Bloodspot – The Cannibal Instinct

Der vierte Streich - eine gelungene Weiterentwicklung!

Artist: Bloodspot

Herkunft: Deutschland

Album: The Cannibal Instinct

Spiellänge: 46:54 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 12.03.2021

Label: Reaper Entertainment

Link: http://bloodspot-music.de/

Bandmitglieder:

Gesang – Peter Kunz
Gitarre – Daniel Geberzahn
Gitarre – Phil Unger
Bassgitarre – Flo
Schlagzeug – Björn Grontzki

Tracklist:

  1. The Testament
  2. Our Workers‘ Back
  3. Potzblitz
  4. The Cannibal
  5. The Cure
  6. The Flood
  7. Vielfrass
  8. Death By Dinosaur
  9. Ain’t No Gallows High Enough
  10. I Beg To Differ
  11. Deadline Story

Bloodspot stammen aus Limburg an der Lahn und lärmen bereits seit 2006 herum. Drei Jahre hat es bis zu einem Demo gedauert. Dann ging es aber schneller und von 2011 bis 2016 haute man drei Alben raus. Auf dem zweiten Album By The Horns befand sich der Song Volcanos, ein viraler Youtube-Hit. Der Song landete im neuen Film des Kult-Regisseurs Abel Ferrara. Auch live waren die Burschen ziemlich aktiv, u.a. tourte man mit Pro Pain, Dust Bolt und den Norwegern Sibiir. Ja, da kommt was zusammen. 2019 erschien eine Single und nun Album Nummer vier. Ein Deal mit Reaper Entertainment kam auch noch zustande. Neuer Basser und ein neuer Gitarrist kamen im Jahre 2017 dazu. Es läuft im Hause Bloodspot.

The Testament legt dann auch gleich ordentlich los und ist ein gelungener Auftakt. Ein groovender Midtempopart kommt aggressiv aus den Boxen, das Drumming ist sehr dynamisch und die Vocals sind dreckig growlig. Das Tempo wird kurz runtergefahren und man nimmt wieder Fahrt auf. Fettes, thrashiges Riffing. Die recht moderne Produktion setzt dem Spaß die Krönung auf. Der Song treibt vor sich hin. Break und dann ein melodisches Solo genau zur rechten Zeit. Langsam und schleppend wird dieser vorgetragen und ein dunkler, melancholischer Gesang gesellt sich dazu. Dann wird der Knüppel kurz rausgeholt. Gitarrenvorspieler, Drumbetonung, ab in einen schnellen Ufatapart und dann wieder in den groovenden Midtempopart. Technisch auf hohem Niveau und sehr abwechslungsreich. Vom Riffing her und aufgrund der modernen Produktion klingen sie ein wenig nach neueren Decapitated.

Zu dem Song Our Workers‘ Back gibt es ein YouTube-Video. Auch hier werden ihre Trademarks deutlich hörbar. Ein Drumsolo und einsetzende Vocals eröffnen den Song, ein hypnotisch angehauchtes, melodisch Riff erfolgt und man geht in einen groovigen Part. Kurze Tempoerhöhung und wieder groovend und das hypnotische Riff, nun schneller vorgetragen, erhallt und die Stimmlage des Sängers ändert sich. Und so groovt man sich durch den Song. Breaks setzen ein, die Doublebass nimmt Fahrt auf und wieder Wechsel in den groovigen Bereich. Kommt wieder sehr abwechslungsreich rüber. Der Song drückt ganz gut und kann überzeugen. Am Ende wieder das Drumming mit Vocals. Es wird ruhig und hypnotische Klänge übernehmen den Rest.

Bei Postblitz hört man den Thrash Metal extrem heraus. Schöne Uptemponummer. Ein wilder Ritt mit messerscharfem Riffing und Mitgrölfaktor. Geiler Song. Kleine technische Einstreuer, dann wird thrashig gegroovt und wieder Gas gegeben und der Mitgrölpart wiederholt. Ja, kommt sehr fett und macht einfach nur Laune.

Auch bei Vielfrass geht man sehr aggressiv und hart zu Werke, baut aber auch wieder kleine Spielereien mit ein. Der bedrohlich und melancholisch groovende Part, der so langsam aufgebaut wird und gesanglich alles kann. Argh, gutes Stück. Geil gemacht.

The Cannibal Instinct muss man im Ganzen betrachten. Man hat das Gefühl, dass jeder Song ein Puzzleteil ist und am Ende fügt sich alles zum Bösen, um mal in der Metalwelt zu bleiben. Im Vergleich zu den Vorgängern hat man dieses Mal mehr Wert auf atmosphärische Gitarrenarbeit gelegt. Es schwebt sehr viel Melancholie durch den Raum. Von den reinen Knüllerattacken hat man sich mehr oder weniger verabschiedet, aber trotzdem ist das Album noch brutal und aggressiv. Dunkle, punkige Einflüsse hatten sie schon immer, diese werden aber nun gezielter und stärker mit eingebaut. Dieses gilt ebenfalls für die Elemente aus dem Hardcore Sektor. Doomige Klänge mögen sie auch. Ein sehr intensives Album. Ein Durchgang wird nicht reichen, um alles wahrnehmen zu können.

Bloodspot – The Cannibal Instinct
Fazit
Bloodspot haben mit neuen Musikern an Bord eine kleine Kurskorrektur vorgenommen. Der Death/Thrash wurde verfeinert. Mehr doomige Parts sind zu hören, dunkle punkige Klänge und Hardcoreelemente wurden erweitert und das Ganze wurde modern produziert. Es passt vieles zusammen und es herrscht eine melancholische Grundstimmung. Anchecken!

Anspieltipps: The Testament und Postblitz
Michael E.
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Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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