Brit Floyd, Pink Floyd Tribute Band – 40 Years Of The Wall Tour 2019, Flensburg, Deutsches Haus, am 15.10.2019

Eine Referenzperformance anlässlich 40 Jahre Pink Floyds The Wall

Event: 40 Years Of The Wall And Many, Many More

Artist: Brit Floyd, The World’s Greatest Pink Floyd Tribute Show

Ort: Deutsches Haus, Flensburg

Datum: 15.10.2019

Kosten: 67,90 € VVK, 70 € Abendkasse

Genre: Prog Rock, Rock

Zuschauer: 650

Veranstalter: FL Event Produktion

Links: https://www.britfloyd.com/
https://www.flensburgevent.de/

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Damian Darlington
Gitarre, Gesang – Edo Scordo
Keyboards – Matt Riddle
Bass, Gesang – Ian Cattell
Drums – Arran Ahmun
Hintergrund Gesang – Ola Bienkowska
Hintergrund Gesang – Jacquie Williams
Hintergrund Gesang – Eva Avila
Saxophon, Multi Instrumentalist – Ryan Saranich

Setlist:

  1. In The Flesh
  2. The Thin Ice
  3. Another Brick In The Wall, Pt 1
  4. Happiest Days
  5. Another Brick In The Wall,Pt 2
  6. Mother
  7. Time
  8. Great Gig In The Sky
  9. Fearless
  10. Us And Them
  11. Keep Talking
  12. Sheep

Pause

  1. Yet Another Movie
  2. Empty Spaces
  3. Young Lust
  4. One Of My Turns
  5. Shine On You Crazy Diamond
  6. On The Turning Away
  7. Hey You
  8. Is There Anybody Out There
  9. Nobody Home
  10. Wish You Were Here
  11. One Of These Days
  12. Comfortably Numb

Zugabe:

  1. Run Like Hell
  2. Waiting For The Worms
  3. Stop
  4. The Trial
  5. Outside The Wall

Wat für ne Show, das ist mal großes Kino. Brit Floyd machen anlässlich von 40 Jahren The Wall auf ihrer Herbsttour Halt in Flensburg. Das lassen wir uns nicht nehmen und fahren hin. Natürlich ist dies kein Metalevent, aber ein Fest allererster Güte. Immerhin wird hier einer der größten progressiven Rock Bands gehuldigt und das, was Pink Floyd früher gemacht haben, ist noch heute die Basis vieler Licht- und Showeffekte in der modernen Zeit. Als Vorreiter bombastischer Shows und Performances dürften sie maßgeblich viele Bands beeinflusst haben. So sind hier heute Abend im bestuhlten Deutschen Haus in Flensburg 650 Gleichgesinnte, meist Ü50, um Pink Floyd und deren Musik zu huldigen. Des Weiteren sind alle gespannt, ob Brit Floyd tatsächlich als die beste Pink Floyd Coverband genannt werden dürfen.

Die Bühne erinnert, nur hier etwas kleiner, an die gewaltigen Bühnenkonstruktionen der Momentary Laps Of Reason Tour Ende der Achtziger oder der Devision Bell Tour Mitte der Neunziger. Im Hintergrund ist die große runde Leinwand, auf der zu den Songs Filmsequenzen und Bilder gezeigt werden. Ansonsten viele Spots rund um die Leinwand und im vorderen Bereich der Bühne, und auch der eine oder andere Laserstrahler ist auszumachen. Der heutige Abend ist auch eigentlich kein Bericht über die unterschiedlichen Pink Floyd Songs. Von der Setlist her liegt der Fokus, so auch der Titel der Tour, auf dem Megaalbum The Wall. Auch darüber braucht man nicht mehr viel Worte verlieren. Wer kennt es nicht? Ach, es gibt noch welche? Dann schnell mal anhören oder ansehen. Es gibt tolle Aufnahmen und auch der Film The Wall ist sehenswert. Vielleicht hatte der eine oder andere im Jahre 1981 auch die Möglichkeit das aufwendige Original in Dortmund zu sehen. Auch die (allerdings nicht mehr mit den Originalmitgliedern) Aufführung in Berlin zum Mauerfall gibt es als Filmversion.

