The Legion:Ghost – With Courage Of Despair

“Genrefreiheit!“

Artist: The Legion:Ghost

Herkunft: Köln, Deutschland

Album: With Courage Of Despair

Genre: Modern Metal, Metalcore,

Release: 16.03.18

Label: NOIZGATE Records

Link: http://www.thelegionghost.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Kevin Kearns
Gitarre – Klaus Sommer
Gitarre – Uli Werner
Bass – Markus Ganzmann
Schlagzeug – Ben Overmann

Tracklist:

01. Discharged
02. No Happy End
03. Thy Will Be Done
04. The Counterweight
05. Xenophobia
06. Family Ties
07. Take Away My Scars
08. For The Greater Good
09. F60.0
10. Sex Up
11. Until The Day We Die
12. Swan Song

Manchmal kommt gute Musik auch aus näherer Ecke, als man glaubt: The Legion:Ghost aus dem Rheinland haben nun mit Courage Of Despair am 16. März 2018 ihre neuste Platte veröffentlicht. Versprochen wurde ein unter anderem verspieltes Album und bisher haben die Modern Metaler immer mit ihrem Stil punkten könnten. Gelingt dies auch Courage Of Despair oder bringt einen die Platte selbst zum Verzweifeln?

Der Opener Discharged nimmt sich eine kurze Zeit für ein Intro, in welchem sofort eine entsprechende Erwartungshaltung aufgebaut wird. Gesanglich bewegen sich die Jungs fast ausschließlich im Bereich der Growls und Screams, jedoch nie ohne dabei 100 % in die Vollen zu gehen, wodurch der Gesang dennoch eine sehr sanfte Wirkung hat und dabei fast schon reines Rock Feeling aufkommt. Die Emotionen kommen aber durchaus stärker an, was sich definitiv positiv beim Zuhörer festsetzt – und dennoch bietet Discharged Momente zum Eskalieren mehr als genug. Ja, ein verspielter Charakter zeigt sich schon jetzt.

No Happy End legt noch eine Schippe drauf was die Riffs und Härte angeht, die nun ein Level erreichen, das durchaus fast ein wenig an Bullet For My Valentine mit mehr Melodie und Cleans erinnert. Klingt seltsam ausgeschrieben, aber so ganz mag mein Gehirn noch nicht entscheiden in welche Schublade es The Legion:Ghost stecken will – definitiv ein gutes Zeichen! Insbesondere die Instrumentation gefällt, motiviert zum Bewegen, bewegt aber vor allem auch Emotionen. No Happy End nimmt sich auch ruhige und langsame Momente, die zusätzlich dazu beitragen.

Vom Konzept ganz ähnlich verhält sich Thy Will Be Done, wenn auch hier die Grenzen zwischen Gefühl und Härte klarer zu ziehen sind. Der Chorus erscheint mir persönlich beim ersten Anhören noch etwas gewöhnungsbedürftig, was wohl an dieser Stelle an der Stimmlage liegt, die noch nicht ganz harmonieren will. Sonst überzeugt Thy Will Be Done vor allem in seiner zweiten Hälfte, in welchem es The Legion:Ghost wunderbar gelingt, eine ansteigende Spannung aufzubauen.

Xenophobia punktet schon ab erster Sekunde mit einem Intro, welches wohl auf einem Festival sofort jeden Besucher, der ein wenig mit der Band vertraut ist, zum Ausrasten bringen wird. Und auch wenn The Legion:Ghost dieses Tempo in Xenophobia selbst nicht aufrechterhalten, so scheinen hier doch ganz klar Energie und Tempo im Vordergrund zu stehen. Mehr Screams, mehr Riffs und eine Härte, welche den Jungs mehr als gut steht. Und ja, der Vergleich zu Bullet For My Valentine scheint zumindest in meinem Kopf immer fester zu werden.

Und wo Härte und Energie sind, da muss man sich auch zurücklehnen können. Deswegen kommt wohl auch der Song Family Ties direkt hinter Xenophobia. Und keine Sorge, ganz so sanft ist er nicht, wie das jetzt hier klingt oder wie die ersten zehn Sekunden vermuten lassen – ganz im Gegenteil. Hinter diesem sehr sanften Track versteckt sich ein noch härteres Brett als The Legion:Ghost bisher auf der Platte gezeigt haben. Eine sehr lustige Wirkung, die Family Ties hier hat, die mal wieder zeigt, dass man einen Song niemals nach den ersten zehn Sekunden beurteilen kann. Und Family Ties entwickelt sich nur nach ein paar Mal anhören definitiv zum Favoriten!

Besonders Spaß macht auch Until The Day We Die, welcher sowohl Tempowechsel als auch den Gesang nun endgültig perfekt harmonisiert zu haben scheint und damit einen Track liefert, der mit frecher Attitüde, Tempo und Gefühl punktet und auf eine ganz andere Art zu gefallen scheint, als so manch anderer Part dieser Platte.

Und ganz am Ende liefern die Kölner mit Swan Song noch den krönenden Abschluss, der selbst wohl mehr als tausend Worte spricht.

Fazit: Mit dem neuen Album Courage Of Despair haben The Legion:Ghost definitiv eine Platte herausgebracht, die sich nicht nur abwechslungsreich gibt, sondern auch mit einer gewissen Genrefreiheit überrascht und zu überzeugen weiß. Ein wenig Metal, Rock, Alternative und Metalcore und am Ende noch nichts Genaues, wodurch manchen harten Metal Heads das Album vielleicht etwas zu durchwachsen sein könnte. Für solche wie meine Wenigkeit, die es auch gerne zwischendurch mal sanft mögen, bietet diese Platte allerdings mehr als genug individuelle Songs, welche sich schon nach wenigem Anhören im Kopf festsetzen.

Anspieltipps: Swan Song, Family Ties, No Happy End
Anabel S.8
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