Wo Fat Electric Conjure Man Tour Europe 2018 – Support Sasquatsch – am 15.10.2018 im Schlachthof in Wiesbaden

„Wo Fat Electric Conjure Man Tour Europe 2018 – Support Sasquatsch – am 15.10.2018 im Schlachthof in Wiesbaden“

Bands: Wo Fat, Sasquatch

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 15.10.2018

Kosten: 16 € VK, 20 € AK

Genre: Stoner Rock, Psychedelic Doom

Besucher: ca. 200 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/wo-fat-sasquatch.html

Setlisten:

  1. More Than You’ ll Ever Be
  2. Cracks
  3. The Message
  4. Rational Woman
  5. Drawn All The Evidence
  6. Money Man
  7. Bringing Me Down
  8. New Disquise
  9. Chemical Lady
  10. Just Couldn’t Stand The Weather
  11. Pull Me Under
  12. What Have You Done

  1. Black Code
  2. Conjuring
  3. Lost Highway
  4. Read The Omens
  5. Analog Man
  6. Of Smoke And Fog
  7. Nameless Cult
  8. There’ s Something Sinister In The Wind

Noch gar nicht so lange her, dass im Kesselhaus das Stoner Dreierpackage Stoned Jesus, Mothership und Elephant Tree mächtig abgerissen haben. Heute sind wieder Stoner angesagt. Dieses Mal ein Doppeldecker: Die legendären Wo Fat und Sasquatch sind aufgerufen. Das Kesselhaus ist in diesem Sommer wirklich die Stoner Hochburg.

Heute reise ich mit zwei Kumpels an, mit denen ich zusammen im Mai auf dem DesertFest in Berlin war.
Den im Radio gemeldeten Stau auf der A3 umgehen wir dadurch, dass wir über die A 61 fahren. Früh genug sind wir im Kesselhaus vor Konzertbeginn angekommen. Heute ist nicht ausverkauft, aber schon recht ordentlich gefüllt.

Sasquatch, die Rocker aus L. A., machen am heutigen Abend den Opener. Ebenso wie die nachher folgenden Wo Fat waren sie letzten Freitag noch auf dem DesertFest Antwerpen (Belgien). Am gleichen Tag haben da auch Lucifer und Blood Of The Sun gespielt, die ich am letzten Mittwoch in Bonn gesehen habe.

Sasquatch legen mächtig los. Das amerikanische Trio, das sich 2000 in Philadelphia zusammenfand aber bereits 2001 nach L. A. umsiedelte, legt mit More Than You‘ ll Ever Be vom aktuellen 2017er-Album Maneuvers los. Von diesem Album stehen mit Rational Woman, Drown All The Evidence, Bringing Me Down und Just Couldn’t Stand The Weather noch vier weitere Songs heute auf der Setlist. Ihre Mucke enthält Elemente von Metal, Rock und Psychedelic Rock. Zu ihren Haupteinflüssen zählen Sasquatsch solche Band wie Led Zeppelin, Black Sabbath, Soundgarden, Alice In Chains, Judas Priest, Motörhead und auch AC/DC. Auf jeden Fall ist ihre Musik relativ hart.

Keith Gibbs, der Gitarrist und Sänger ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied von Sasquatch. Er steht, vom Publikum aus gesehen, auf der rechten Seite, fast immer im Halbdunkeln. Gelegentlich tritt er nach vorne, um seine Gitarre vorm Publikum aufheulen zu lassen. Das Licht ist heute wirklich spärlich im Kesselhaus. Absolut keine Lichtshow und auch keine Farben. Ein paar Funzeln reichen heute aus. Da ist es recht schwierig vernünftige Fotos zu machen. Aber irgendwie geht es schon. Das meiste Licht fällt auf den Bassisten Jason Casanova, weil der auf der linken Seite fast komplett unter einem der spärlich leuchtenden Scheinwerfer steht. Jason Casanova ist bereits seit 2007 bei Sasquatch. Da kann man mit Fug und Recht behaupten, dass er zum alten Stamm gehört. Das merkt man auch im Zusammenspiel mit Keith Gibbs. Die Jungs verstehen sich irgendwie blind. Jason Casanova nimmt des Öfteren ein Bier in die Hand und prostet uns zu. Dies sagt er in einem einwandfreien deutsch: „Prost“.

Die Setliste ist mit zwölf Song heute Abend richtig schön lang. Klar, wenn nur zwei anstatt drei Bands spielen, bleibt mehr Zeit für die Bands. Songs von allen bisher vorliegenden fünf Alben, wobei die Alben II, III und IV nur nummeriert sind, werden dargeboten. Chemical Lady ist zum Beispiel vom ersten selbst betitelten Album. Schluss ist heute Abend mit What Have You Done vom Album II.

