Steingrab – Malum Genesis

Der leere Raum vom Mahr

Artist: Steingrab

Herkunft: Darmstadt, Deutschland

Album: Malum Genesis

Spiellänge: 43:06 Minuten

Genre: Atmospheric Black Metal

Release: 12.12.2020

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/Steingrab/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Schlagzeug – Mahr

Tracklist:

  1. Unten
  2. Kain
  3. Sintflut
  4. Das Große Spektakel
  5. Gottes Gnade
  6. Stadt Des Schwefels
  7. Asche
  8. Die Abkehr Vom Licht
  9. 0

Seit über 12 Jahren produziert Mahr selbstständig Alben für Steingrab und bleibt damit gar nicht mal unbekannt. Er orientiert sich stark an dem gottähnlichen Musiker Varg und seinen selbstständigen Produktionen. So ist es jetzt schon wieder so weit, dass Steingrab das nächste Album veröffentlicht. Das letzte Album Atlantis wurde 2019 veröffentlicht und das Album davor im Jahr 2018, dies war der Nachfolger des Albums Mystik, welches 2017 erschienen ist. Mahr ist sehr produktiv und produziert in einer atemraubenden Geschwindigkeit, das Erstaunliche dabei ist die immer gleichbleibende Qualität, die keinesfalls darunter leidet.

In dem Album Malum Genesis vertont Mahr den Gedanken vom Leben nach dem Tod und unterbaut dies musikalisch gnadenlos. Düstere Gitarren und ein stures Schlagzeug erzeugen eine gespenstige Stimmung, die vom atemraubenden Gesang zerschossen wird. Wo Mahr Atmospheric draufschreibt, ist Atmosphäre drin. Die klirrenden Riffs bauen sich zu einem galaktisch großen Raum auf – der leer ist. Völlige Leere – beängstigend. Die Stimmung ergibt sich bei Steingrab nicht aus den Instrumenten und aus den Klangbildern, die produziert werden, sondern aus dem geschaffenen Raum, das ist eine sehr interessante Herangehensweise, die ich an Steingrab sehr schätze. Ich kenne die Band schon seit der dritten Langspielplatte Jahre Nach Der Pest und habe mich damals direkt in die Band verschaut. Man ist es normalerweise gewohnt, dass einem auf so einem Album viel geboten wird, das ist bei Mahr aber nicht der Fall, er reduziert die Instrumente und die Technik, die er einsetzen könnte, auf das Minimum, um den Hörer auf das Wesentliche zu richten. Problem dabei ist – da ist nichts. Während man in die Finsternis schaut, fällt einem der Text in den Rücken und man fällt in ein unendlich tiefes Loch. So lässt sich Steingrab und vor allem auch das neue Album Malum Genesis extrem gut beschreiben.

Sintflut ist für mich der Hauptsong auf der Platte, weil hier teilweise neue Elemente aufgegriffen werden, die Steingrab-untypisch sind. Schnelle Drums und donnernde Riffs bereiten einen hier auf die Hölle vor, die man nach dem Intro erwartet. Man wird also gewarnt, bevor man seinen Verstand verliert, was ungewohnt, aber sehr freundlich neuen Hörern gegenüber ist. Aber man darf sich hier logischerweise nicht komplett täuschen lassen. Mahr setzt seine Stimme gezielt ein und man hat das Gefühl, das man nicht mehr allein in seinem Zimmer sitzt. Mahr weiß, wie er seine Stimme verpacken muss, wie sie sich in die Musik einbinden lässt und das spricht für ein gutes musikalisches Verständnis, welches man bei Steingrab absolut raushören kann. Dies macht vermutlich Steingrab auch zu einer meiner Lieblingsbands in diesem Genre. Er weiß genau, was er will und wie er dies umzusetzen hat. Melodische Melodien kombinieren sich mit dämonischen Stimmen, die einen verfluchen, ohne dass man davon etwas mitbekommt – nahezu hypnotisieren. Bei Sintflut merkt man förmlich, wie das steigende Wasser langsam am Körper entlanggleitet und immer höher wandert, was sehr erschreckend ist. Wer so etwas musikalisch umsetzen kann, gehört meines Erachtens gefördert. Dennoch gibt es einen kleinen negativen Punkt, den man noch anbringen muss. Mir klingt das Album zu sehr nach den Vorgängern und ich hätte mir ein Album gewünscht, welches nicht direkt an Atlantis anknüpft, aber dies ist kein ausschlaggebender Punkt.

Steingrab – Malum Genesis
Fazit
Mahr hat hier eine gute Platte produziert, die hypnotisierend ist - sehr beängstigend. Die Platte lässt sich schon bei verschiedenen Aktivitäten hören, aber das Genre ist ja auch nicht dafür bekannt, dass die Menge headbangend vor der Bühne steht, sondern gemütlich mit dem Kopf mitnickt.

Anspieltipps Kain und Sintflut
Paul M.
7.2
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7.2
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