Unanimated – Victory In Blood

Alte Schweden haben den Sieg im Blut

Artist: Unanimated

Herkunft: Schweden

Album: Victory In Blood

Spiellänge: 47:03 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 03.12.2021

Label: Century Media Records

Link: https://www.facebook.com/unanimatedofficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Micke Broberg
Gitarre – Johan Bohlin
Gitarre –  Jonas Deroueche
Bassgitarre – Richard Cabeza
Schlagzeug – Anders Schultz

Tracklist:

  1. Victory In Blood
  2. Seven Mouths Of Madness
  3. As The Night Takes Us
  4. The Devil Rides Out
  5. With A Cold Embrace
  6. Demon Pact (Mysterium Tremendum)
  7. XIII
  8. Scepter Of Vengeance
  9. Chaos Ascends
  10. The Golden Dawn Of Murder
  11. Divine Hunger
  12. The Poetry Of The Scarred Earth

Die Schweden-Szene hat ja auch schon so manche Hochkaräter herausgebracht. Ist schon erstaunlich. Bands wie Dismember, Entombed, Grave, Unleashed, Dissection, etc., etc., etc. sind bis heute Vorbilder von vielen Bands. Im Bereich des melodischen Death/Black Metal war es damals Unanimated. Von 1988 bis 1996 waren sie aktiv und nach zwei Demos und zwei Alben war plötzlich Schluss. Namhafte Musiker wie Richard Cabeza (Dismember, ex-General Surgery, ex-Carbonzed), Johan Bohlin (ex-Desultory) oder Peter Karl Gunnar Stjärnvind (Merciless) waren dabei. Besonders das 1995 erschienene Album Ancient God Of Evil fand ich großartig. Im Jahre 2007 gab es dann die Rückkehr und im Jahre 2009 dann das Album Nummer drei namens In The Light Of Darkness. Dann wurde es wieder ruhig um die Band und 2018 entschloss man sich, eine EP zu veröffentlichen. Mittlerweile ist Unleashed-Drummer Anders Schultz mit dabei und 2016 wurde die Gitarrenposition getauscht. Nun ist man zurück und liefert Album Nummer vier ab.

Und wen wundert es, dass beim Opener Victory In Blood gleich eine fette Melodie aus den Boxen schallert. Ich glaube keinen. Der Gesang ist eine Mischung aus Black- und Death Metal und auch der Rest der Instrumentenfraktion klingt nach diesen beiden Musikrichtungen. Ein guter Wechsel zwischen einigen getragenen schwarzen Momenten, ordentlich Geballer, feiner Melodie, fetten Riffs und teilweise hypnotischen Parts. Irgendwie zwischen Chaos und Anmut. Victory In Blood kann man am Ende herrlich mitgrölen, bevor man dann mit einigen Vorspielern das Ende einläutet, noch einmal so richtig Gummi gibt und auf die Glocke haut. Am Anfang klang das alles für mich ein wenig durcheinander, aber nach dreimal durchhören konnte ich feststellen, dass eine gewisse Struktur vorhanden ist und man zum Punkt kommen.

Seven Mouths Of Madness legt furios los. Diese dunkle Melodie, die natürlich diesen Song trägt, ist einfach nur geil. Hinzu kommen blackige Riffs und drückende Drums, die im Midtempo den Song nach vorne peitschen und einfach nur hängen bleiben. Man wechselt noch einmal das Tempo und holt dann wieder die geile Melodie heraus. Die ist echt lecker. Der Refrainpart kommt und sitzt auch. Über dem Ganzen schwebt eine dunkle Atmosphäre. Nach einem Break folgt ein ruhiger Moment, cleane Klänge erklingen und man erwartet einen Ansturm, aber dann ist tatsächlich Schluss. Überraschendes Ende.

