Reality Grey – Beneath The Crown

Moderner und melodischer Death Metal, Metalcore und italienische Kreativität

Artist: Reality Grey

Herkunft: Italien

Album: Beneath The Crown

Spiellänge: 56:56 Minuten

Genre: Melodischer Death Metal

Release: 07.05.2021

Label: Blood Blast Distribution

Link: https://realitygrey.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Tommy
Gitarre – Anto
Gitarre – Albo
Bassgitarre – Alex
Schlagzeug – Francesco Inchingolo

Tracklist:

  1. Legion (Intro)
  2. Fade In Fear
  3. Kings Of Nothing
  4. Preachers Of Hatred
  5. Daybreakers
  6. Powerblast
  7. Multidimensional Hollow
  8. The Fury
  9. Dreaming
  10. Reascent
  11. Beneath This Crown
  12. Indelible Stains
  13. The Void

Von dieser italienischen Band habe ich bis dato noch nichts gehört und bezweifle auch, dass ich in Zukunft das Geschehen der Band verfolgen werde, obwohl das Zeug wirklich gut ist. Nur ist es eben nicht meine Art der Musik. Seit 2004 sind die Burschen jetzt bereits unterwegs und hauen nun ihr viertes Album heraus, via Blood Blast Distribution. Eine Firma, die eng mit Nuclear Blast in Zusammenhang steht. Damit wird die Band einen guten Sprung nach vorne machen, das Zeug dazu hat sie auf jeden Fall.

Das Label hat der Band genügend Zeit zu Verfügung gestellt und diese hört man auch deutlich heraus, denn das Ganze klingt sehr experimentierfreudig, aber im positiven Sinne. Ausnahmsweise möchte ich mal nicht auf alle Songs eingehen, sondern picke mir ein paar heraus.

Los geht es mit Preachers Of Hatred. Hier geht es gleich zu Beginn in die Vollen. Schneller, melodischer Death Metal wird geboten. Geiler, melodischer Death Metal, straight in your Face. Passt. Die Vocals sind screamig und brutal. Nach zwei Minuten verlässt man diesen Pfad, liefert ein Solo ab und wechselt die Geschwindigkeit. Die Vocals bleiben aggressiv, aber auch teilweise clean, dann nimmt man das Tempo ganz raus und baut den Song noch einmal ganz langsam auf. Die Vocals sind aber immer noch aggressiv. Die Parts sind aber eher im Metalcore anzusiedeln, ganz klar.

Daybreakers fängt verträumt an, begibt sich dann auf eine melodische Reise und geht sofort in die Metalcoreschiene, mit abgehackte Parts im Schlepptau. Die Vocals singen rhythmisch auf diese Parts und zack, bin ich raus. Im Hintergrund erklingen Keyboardklänge und es wird sehr atmosphärisch. Dafür verwendet man Cleanvocals. Dann wieder dieser Metalcorepart mit modernen, melodischen Elementen und eben den Cleanvocals. Nee, kann ich nicht wirklich etwas mit anfangen. Obwohl die Kombination Cleanvocals und screamige Vocals ganz fett klingt. Technisch agieren die Burschen auf ganz hohem Niveau, keine Frage, aber das ist nicht meine Baustelle. Auch die Melodie, die als Solo vorgetragen wird, ist ganz geil, aber diese würde mir in einem melodischen Death Metal Konzept besser gefallen.

Soviel zu meinen Vorlieben. Nüchtern und objektiv betrachtet muss man aber sagen, dass die Burschen es echt drauf haben, keine Frage und sicherlich auch genügend Leute damit ansprechen werden.

Powerblast z.B. kommt eigentlich auch ganz aggressiv aus den Boxen gekrochen, die Vocals sind sehr aggressiv, aber eben auch Metalcorelastig. Das Riffing gefällt mir persönlich ganz gut, ist mir aber zu modern ausgelegt.

Da ich die Vorgängeralben nicht kenne, kann ich die Weiterentwicklung, von der die Band selber spricht, nicht beurteilen. Beneath This Crown hört man aber definitiv an, dass es von einer gereiften Band stammt. Musiker, die Einflüsse zulassen, sich aber weiterhin im melodischen Death Metal sehr zu Hause fühlen. Der von mir nicht so geliebte Metalcore verleiht der Band einen ganz modernen Anstrich und das ist für mich leider ein Problem. Klar verarbeiten sie auch progressive Klänge, die finde ich aber eher fördernd und nicht störend. Auch die Keyboardpassagen, die mit eingebaut werden, unterstützen das Konzept der Band eher und bringen die Band nach vorne. Kommt dann sehr atmosphärisch rüber. Selbst die spacigen Sequenzen, die hier und da eingebaut werden, finde ich noch okay (man hört, dass er während des Schreibens der Stücke eine Menge Soundtracks von Sci-Fi-Filmen gehört hat), aber die Metalcoreparts und die cleanen Vocals finde ich dann persönlich schwierig zu hören. Dieses ist aber definitiv ein Problem des Reviewers und nicht der Band. Das Album selber ist echt nicht schlecht, objektiv betrachtet und die Produktion ist zwar modern, aber absolut drückend und fett.

Reality Grey – Beneath The Crown
Fazit
Die Mischung aus modernem, melodischem Death Metal und Metalcore dürfte besonders Fans von Soilwork, As I Lay Dying, Scar Symmetry, Lamb Of God oder Unearth gefallen. Meinen Geschmack trifft es nicht, aber trotzdem ist es ein gelungenes Album. <br<
Anspieltipps: Fade In Fear und Preachers Of Hatred
Michael E.
8
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
8
Punkte
Weitere Beiträge
Staind – Live: It’s Been Awhile