Can Barrd – Nature Stays Silent

                                       “Von einer Decke umhüllte Musik“

Artist: Can Barrd

Herkunft: Schweiz

Album: Nature Stays Silent

Spiellänge: 70:52 Minuten

Genre: Atmospheric Black Metal

Release: 30.03.18

Label: Northern Silence Productions

Link: https://www.facebook.com/CanBardd/

Bandmitglieder:

Alles – Malo Civelli

Tracklist:

  1. Introduction
  2. My Ancestors
  3. An Evolving Painting
  4. Meditation Glaciale
  5. Underwater
  6. Ocean
  7. Abime
  8. A Gift For Nature

Nachdem ich mich gerade im Kampf gegen die Hitze versuchte, mit meinem 7 €-Mikrofon aus dem Brumberg und einigen Probeaufnahmen abzulenken, durfte ich feststellen, dass es einfach nicht kühler wird. So sitze hier nun, so flutschig wie der eine oder andere Mann gerade in Frankfurt in der Nähe der Werbefirma PHD und sinniere über das von mir hier zu rezensierende Debütwerk Nature Stays Silent von Can Bardd, welches wiederum ein Soloprojekt ist.

Meine illustren Sinnierungen schweifen zuerst gen Albumname, der mir so sehr gegen den Strich geht, wie ein neuer potenzieller Mitarbeiter, der dank der Einnahme verbotener Substanzen nicht verstanden hat, wie der medizinische Test („laufen Sie bitte entlang der Linie“) funktioniert. Ehrlich? Natur bleibt still? Ist eine kotzende Giraffe etwa keine Natur? Meinst du, lieber Malo, nicht, dass sie ihren ungeheuren Schmerzen einen klanglichen Ausdruck verleihen wird? Ist die Natur dann auch ruhig?
Ich weiß, du meinst die tollen Landschaften irgendwo in der Schweiz oder Norwegen, aber verallgemeinernde Albennamen bringen das Fass so zum Überlaufen, wie verführerische Transferangebote vom Erzrivalen in der Bundesliga.

Produktionstechnisch sinniere ich über die grandiose Fähigkeit, mein 7 €-Mikrofon zu unterbieten. Das Ganze klingt so, wie mit einem Kassettenrecorder aufgenommen. Da bin ich 2018 gar nicht mehr so begeistert von. Kann aber auch am Alter liegen. Kann aber daran liegen, dass das Mixen mit einfach zu bedienender Software…einfach ist. Da frag ich mich wirklich, wie das so in der finalen Form veröffentlicht werden kann. Das hat auch nichts mehr mit Atmosphäre zu tun, wenn ich zu jeder Sekunde Angst haben muss, dass irgendein hoher Ton mal wieder auf Zerberstungstour in Richtung meines Ohres ist. Aber das sind nur die Hochtöne, der Rest klingt wie von einer Decke umhüllt.

Fazit: Also, was haben wir: Ein triggernder Albumname und eine produktionstechnische Katastrophe. Was natürlich bleibt, ist die Musik. Und die ist – okay. Man kennt die Lieder so oder in ähnlicher Form von den vielen atmosphärischen Black Metal-Bands da draußen. Man kann es hören, wenn man im Equalizer die Hochtöne rausnimmt. Mühe wurde sich definitiv gegeben, wenn auch nicht beim Mastern…

Anspieltipps: Meditation Glaciale
Gordon E.4
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