As The Night Takes Us klingt auch wie so ein mystischer Soundtrack. Mit einem kleinen Intro wird man in eine sagenhafte Welt entführt. Hierbei arbeitet man natürlich immer druckvoll, aber man baut eben atmosphärische Momente mit ein, so wie der Flüsterpart. Eine dunkle Melodie wird langsam vorgetragen, der Gesang wechselt in dunklen Sprechgesang und man nimmt wieder Fahrt auf. Kommt ganz geil. Man saugt die Dunkelheit in sich auf und fühlt sich in dieser wohl. Diese langsame Melodie in Zusammenhang mit dem Flüstergesang klingt sowohl bedrohlich als auch anmutig.

Was die Burschen draufhaben, sind diese melodischen Leads, die dann meistens sehr blackig rüberkommen, so wie z.B. bei The Devil Rides Out. Diese sind meistens Hauptbestandteil des Songs und werden mit heftigen Death Metal Parts ergänzt. Wie auch in diesem Song wechselt man öfters hin und her und auch das Tempo wird variiert. Aber die Melodie ist immer mit dabei und für Unanimated sehr wichtig. Außerdem versucht man, einen Refrainpart aufzubauen, der sehr gut nachvollziehbar ist und man bleibt überraschend, denn man weiß irgendwie nie, wann der Song endet, so auch hier. Ruckzuck ist Schluss mit lustig.

With A Cold Embrace ist ein bezauberndes und anmutiges Zwischenintro. Könnte man gut für einen Mittelalterfilm verwenden.

Im Midtempo und groovend geht man zu Beginn von XIII zu Werke. Man zeigt hier, dass man seine Instrumente wirklich beherrscht und bietet durchaus vertrackte Black Metal Parts an. Der Song hat eine sehr spezielle Atmosphäre inne, ähnlich wie Chaos Ascends. Recht langsam arbeitet man sich vor und klingt dabei echt evil. Es folgt ein Part, der hängen bleibt und dann geht es ab ins Uptempo und man kehrt zum Hauptthema zurück.

The Golden Dawn Of Murder überzeugt zum Beispiel auch mit einer Melodie. In diesen Momenten erinnern sie natürlich an Dissection. Das folgende Riffing ist recht thrashig, klingt auch nur geil und schon ist die Melodie wieder am Start. Sehr geil. Bah, diese bohrt sich sofort in die Gehörgänge. Killer. Dann nimmt man das Tempo ganz raus, eine Gitarre bietet eine melodische Sequenz, die andere begleitet. Auch sehr geil. Starker atmosphärischer Moment, fetter Part. Nimmt einen sofort mit und auch hier hat man das Gefühl, es muss noch einmal losgehen, aber da passiert dann nichts mehr. Der Song ist echt stark.

In knappen 120 Sekunden düst man bei Divine Hunger durch den Song. Im Reitertempo geht man zu Werke und lässt die Uftata für sich sprechen. Ganz geil. Während der Gesang eher in die blackige Richtung tendiert, geht das in Richtung Death Metal und Thrash Metal. Klingt total interessant, aber auch ein wenig anders. Fällt natürlich nicht aus der Rolle. Man bleibt bei seiner düsteren Grundstruktur.

Wer auf melodischen Black und Death Metal abfährt, wird sich dieses Album wohl zulegen müssen.

Unanimated – Victory In Blood
Fazit
Erneut aus der Versenkung sind Unanimated aufgetaucht, um der wartenden Gemeinde ihre Version des melodischen Death und Black Metal näherzubringen. Besonders Fans von Dissection, Sacramentum, The Spirit oder Thulcandra haben darauf gewartet und das Warten hat sich gelohnt, auch wenn man das Niveau von Ancient God Of Evil natürlich nicht erreicht. Habe ich auch nicht erwartet. Sie haben aber immer noch düstere und melancholische Melodien im Gepäck, die absolut knallen. Zugibt es Tempowechsel, leidenschaftlicher Death Metal und aggressive Black Metal Riffs.

Anspieltipps: Victory In Blood und The Golden Dawn Of Murder
Michael E.
8.2
Leser Bewertung1 Bewertung
10
8.2
Punkte