Vanden Plas – The Ghost Xperiment – Illumination

Der zweite Teil einer progressiven Trilogie

Artist: Vanden Plas

Herkunft: Kaiserslautern, Deutschland

Album: The Ghost Xperiment – Illumination

Spiellänge: 61:05 Minuten

Genre: Progressive Metal, Progressive Rock

Release: 04.12.2020

Label: Frontiers Music s.r.l.

Link: https://www.facebook.com/VandenPlasOfficial

Bandmitglieder:

Gesang – Andy Kuntz
Gitarre – Stephan Lill
Bassgitarre – Torsten Reichert
Keyboard – Günter Werno
Schlagzeug – Andreas Lill

Tracklist:

  1. When The World Is Falling Down
  2. Under The Horizon
  3. Black Waltz Death
  4. The Lonely Psychogon
  5. Fatal Arcadia
  6. The Ouroboros
  7. Ghost Engineers
  8. Krieg Kennt Keine Sieger feat. Alea/Saltatio Mortis (Bonus Track)

Vanden Plas ist ein Band aus dem Südwesten der Republik, welche es seit mehr als 30 Jahren gibt. Bereits 1986 starteten die Herren mit progressiver Musik und waren u.a. auch Opener für Dream Theater. Drei der fünf Musiker sind über die ganzen Jahre mit am Start. Veränderungen gab es nur am Bass und an den Drums. Neben der Musik ist z.B. Sänger Andy Kuntz auch als Schauspieler tätig und spielte u.a. die Rolle von Simon Zealotes in Jesus Christ Superstar am Saarländischen Staatstheater. Die Band übernahm dabei Aufgaben im Orchester. 2006 lief Andy als Judas an der Augsburger Freilichtbühne auf und erhielt hervorragende Kritiken. Eine Rockoper hat man auch bereits vertont, die Chronik Der Unsterblichen – Blutnacht hatte im Januar 2012 die Welturaufführung. Ansonsten ist The Ghost Xperiment – Illumination das zehnte Studiowerk und die Fortsetzung zu The Ghost Xperiment – Awakening aus dem Jahre 2019. Allerdings handelt es sich bei The Ghost Xperiment um eine Trilogie, d.h. die Story ist noch nicht zu Ende. Es ist also ein für progressive Töne nicht unübliches Konzeptalbum. Das Werk erzählt eine imaginäre Geschichte, die von den Ergebnissen eines tatsächlichen, dokumentierten Experiments im Paranormalen inspiriert wurde. Es handelt von der langen und beschwerlichen Reise des Gideon Grace und dessen Weg zur Selbstfindung und zu seiner größten Liebe, welche von drei dämonischen Wesen bedroht wird.

When The World Is Falling Down eröffnet den zweiten Teil der Trilogie. Bombastische und klassische Töne empfangen den Hörer, die Gitarren und Keyboard übernehmen, und typisch progressiver Sound ist zu vernehmen. Der Refrain dafür recht rund und die Nummer insgesamt mehr Rock als Metal und etwas handzahm für eine Geschichte mit dämonischen Wesen. Under The Horizon startet sanft, legt aber nach einer knappen Minute kräftig Kohlen drauf. Der Refrain ist wiederum recht rund, aber mit etwas mehr Power als beim Opener und ist insgesamt ein hörenswerter Track. Black Waltz Death kommt erst mal balladesk um die Ecke, es dauert ca. vier Minuten, bis es etwas mehr Tempo und Energie gibt und die Saitenfraktion sich mächtig ins Zeug legen darf. Mit dem einsetzenden Gesang verliert die Nummer leider wieder an Dynamik und nimmt dafür ein wenig Bombast in Form von Chören und Keyboard dazu. The Lonely Psychogon lässt das Keyboard los, die Struktur erinnert ein wenig an den hinteren Teil des Vorgängers. Die Herren zocken sauber und es ist auch ganz nett zu hören, nur der berühmte Funke will nicht so richtig zünden. Der Anfang von Fatal Arcadia mit intensiver Arbeit an den Saiten macht erst mal Appetit auf mehr. Der Refrain ist ohne jede Power, die wird jedoch direkt danach wieder von den Saiten eingebracht. Insgesamt ein ganz netter Song, der mich eher anspricht als einige andere Kompositionen auf dem Langeisen. Mehr als 13 Minuten The Ouroboros, Piano und Gesang über knapp drei Minuten, die Gitarren kommen dann dazu und es wird intensiver und progressiver in einem leicht bombastischen Soundgewand. Das Ganze geht dann in ein Wechselspiel über, ist technisch stark, nur aus meinem Stuhl hauen mich die 13 Minuten nicht. Ghost Engineers ist die noch fehlende vollständige Ballade, bevor es zum guten Schluss ein Cover gibt. Gemeinsam mit Alea covern Vanden Plas Krieg Kennt Keine Sieger von Saltatio Mortis. Da muss ich leider sagen, dass mir das Original besser gefällt. So endet die Scheibe nach einer guten Stunde Spielzeit.

Vanden Plas – The Ghost Xperiment – Illumination
Fazit
Technisch ist das alles top, was die Herren hier abliefern. So richtig begeistern kann mich eigentlich nur Under The Horizon. Die meisten Nummern laufen gut durch, aber hinterlassen wenig oder keinen Eindruck. Den progressiven Gitarren fehlt es irgendwo hier und dort an Dynamik, dafür gibt es runde Melodien, wo man mal ein Brett erwartet. Es ist kein schlechtes Langeisen, was das Quintett auf den Markt schmeißt, mir aber an vielen Stellen zu handzahm. So will der berühmte Funke leider nicht überspringen.

Anspieltipps: Under The Horizon und Fatal Arcadia
Jürgen F.
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