Jane & Fargo am 23.10.2025 im Meisenfrei Blues Club, Bremen

Ein Stück hannoversche Musikgeschichte

Event: Jane & Fargo – Live 2025

Bands: Jane, Fargo

Ort: Meisenfrei, Hankenstr. 18, 28195 Bremen

Datum: 23.10.2025

Kosten: VVK über Bestellung beim Club, AK 28 €

Zuschauer: ca. 70

Genre: Kraut Rock, Progressive Rock, Classic Rock, Blues Rock, Hard Rock

Links: https://meisenfrei.de/

Setlisten:

  1. Rain Of Champagne
  2. Gimme That Bone
  3. Leave It
  4. I’m A Loser
  5. Soul Survivor
  6. Little Miss Mystery
  7. Little Smile
  8. Southern Breeze
  9. Squeeze Me
  10. Hard Attack
  11. Frontpage Love

  1. Here We Are
  2. Borrowed Time
  3. Out In The Rain
  4. Love Me Or Leave Me (plus Snippet Of Imagine)
  5. Daytime
  6. Fire, Water, Earth & Air
  7. Fire (You Give Me Some Sweet Lovin‘)
  8. All My Friends
  9. Lady
  10. Waiting For The Sunshine
  11. Hangman
  12. Way To Paradise
  13. So So Long

In den 70ern war Hannover eine Hochburg für Rockmusik. Namen wie Jane, Eloy und natürlich die Scorpions erlangten einen hohen Bekanntheitsgrad. In den 80ern und 90ern folgten Sachen wie Victory, Fair Warning, Rosy Vista und natürlich Fury In The Slaughterhouse. Die Vorgängerband von Victory war Fargo, die in den frühen 80ern mit Scheiben wie Frontpage Lover und Wishing Well ebenfalls überregional bekannt war. Peter Knorn reaktivierte Fargo gemeinsam mit Peter Ladwig 2016.

Bei Jane ist der Sachverhalt deutlich komplizierter. Nach der Auflösung von Jane stritten die ehemaligen Bandmitglieder um den Namen, sodass es verschiedene Inkarnationen von Jane gibt. Die heutige Formation ist Werner Nadolnys Jane, wo ursprünglich auch Klaus Hess an den Drums agierte. Werner Nadolny verstarb 2023 und um den Bassisten und Sänger Rolf Vatteroth formierte sich eine neue Band, die das Erbe der progressiven Krautrocker weiterträgt. Das bekannteste Gesicht dürfte Holger Marx sein, der unter anderem bei Velvet Viper aktiv ist.

Jane – Meisenfrei, Bremen – 2025

Dann noch ein paar Worte zum Meisenfrei. Die Location hat zwei Bereiche. Einmal eine Kneipe und den Meisenfrei Blues Club, wo heute die Veranstaltung stattfindet. Es besteht die Möglichkeit, entweder sitzend die Konzerte zu verfolgen oder vor der Bühne zu stehen. Das Fassungsvermögen ist schwer zu schätzen. Wenn die Tische und Stühle entfernt werden, dürfte die Kapazität in der Größenordnung des Hamburger Logo liegen, also irgendwo bei circa 300, maximal 350 Menschen. Sehr angenehm ist der Sound, der für Rockmusik in einem kleinen Club nahezu perfekt ist. Beide Bands kommen differenziert aus den Boxen.

Um 20 Uhr starten Fargo mit ihrem Programm, die von der Bandbesetzung fast eine All-Star-Truppe sind. Thunderhead, Primal Fear, Nitrogods, Victory und Mob Rules. Große Namen verbergen sich hinter dem Quartett. Nach dem Auftakt mit Rain Of Champagne und Gimme That Bone vom 2021er-Release Strangers D’Amour beackern die Protagonisten primär ihre Geschichte. Als Beispiel sei Little Smile vom Debüt Wishing Well erwähnt, das mittlerweile mehr als 45 Jahre auf dem Buckel hat. Selbst Gitarrist Henni Wolter beteiligt sich am Gesang und übernimmt Southern Breeze. Primär agiert Peter Ladwig als Sänger. Peter Knorn, auffällig mit einem Bass im Drachenflügelformat, steuert den Backgroundgesang bei.

Fargo – Meisenfrei, Bremen – 2025

Der Hit der Truppe kommt zum Ende. Frontpage Lover aus dem Jahr 1981, wo Fargo während der Aufnahmen als Support bei der AC/DC-Tour zur Platte Back In Black eingesprungen sind. Das zeigt, dass hier heute große Namen in einem kleinen Rahmen zu erleben sind. Die Herren wissen selbstverständlich, was an den Instrumenten zu tun ist, und sorgen für mehr als zufriedene Gesichter mit ihrem circa 50-minütigen Set. Wer auf Classic Rock und Blues Rock steht, sollte die Truppe antesten. Live mit den alten Nummern ist das ein echter Hingucker.

Der eigentliche Headliner ist eine Tributeband. 55 Jahre Jane steht auf dem Backdrop. Das, was die heute im Meisenfrei spielenden Jane anfänglich anbieten, hat wenig mit dem zu tun, was Jane hinterlassen hat. Allerdings erläutert Bassist und Sänger Vatterroth im Laufe der Show, dass Drums und Keyboard neu besetzt worden sind, sodass die Abstimmung noch nicht so da sein kann, wie bei Bands, die bereits einen Haufen Konzerte abgeliefert haben. Highlights sind und bleiben die Klassiker der Truppe. Daytime, Fire, Water, Eath & Air, All My Friends und Lady singen viele Menschen im Club zumindest im Refrain mit.

In Richtung Ende des Gigs folgt mit Hangman der Hit von Jane aus dem Jahr 1972 und dem Debütalbum Together. Heute fragt sich nicht nur die Band, warum das Ding nicht Hangover genannt wurde. Darum geht es inhaltlich.

Jane – Meisenfrei, Bremen – 2025

Die Zugabe setzt unter anderem auf die akustische Gitarre und auf So, So Long, wobei der Refrain „I Want Give You Sixty Roses, but Haven’t Got The Money To Buy, So So Long“ einige Runden durch das Publikum dreht. Wenn es bei dem eher progressiven Zeug von Jane einen Ohrwurm gibt, dann dürfte es So, So Long sein. Anschließend endet der Konzertabend gegen exakt 23 Uhr im Bremer Meisenfrei.

Wer sich grundsätzlich für Rockmusik auf kleinen Bühnen interessiert, sollte einen Blick in das Programm vom Meisenfrei werfen. Nicht nur Jane und Fargo sind hier zu erleben. Handgemachte Musik, auch von bekannten Namen, gibt es hier im kleinen Rahmen. Der Sound überzeugte heute und die gesamte Location ist ein Mix aus Bar und Bühne. Neben der Musik und den Bands punktet vor allem die Location.