The Dead Daisies – Holy Ground

Die All-Star-Band räumt mit ihrem sechsten Full-Length-Studioalbum richtig ab

Artist: The Dead Daisies

Herkunft: Sydney, Australien

Album: Holy Ground

Spiellänge: 48:09 Minuten

Genre: Classic Rock, Hard Rock

Release: 22.01.2021

Label: Pty Ltd. / SPV

Link: http://thedeaddaisies.com/

Bandmitglieder:

Bass, Gesang – Glenn Hughes (Deep Purple, Black Country Communion)
Gitarre – Doug Aldrich (Whitesnake, Dio)
Gitarre – David Lowy (Red Phoenix, Mink)
Schlagzeug – Deen Castronovo (Bad English, Journey, Hardline)

Tracklist:

  1. Holy Ground (Shake The Memory)
  2. Like No Other (Bassline)
  3. Come Alive
  4. Bustle And Flow
  5. My Fate
  6. Chosen And Justified
  7. Saving Grace
  8. Unspoken
  9. 30 Days In The Hole
  10. Righteous Days
  11. Far Away

Der australische Gitarrist David Hillel Lowy ist das einzig verbliebene Gründungsmitglied der 2012 ins Leben gerufenen The Dead Daisies. Eigentlich als feste Gruppe gegründet, besteht die Band heute aus wechselnden Stars der Musikszene. Das nun erscheinende sechste Studioalbum kommt wieder mit einer neuen, hochkarätigen Besetzung daher. Hauptaugenmerk dürfte auf dem prominenten Neuzugang am Bass und Mikrofon liegen. Kein geringerer als „The Voice Of Rock“ Glenn Hughes, ehemals unter anderem bei Deep Purple, Black Sabbath oder Black Country Communion gibt sich die Ehre. An der ersten Gitarre steht Doug Aldrich (Whitesnake, Dio) und das Schlagzeug ist mit Deen Castronovo (Bad English, Journey, Hardline) ebenfalls prominent besetzt.

Die toten Gänseblümchen sind alles andere als tot. In steter Regelmäßigkeit flattert eine neue Veröffentlichung auf den Plattenteller. Derzeit tatsächlich eine pro Jahr. Nun also das nächste Full-Length Album der alternden Rockstars. Holy Ground – eine Anspielung auf ein kleines Musikfestival im Kreis Steinburg, 80 Kilometer von hier? Vielleicht, denn bestätigt sind sie beim Wacken Open Air noch nicht. Sollten sie aber, denn eine Get Out Of The House Tour durch Europa ist für diesen Sommer gleich mit angekündigt.

Das Album wurde von Ben Grosse im La Fabrique Studio in Südfrankreich produziert. Einen Vorgeschmack hat man ja bereits im letzten April mit der Single Unspoken und später dann mit der EP The Lockdown Sessions bekommen. Nun also das ganze Album. Die Erwartungen sind hoch, also rein in den Player. Was dann aus den Boxen quillt, ist der erste Oberhammer in 2021.

Die aktuelle Besetzung der Gänseblümchen

Bereits der Titelsong Holy Ground begeistert mit der feinen Stimme vom Altmeister Glenn Hughes. Mit einem Trommelwirbel startet der melodiöse, aber hammerharte Song. Ein Gitarrensolo der Extraklasse ist wie selbstverständlich in das Thema eingebracht.

Der nächste Titel Like No Other (Bassline) ist ein Song, der auf einem riesigen Groove aufgebaut ist. Bass und Schlagzeug dominieren, er gibt Glenn Hughes trotzdem viel Platz für seine Stimme und wieder einem Gitarrensolo von Doug Aldrich.

Come Alive strotzt vor Energie. Der Song wird wieder von einer Basslinie angetrieben und Glenns Verse verstärken den Rhythmus.

Es folgt Bustle And Flow, die zweite Single vom letzten September. Wieder hat der Song, wie soeben schon Come Alive, so einen Aerosmith-Swing und einen riesigen, fetten Sound.

My Fate nimmt dann erst einmal Gas weg. Die schwere Melodie bestimmt zwar den Song, die brachiale Geschwindigkeit ist aber reduziert. Hier wird auf das musikalische Detail geachtet. Ein Song, der mit jedem nochmaligen Hören mehr an Struktur und Fülle gewinnt.

Chosen And Justified fällt in seiner Art ebenfalls aus dem Rahmen. Ein Song im klassischen Rock’n’Roll-Style für große Bühnen. Beine und Kopf sind ständig am Arbeiten. Gespielt wird mit Tempo und Soundwechseln.

Saving Grace wird wieder einmal von Hughes bestimmt. Nicht nur die Stimme, sondern auch seine Basslinie prägen den Track. Es ist unmöglich, die Füße stillzuhalten.

Unspoken ist die erste Single, die im April 2020 veröffentlicht wurde und mit der man am meisten vertraut ist. Es ist ein klassischer, gitarrengetriebener Rocksong, der sofort die Lust weckt, ihn live zu hören.

Als Nächstes kommt 30 Days In The Hole, der auf jedem Album übliche Daisies-Coversong. Steve Marriott’s Humble Pie war der Urheber dieses mir bisher unbekannten Titels. Nachdem ich mir auch das Original ein paarmal zu Gemüte geführt habe, finde ich den modernen Sound gut. Es ist ein großartiges Cover, etwas flüssiger als das Original und etwas weniger voluminös. Es hat aber viele kleine Details, die es vom Original unterscheiden und so zu einem eigenen Song werden lassen.

Righteous Days ist der erste Song mit Glenn Hughes in dieser Band. Ursprünglich wurde der Song im Oktober 2019 veröffentlicht. Er wurde bei den ersten Sessions in den Sunset Sound Studios in Los Angeles aufgenommen. Der Song beginnt klassisch mit einer instrumentalen Hookline, bevor die dominante Stimme einsetzt. Wieder ein klassischer Rock’n’Roller, der die Geschichte der Band begründet. Wieder ein Zeichen, dass die Jungs alles andere als altes Eisen oder tote Blumen sind!

Waren bisher alle Titel zwischen knapp vier und knapp fünf Minuten lang, setzt Far Away mit über sieben Minuten den Schlusspunkt des Albums. Es ist eine sanfte, gefühlvolle Ballade, die zwischen sanften Versen und gefühlvollem Refrain wunderschön orchestriert ist. Wie man sich schon denken kann, bleibt es nicht dabei. Gekonnt ab der sechsten Minute werden die Gänge hochgeschraubt und die Instrumente frenetischer. Ein echter Schlusspunkt eines großartigen Albums!

The Dead Daisies versprühen auf diesem Album eine Menge Energie. Sie nutzen die Chance, allen zu zeigen, dass Rockmusik tatsächlich lebendig ist und nicht zum Auslaufmodell gehört.

Das Album wird wie üblich auf allen digitalen Kanälen erhältlich sein. Als physikalischen Datenträger wird es die CD im Digipack sowie in einer purple Vinyl-Ausgabe geben. Die Vorbestellungen im Shop der Bandpage laufen bereits.

The Dead Daisies – Holy Ground
Fazit
Energiegeladene Rocksongs, gnadenlose Groves. Was hier geboten wird, ist mehr als nur eine Spielerei alternder Rockstars.

Anspieltipps: Alle! Besonders herauszuheben sind vielleicht Unspoken, Holy Ground und Righteous Days
Norbert C.
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