle II Circle, Iced Earth und Vicious Rumors auf Tour und gaben den Support u.a. für Edguy und Accept. Der Mann hinter dem Mikro, Marco Schober, liefert eine reife Leistung ab, stimmlich immer auf der Höhe, aber auch Mimik und Gestik unterstreichen eindrucksvoll den hymnenartigen Charakter der Songs. Besondere Erwähnung verdient heute noch Drummer Jaroslav Rod, der mit Krücken und Kniebandage auf die Bühne kommt, dabei trommelt, was das Zeug hält, was seinem Gesichtsausdruck nach bestimmt nicht schmerzfrei erfolgt. Respekt für so viel Einsatz!

Nach diesem gelungenen Auftritt jetzt schnell noch ein alkoholfreies Getränk genießen, bevor der Headliner des Abends loslegt.

Auf Rage bin ich dann heute auch besonders gespannt, denn obwohl die Band in der aktuellen Besetzung schon knapp fünf Jahre zusammen ist, habe ich sie so noch nicht live gesehen.

Angekündigt ist ein Set old vs. new, immerhin soll ja im Januar 2020 das neue Album Wings Of Rage erscheinen, für das man ja bei der Gelegenheit noch mal kräftig die Werbetrommel rühren kann.

So stürmt das Trio nach Abklingen des Intros auf die Bühne, wird mit begeistertem Applaus begrüßt, legt mit The Devil Strikes Again vom gleichnamigen, 2016 erschienenem Album, ordentlich los und lässt mit Season Of The Black gleich noch einen Song der aktuellen Ära folgen, bevor dann mit Shadows Out Of Time ein erster Klassiker dran ist.

Ich muss feststellen, so ein Besetzungswechsel innerhalb einer Band kann eine richtige Frischzellenkur sein. Die beiden „Neuen“, Gitarrist Marcos Rodriguez und Schlagzeuger Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos scheinen Sänger und Bassisten Peter „Peavy“ Wagner einen richtigen Kick nach vorne verpasst zu haben.

Lucky, den ich sonst als Sänger von Tri State Corner kenne, entpuppt sich als Irrwisch hinter seinem Schlagzeug und treibt die beiden anderen Bandmitglieder mit seinem druckvollen und engagiertem Spiel vor sich her.

Auch Marcos Rodriguez ist ein echter Könner an den Saiten: moderne Riffs, filigrane Soli, alles beherrscht der Mann. Dass er darüber hinaus auch ein wirklich guter Sänger ist, darf er mit einer kleinen Dio/Holy Diver Einlage auch unter Beweis stellen.

Und dann ist da ja noch Rage-Urgestein Peavy, den ich wirklich schon mit einigen unterschiedlichen Mitstreitern erlebt habe, wenn er sein Publikum mit einem gut gelaunten „Hallo Freunde“ begrüßt, muss es ein guter Abend werden. Sein Gesang, vielleicht nicht unbedingt der beste, dafür aber unverwechselbar im Metalzirkus, hat auch nach Jahrzehnten nichts an Stimmgewalt eingebüßt. Dazu beackert er seinen Bass wie ein Schwerarbeiter, es macht definitiv Spaß, da zuzuschauen.

Zwei Songs des neuen Albums, True und Let Them Rest In Peace, mischen sich unter alt bekannte Weisen wie End Of All Days“, Black In Mind und Shame On You, bevor dann gegen 23:30 Uhr mit den unvermeidlichen Klassikern Don’t Fear The Winter, Straight To Hell und Higher Than The Sky zum Finale geblasen wird.

Fazit: Das Aufrappeln vom Sofa hat sich voll und ganz gelohnt, vielen Dank dem A Chance For Metal Team für diesen Latscho-Abend, das war ein würdiger Abschluss des Konzertjahres.

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