Sólstafir – Berdreyminn

“Ein neues Meisterwerk ist im hohem Norden geboren!“

Artist: Sólstafir

Herkunft: Reykjavík, Island

Album: Berdreyminn

Spiellänge: 57:25 Minuten

Genre: Atmospheric Rock ‚N Roll, Shoegaze Metal

Release: 26.05.2017

Label: Season Of Mist

Link: https://www.facebook.com/solstafirice/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Aðalbjörn Tryggvason
Gitarre – Sæþór Maríus Sæþórsson
Bassgitarre – Svavar Austman Traustason
Schlagzeug – Hallgrímur Jón „Grimsi“ Hallgrímsson

Tracklist:

  1. Silfur-Refur
  2. Isafold
  3. Hula
  4. Naros
  5. Hvit Saeng
  6. Dyrafordur
  7. Ambatt
  8. Blajall

Das Cover spricht mehr als tausend Worte. So möchte ich den Einstieg in das einstündige Berdreyminn beginnen. Seit Köld von vor acht Jahren sollten spätestens die Isländer Sólstafir ein Begriff sein. Im gleichen Jahr zocken die Rocker das Party.San als absolute Exoten und sorgen für offene Münder und können das extreme Metal Festival ohne Probleme überzeugen. Svartir Sandar, das erste Album unterm aktuellen Label Season Of The Mist gilt als die Number Of The Beast der Band, die man kaum noch toppen kann. Mit den großen Erwartungen wurde das letzte Langeisen Otta fertig, ohne die ganz großen Highlights zu setzen. Nicht weniger erwartungsvoll bleibt die Anhängerschaft beim neuen Berdreyminn, welches es bis in die Top 30 der Deutschen Album Charts geschafft hat.

Sólstafir erschaffen Klangwerke in einer Zeit, wo man neuen Bands gar nicht mehr zutraut, dass sie einen ganz eigenen Weg beschreiten können oder gar noch einem eigenen Genre Leben einhauchen können. Das ist dem Quartett aus Island ohne Zweifel gelungen. Mit Gänsehautfeeling geht es ins sechste Album, das mit Silfur-Refur startet. Die Gänsehaut von Svartir Sandar packt einen direkt beim Arm, die Unbefangenheit von Köld holt einen direkt ein, und die musikalische Weiterentwicklung von Otta ergreift den Hörer direkt zu Beginn. Wow! Ich muss ganz persönlich sprechen, alles andere haben die acht brillanten Einspielungen nicht verdient. Derart schnell umgehauen zu werden, ist wie ein Tiefenrausch, wenn man die Orientierung verloren hat und nicht mehr weiß, in welche Richtung man zur rettendenden Meeresoberfläche schwimmen muss.

Aðalbjörn Tryggvason setzt die Vocals perfide emotional, dass man gar nicht anders kann, als die Droge Sólstafir aufzusaugen. Das haben nicht nur Rocker sondern gleichermaßen die Metalheads erkannt, die als treue Bande hinter den Skandinaviern stehen. Wie ein roter Faden warten Isafold, Hula und Naros hinterm Nebel, der, wie das Cover schon zeigt, viel Platz zum träumen lässt. Der Bass drückt, der Gitarrensound schiebt einen wie eine bösartige Lawine vor sich her. Unglaublich komplex mit immer wieder eingeschobenen großartigen Höhepunkten avanciert, man kann es kaum glauben, Berdreyminn zur ernst zu nehmenden Konkurrenz von Svartir Sandar. Dieses Werk als Number Of The Beast Quervergleich kann man Berdreyminn nur zur Fear Of The Dark machen. Es gibt keinerlei Schwächen, eine Stunde Shoegaze Metal, Progressive Rock, Folk Metal oder wie auch immer man die vier Männer eingruppieren, möchte auf Weltklasseniveau. Egal ob Hvit Saeng, Dyrafordur, Ambatt und der abschließende Blajall, alles passt zusammen ergibt ein großes Ganzes, was einen unermüdlichen Suchtfaktor heraufbeschwört.

Fazit: Masterpiece! Sólstafir bleiben eine Liga für sich in einem Genre, welches sie leben, lieben und authentisch zelebrieren. Völlig zurecht konnten sie in unserer Rebublik die Charts entern und haben ein Album erschaffen, das in diesem Jahr nur schwer vom Thron gestoßen werden kann. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte mal volle Punktzahl für ein Album geben durfte. Umso erfreulicher, dass Sólstafir die Marke wie selbstverständlich an sich reißen!

Anspieltipps: Hula und Hvit Saeng
Rene W.
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