Das alles wird hier, wenn auch nicht zusammenhängend, musikalisch präsentiert. Nach dem ersten The Wall Block wird ein wenig von Dark Side Of The Moon eingestreut. Genannt seien Time, The Great Gig In The Sky mit einer glänzend aufgelegten Eva Avila am Mikro und Us And Them. Von der Animals wird ebenfalls ein Song gespielt, nämlich Sheep, mein Favorit vom Album. Die neun Musiker können in der Tat mehr als überzeugen. Gitarrist, Brit Floyd-Begründer und Sänger Damian Darlington hat hier eine schlagfertige und virtuos aufspielende Band auf die Beine gestellt. Damian, der früher bei der großen Australian Pink Floyd Show spielte und dort 17 Jahre Mitglied war, hat diese 20111 verlassen, um sich noch getreuer dem Original widmen zu können. Das gelingt ihm mit Brit Floyd zweifellos. Es gibt ja diverse Pink Floyd Coverbands, aber Brit Floyd dürfte einen Ticken besser sein und originaler als die anderen. Das liegt einfach an der genaueren Spielweise und dem 100%igen Reinversetzen aller beteiligten Musiker in das phänomenale Vorbild. Großartig auch Ryan Saranich, der neben dem Bedienen der Percussions auch für tolle Momente am Saxophon sorgt. Der Szenenapplaus ist an der Stelle zu recht gegeben.

Nach der Vorstellung der Mitglieder kommt eines der schönsten Gitarrensoli aus der Pink Floyd Zeit. Bei Comfortably Numb legte David Gilmour all seine Seele in dieses Solo und gab dem Track die nötige Schwere und Tiefe. Dieser Song macht schwermütig und bei den Gitarrenpassagen stellt sich die Gänsehaut automatisch ein. Auch Brit Floyd verstehen es, den Zauber des Songs rüberzubringen. Leider bedeutete dies früher fast immer, dass das Ende des Konzertes nah war. Pink Floyd beschlossen ihre Auftritte dann mit dem rasanten Run Like Hell, hier wird der Track aber für den Beginn des Zugabenblockes genutzt. Weitere vier The Wall Songs beenden dann die Geschichte um den verzweifelten Waters, in der der Zwiespalt zwischen Erfolg und der Unnahbarkeit zum Publikum widergespiegelt wird. Gegen 23:00 Uhr ist das Spektakel dann leider vorbei.

Was für ein grandioser Abend. Der Saal leert sich schnell, aber überall sind glückliche und zufriedene Gesichter zu sehen. Bei der abschließenden Autogrammstunde mit den Brit Floyds, leider ohne den grandiosen Damian Darlington und dem Drummer Arran Amun, gibt’s auf Setlisten, Tourplakaten und CDs eine Erinnerung. Somit endet ein überaus kurzweiliger Abend mit toller Musik, interpretiert von motivierten und präzise spielenden Musikern. Für mich sind sie noch besser, weil noch dichter am Original, als viele der anderen Coverbands. Das ist mehr als nur lohnenswert. Wer die Chance hat und vorher die echten Pink Floyd nie gesehen hat, der sollte unbedingt hingehen. Im High End Bereich wäre das Referenzklasse.

Leider sind die lichttechnisch aufwendigen Momente der Show und damit spektakuläre Bilder erst nach der offiziellen Fotografiererlaubnis erfolgt. Norbert Czybulka hat aber die Zeit genutzt und trotzdem ein paar visuelle Eindrücke geliefert.

Bei YouTube gibts aber tolle Bilder eines ganzen Konzertes von Brit Floyd.

 

Termine:

19.10. Nürnberg, Meistersingerhalle
20.10. Regensburg, Audimax
22.10. München, Circus Krone
25.10. Ulm, ratiopharm arena
27.10. Kassel, Stadthalle
28.10. Wiesbaden, Kurhaus
29.10. Erfurt, Alte Oper
30.10. Berlin, Admiralspalast
01.11. Köln, E-Werk
05.11. Freiburg, Konzerthaus
06.11. Passau, Dreiländerhalle
07.11. Saarbrücken, Congresshalle

Weitere Beiträge
Deep Purple am 22.07.2020 beim Stimmen-Festival auf dem Marktplatz in Lörrach (Vorbericht)