Avatar – Don’t Go In The Forest

Die zehnte unberechenbare Platte, die durch alle Rock- und Metal-Gefilde pilgert

Artist: Avatar

Herkunft: Göteborg, Schweden

Album: Don’t Go In The Forest

Spiellänge: 47:26 Minuten

Genre: Melodic Death Metal, Heavy Metal, Metal

Release: 31.10.2025

Label: Black Waltz Records

Link: www.avatarmetal.com

Bandmitglieder:

Gesang – Johannes Eckerström
Gitarre – Jonas „Kungen“ Jarlsby
Gitarre – Tim Öhrström
Bassgitarre, Gesang – Henrik Sandelin
Schlagzeug – John Alfredsson

Tracklist:

  1. Tonight We Must Be Warriors
  2. In The Airwaves
  3. Captain Goat
  4. Don’t Go In The Forest
  5. Death And Glitz
  6. Abduction Song
  7. Howling At The Waves
  8. Dead And Gone And Back Again
  9. Take This Heart And Burn
  10. Magic Lantern

Mit Don’t Go In The Forest veröffentlichen Avatar ihr zehntes Studioalbum. Die Band um Sänger Johannes Eckerström bleibt ihrem Ruf treu, Grenzen zu sprengen und Klang, Kunst und Theatralik zu vereinen. Das neue Werk verbindet introspektive Tiefe mit explosiver Energie und erweitert den charakteristischen Avatar-Sound um Chöre, Bläser, Streicher und Synthesizer – stets im Dienst des Riffs. Gegründet von John Alfredsson und Jonas Jarlsby, komplettiert durch Henrik Sandelin, Tim Öhrström und Johannes Eckerström, haben sich Avatar von ihren Anfängen in Göteborg zu einer der markantesten Livebands des modernen Metals entwickelt. Mit ihrem eigenen Label Black Waltz Records gehen sie konsequent ihren unabhängigen Weg. Nach weltweiten Tourneen mit Iron Maiden und ausverkauften Shows in Europa, Amerika und Lateinamerika festigen Avatar mit Don’t Go In The Forest erneut ihren Status als einzigartige kreative Kraft zwischen Konzeptkunst, Metal und Wahnsinn.

In 47 Minuten springen die Skandinavier durch zehn neue Kompositionen. Zwischen vier und fünf Minuten stark sind die neuen Tracks, die wie schon in der Vergangenheit durch die Metalgenres springen. Die Manege öffnet mit dem Opener Tonight We Must Be Warriors den Vorhang. Jedoch nicht mit einem lauten Knall, sondern eher bedacht stimmungsvoll und mit einer melodischen Soundfront. Locker und trotzdem griffig rocken die fünf Musiker in ihr Jubiläumsalbum Don’t Go In The Forest. Nach dem ersten Streich der komplette Sinneswandel und der bis dato härteste Song der Formation. In The Airwaves haben sie auf der Tour mit Iron Maiden vorgestellt und hat mich persönlich umgehauen. Die melodische Death-Metal-Basis zieht sich durch das ganze Lied und bildet einen unglaublichen Kontrast zum Opener. Lediglich der Refrain weist Cleanvocals auf, ansonsten growlt sich Johannes Eckerström fleißig durch die gut fünf Minuten Spielzeit.

Der harte Cut folgt auf dem Fuß mit Captain Goat. Folk Elemente treffen auf Pirate Metal. Johannes zeigt eine ganz neue Fratze. Die Umsetzung ist stimmig, die feinen Details großartig und die Entwicklung der Truppe immer noch nicht im positiven Sinne abgeschlossen. Don’t Go In The Forest an Halloween zu veröffentlichen ergibt schon Sinn, und so zeigt der Titeltrack sofort eine kalte Schulter, die aber wie die meisten Aufnahmen eher auf dem Heavy-Metal-Fundament fungiert. Refrain-lastig, starke Atmosphären, und zwischen Party und Wahnsinn arbeiten die fünf Künstler auf einem ansprechenden Niveau. Dennoch frech die Umsetzung von Death And Glitz. An den beiden Gitarren schneiden Jonas „Kungen“ Jarlsby und Tim Öhrström tiefe Groove-Cuts. Spätestens mit dem Titel haben mich Avatar wieder um den Finger gewickelt. Mainstream-Melodien treffen auf modernsten Schock-Rock und sorgen für Verspannungen im Nackenmuskel.

Die Keule schwingt hingegen Abduction Song. Ohne Death-Metal-Geschütze werden die Jungs einfach nicht glücklich und es sprudelt einfach immer mal wieder aus ihnen heraus. John Alfredsson hinter den Fellen nimmt die Möglichkeit dankend an und zimmert zufrieden in seine Schießbude. Balladen können die Männer aus Göteborg auch. Howling At The Waves zieht den Stecker, das kann man von Dead And Gone And Back Again ebenso behaupten. Der Name ist eher nicht Programm und die nächste ruhigere Passage zieht auf dem zehnten Silberling auf. Das Finale zündet das Duo Take This Heart And Burn und Magic Lantern. Genie und Wahnsinn leben weiter in der Kunst und bekommen die eigenen Momente.

Avatar – Don’t Go In The Forest
Fazit
Avatar servieren mit Don’t Go In The Forest die zehnte unberechenbare Platte, die durch alle Rock- und Metal-Gefilde pilgert, ohne ihren festen Platz zu finden. Der Horror-Zirkusdomteur zeigt seine hässliche Fratze, kann aber auch über beide Ohren grinsen. Johannes Eckerström ist als Sänger eine ganz eigene Marke, die man nur lieben oder hassen kann. Die erste Hälfte bis Death And Glitz hat komplett Hitpotenzial, im Anschluss verflacht Don’t Go In The Forest leider ein wenig – auch wenn das Niveau weiter auf einem absolut hohen Level liegt.

Anspieltipps: Tonight We Must Be Warriors, In The Airwaves und Captain Goat
René W.
8.5
Leserbewertung3 Bewertungen
3
8.5
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