Avatarium – An Evening With Avatarium

Erstes Livealbum von Avatarium im Streaming

Artist: Avatarium

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: An Evening With Avatarium

Genre: Doom Metal

Spiellänge: 93:11 Minuten

Release: 04.12.2020

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://www.facebook.com/avatariumofficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Jennie-Ann Smith
Gitarre – Marcus Jidell
Schlagzeug – Andreas ”Habo” Johansson
Bass – Mats Rydström
Keyboard/Orgel – Rickard Nilsson

Tracklist:

  1. Intro (Live)
  2. Voices (Live)
  3. Rubicon (Live)
  4. Into The Fire/Into The Storm (Live)
  5. Lay Me Down (Live)
  6. Jennie-Ann Talks (Live)
  7. Avatarium (Live)
  8. Shake That Demon (Live)
  9. Pearls And Coffins (Live)
  10. In My Time Of Dying (Live)
  11. Medusa Child (Live)
  12. Sky At The Bottom Of The Sea (Live)
  13. Jennie-Ann Talks 2 (Live)
  14. The Fire I Long For (Live)
  15. Girl With The Raven Mask (Live)
  16. Stars They Move (Live)
  17. Moonhorse (Live)

Schwedens Doomer Avatarium waren dieses Jahr aufgrund der aktuellen Situation zwar nicht in der Lage, die europäischen Bühnen in ihren Bann zu ziehen, doch dafür bringen sie nun das Konzert vom Januar dieses Jahres im altehrwürdigen Nalen in Stockholm direkt in die Wohnzimmer.

Nachdem die Show Live In Stockholm bereits seit August als Video zum Download bereitsteht (https://avatarium.solidtango.com), verkündet die Band nun, dass ihr Livealbum An Evening With Avatarium ab dem 4. Dezember nun auch auf allen Streamingplattformen zur Verfügung stehen wird.

Mastermind und Gitarrist Marcus Jidell hierzu: „Dieses Konzert wurde kurz vor dem Ausbruch der Covid-Pandemie aufgenommen und ist das Set der Tour, die wir eigentlich 2020 spielen sollten. In diesen harten Zeiten hoffen wir nun, dass ihr ein bisschen positive Energie aus unserer Show ziehen könnt. Genießt die dynamische Doom-Intensitiät.“

Avatarium brachten Ende des letzten Jahres ihren vierten Longplayer The Fire I Long For (hier geht es zum Review) über Nuclear Blast Records auf den Markt. Das Konzert in Stockholm sollte der Auftakt der anschließenden Tour der Band sein.

Das erste Mal in Kontakt kam ich mit der Band im November 2015 in Berlin anlässlich der Promotour zu ihrem zweiten Album The Girl With The Raven Mask im kultigen Club Bi Nuu. Damals hatte ich die Band ehrlich gesagt noch nicht so ganz im Blick. Das sollte sich nach dem Gig, bei dem sie von Honeymoon Disease und The Vintage Caravan supportet wurden, schnell ändern.

Ursprünglich einmal als eines der vielen Nebenprojekte von Leif Edling (Candlemass) gegründet, sind Avatarium sehr schnell flügge geworden und konnten nicht nur mich schnell überzeugen. Zwei Jahre später habe ich Avatarium auf der Tour zu ihrem dritten Album Hurricanes And Halos im Kubana in Siegburg ein weiteres Mal live gesehen. Dieses Mal mit einer toll aufgelegten schwangeren Jennie-Ann Smith.

Umso mehr freue ich mich natürlich auf dieses Livealbum, das einen Einstieg in das neue Album und weitere Einblicke in die restlichen Alben gewährt. Auf An Evening With Avatarium erleben wir eine glänzend aufgelegte Band – wie könnte es anders sein. Ich persönlich habe diese sympathische Band um Frontfrau Jennie-Ann Smith und ihren Mann Marcus Jidell noch nie anders erlebt.

Bei der Aufnahme dieses jetzt schon denkwürdigen Abends ist man in die Vollen gegangen. Das komplette Konzert wurde gleich aus fünf verschiedenen Kameraperspektiven gefilmt. Der Sound ist richtig gut.