Sasquatch haben heute Abend eine super Performance geliefert, was sich im anschließenden regen Applaus manifestiert. Irgendwie hat das Publikum das in dieser Intensität wohl nicht unbedingt erwartet. Darüber sind die meisten dann doch hoch erfreut!

Bereits während der Umbauphase sieht man die Jungs von Sasquatch am Merchstand mit einem Bier in der Hand. Äußerst nette Jungs, mit denen sich schön reden lässt. Thema ist natürlich der heutige Tag und das zurückliegende DesertFest Antwerpen.

Nur etwa drei Jahre später als Sasquatch erscheinen Wo Fat in der Stoner Welt und hinterlassen ihre Spuren. Spuren, die sie auch heute hier im Kesselhaus in Wiesbaden hinterlassen. Schwerer Heavy Psych Rock mit massiven Doomer Einflüssen ist angesagt. Wo Fat haben jedes Stoner Festival gespielt, was Rang und Namen hat: DesertFest Berlin, DesertFest London, DersertFest Antwerpen, Freak Valley

Das Trio Kent Stump (Gitarre und Gesang), Michael Walter (Schlagzeug) und Zack Busby (Bass) trumpft hier von Anfang an richtig auf. Zu Beginn gibt es ein paar Probleme in der Abmischung (Stimme von Kent Stump). Das ist dann direkt im ersten Song schon wieder erledigt. Alles klar und das Gewitter geht ab. Man, was haut das rein. Kent Stump kloppt uns seine Gitarre nur so um die Ohren – ohne große Show, aber trotzdem spektakulär. Kent Stump steht an der gleichen Stelle, wo eben bei Sasquatch Keith Gibbs gestanden hat. Zack Busby am Bass hat praktisch den Platz mit Jason Casanova getauscht. Zack Busby ist 2016 zu Wo Fat gestoßen und ersetzt seitdem seinen Vorgänger Tim Wilson. Michael Walter am Schlagzeug ist genauso wie Frontmann Kent Stump von Anfang an dabei. Eine eingespielte Truppe wahrer Könner. Die Texaner aus Dallas zeigen hier, dass ZZ Top nicht alles ist, was Texas zu bieten hat. Wobei Kent Stump von seinem Äußeren her auch bei diesen mitmischen könnte. An der Gitarre wäre das ebenso kein Problem. Kent Stump zählt zu den besten Gitarristen im Riff Rock überhaupt.

 

Schwer, hart und dreckig. So könnte man die Mucke von Wo Fat hier am heutigen Abend beschreiben. Wo Fat sind wirklich fett! Ich bin richtig angetan von dem Trio auf der Bühne. Von den umstehenden Fans bekomme ich das gleiche Feedback.

Wo Fat servieren uns von der Songauswahl einen Ausschnitt verschiedener Alben. So sind vom letztem Album Midnight Comet (2016) mit Of Smoke And Fog und dem letztem Stück There’s Something Sinister In The Wind nur zwei Songs vertreten. Weitere Songs gibt es von den Alben Black Code, The Conjuring, Cyclopean Riffs und Psychedelonaut. Das hat zwar den Nachteil, dass die aktuelleren Sachen nicht in Gänze performt werden, man bekommt aber so eher einen Querschnitt des Schaffens der Band. Eins kann man sagen: Der Querschnitt von Wo Fat ist echt heavy. Die insgesamt acht Songs sind alle von ordentlicher Länge. Manchmal denke ich, dass wir hier Teilnehmer einer sehr üppigen Jamsession sind. Wo Fat hauen jedenfalls mächtig rein und sind sehr fett (ich glaube, das hatte ich schon mal gesagt! Muss aber noch mal sein!).

Auch bei Wo Fat muss dann irgendwann mal Schluss sein und ist es dann leider auch. Meine Kumpels und ich bleiben noch ein klein wenig. Wo Fat gesellen sich recht schnell nach ihrem Gig zum Publikum und lassen sich gerne beglückwünschen.

Fazit: Das ist mal wieder so ein Stoner Abend nach meinem Geschmack gewesen. Der heutige Abend reiht sich in die genialen Stoner Konzerte dieses Sommers hier in Wiesbaden ein. Da muss ich mich bei den Veranstaltern ausdrücklich bedanken, dass sie diese Events hier ermöglichen. Wiesbadens Kesselhaus kommt mir mittlerweile wie ein kleines DesertFest vor. Der nächste Stoner steht mit Brant Bjork im November an. Zudem kommen im gleichen Monat noch Rotor nach Wiesbaden.

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