Nach dem Intro ertönen mit Voices und Rubicon direkt zwei Songs des neuen Albums The Fire I Long For. Für mich selbst braucht es da keinen langen Anlauf. Ich bin direkt dabei! Die äußerst sympathische Band um Frontfrau Jennie-Ann Smith hat mich direkt auf ihrer Seite. Gleich kommt bei mir dieses tolle doomige Livefeeling auf, dem ich bereits zweimal erliegen durfte. Wie schade – auch in diesem Jahr hätte ich Avatarium natürlich gerne live gesehen. Diese blöde Pandemie hat nicht nur der Band einen Strich durch die Rechnung gemacht, sondern auch uns Fans! Ein wenig entschädigt diese Liveaufnahme.

Die Band und ihre Sängerin präsentieren sich perfekt. Da sitzt von den instrumentalen Einlagen bis zum Gesang einfach alles, wie wir es auch in den folgenden Songs Into The Fire/Into The Storm mit glänzenden Hammondorgelklängen in Kombination mit der Gitarre vernehmen. Der Song stammt vom Album Hurricanes And Halos (2017). Danach kommen wir mit Lay Me Down wieder auf das aktuelle Album zurück. Der Song wirkt eher sehr getragen und hat ein paar Westernanleihen.

Dann gibt es eine eineinhalbminütige Ansage von Jennie-Ann Smith, bevor wir mit dem Song Avatarium tief im Doom des gleichnamigen Albums von 2013 versinken. Dieses Avatarium ist einfach nur zu geil und macht die Musik der Band aus. Rockiger wird es mit Shake The Demon, womit wir wieder beim aktuellen Album zurück sind, um gleich mit der Ballade Pearls And Coffins dem The Girl With The Raven Mask (Album von 2015) zu begegnen. Dort verweilen wir mit In My Time Of Dying  mit Gesang und akustischer Gitarre. Sehr schön, hier der kräftigen Stimme von Jennie-Ann Smith zuzuhören.

Zu Hurricanes And Halos kommen wir mit Medusa Child zurück. Ein Song, der hin- und herfegt und erneut wunderbare Hammondorgeltöne vernehmen lässt. Mit Sky At The Bottom Of The Sea vom gleichen Album geht es weiter.

Danach gibt es erneut eine eineinhalbminütige Ansprache von Jennie-Ann Smith auf schwedisch, bevor wir zum Titelsong The Fire I Long For des aktuellen Albums kommen. Ein Song, der sich in einer inneren Zerrissenheit zeigt. Der Song wechselt zwischen einer nur langsam vor sich dahinziehenden Sequenz und auftrumpfenden Gitarrenparts, bevor er gegen Ende hin immer druckvoller wird. Kurz vor Ende des Konzertes gibt es ebenfalls druckvoll den Titelsong von The Girl With The Raven Mask.

Der vorletzte Song Stars They Move zeigt noch einmal deutlich, welche stimmlichen Qualitäten Jennie-Ann Smith hat. Nur ihre Stimme, begleitet von einem Klavier. Ein Song, der auch als Soundtrack zu einem James Bond Film passen könnte.

Moonhorse vom Album Avatarium bildet den würdigen, doomigen Abschluss, ohne akustische Elemente zu vernachlässigen. Und ein geniales Gitarrensolo gibt es bei diesem Song natürlich obendrauf.

Jetzt ist dann leider Schluss! Sehr schade, denn von mir aus könnte es weitergehen. Einer der tollsten neueren Doom Metal Liveacts ist vorbei.

Avatarium – An Evening With Avatarium
Fazit
Ein ganz tolles Livealbum ist An Evening With Avatarium geworden. Der Livemitschnitt vom Januar dieses Jahres in Stockholm entschädigt ein wenig für die ausgefallene Tour der Band, kann diese aber natürlich nicht ersetzen. Da hoffe ich doch darauf, dass wir das im nächsten Jahr nachholen können.

Was ich nicht ganz verstehe, ist die etwas komische Veröffentlichungspolitik, das Konzert zunächst als Downloadkonzert und nun als Stream zu veröffentlichen.

Da gehört für mich unbedingt ein physisches Produkt auf den Markt. Am besten auf Vinyl mit dabei liegender DVD!!! Also Nuclear Blast - wir warten und die Fans werden es euch danken!

Anspieltipps: Voices, Avatarium und Moonhorse
Juergen S.
9.7
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