Crossfaith – Species (EP)

Wer mischt schon freiwillig Rap mit Trancecore?

Artist: Crossfaith

Herkunft: Osaka, Japan

Album: Species (EP)

Spiellänge: 17:27 Minuten

Genre: Trancecore, Metalcore

Release: 22.05.2020

Label: UNFD

Link: https://www.crossfaith.jp

Bandmitglieder:

Gesang – Kenta Koie
Gitarre – Kazuki Takemura
E-Bass – Hiroki Ikegawa
Keyboard und Synthesizer – Terufumi Tamano
Schlagzeug – Tatsuya Mano

Tracklist:

  1. Digital Parasite
  2. Endorphin
  3. Truth Of Insanity
  4. None Of Your Business (feat. Jin Dogg)
  5. Your Song

Japan ist für – aus unserer Sicht – extreme Bands bekannt. Zum Beispiel würde wahrscheinlich eine Band wie Baby Metal in Deutschland niemals groß werden können. Die aus Japan stammende Girlband füllt im Schulmädchenoutfit ganze Stadien mit poppigen Metaltracks. Im Gegensatz dazu ist Crossfaith nicht so skurril, jedoch nicht weniger extrem. Trancecore ist das Genre, das Kenta Koje und Co. bedienen. Wer jetzt schon abgeschreckt ist, dem empfehle ich einfach mal folgenden Artikel. Für alle anderen kommt jetzt eine EP, die danach schreit, laut gehört zu werden.

Mit dem ersten Track Digital Parasite gibt es erst mal alles in einem Track verpackt, was man in einen Song pressen kann. Von „In-Your-Face“-Passagen über Rap-Einlagen und Breakdowns, bis der Subwoofer sich selbstständig macht und von alleine durch das Wohnzimmer vibriert. Natürlich darf der „Trance“-Part nicht fehlen – doch dieser bekommt nur ein kleines Stück vom Kuchen ab.

Bei Truth Of Insanity gibt es Circle Pit-fähige Musik, während man dem Song metalcoretypischen, klaren Gesang zumischt – eine echt gelungene Portionierung. Wer das Lied End Begins von der Band Deadlock kennt, der wird bei Endorphin seinen imaginären Part 2 finden. Hier werden die Stärken im Trancecoresegment sichtbar und doch schafft man durchweg, nicht zu elektronisch zu werden. So bleibt der Synthesizer im Hintergrund, um die Melodie zu liefern, während die Saiteninstrumente gemeinsam mit dem Schlagzeug für die Rhythmik zuständig sind.

None Of Your Business könnte, würde man die Doublebass weglassen, auch ein Track von Enter Shikari sein. Gerade der Hang zum Rap ist so präsent, dass es logisch ist, dass man sich Rapper Jin Dogg als Gastsänger mit ins Boot geholt hat. Your Song schließt die 2020er EP ab und lässt einen Zuhörer mit ein wenig melancholischen aber doch leicht optimistischen Gefühlen zurück.

Crossfaith – Species (EP)
Fazit
Mit nur fünf Tracks gab es dieses Jahr keinen riesigen Auswurf der Japaner, doch nachdem ich sie seit ihrem 2015er Album ein wenig aus den Augen verloren hatte, war ich froh, mal wieder etwas unter der Flagge von Crossfaith hören zu können. Macht das nun glücklich? Naja - sicher ist Species keine schlechte EP. Man bedient sich an einem Genremix, der wirklich nicht so oft verwendet wird – wer mischt schon freiwillig Rap mit Trancecore? Dass so was aber gut klingen kann, beweist man hier auf jeden Fall und zeigt, dass man auch im Jahr 2020 nicht bei einer Schublade bleiben muss, wenn es um Geschmack geht. Aufgrund der Kürze bekommt die EP noch einen Punkt Abzug – ansonsten durchschnittlich bis gut hörbar.

Anspieltipps: Digital Parasite und None Of Your Business (feat. Jin Dogg)
Kai R.
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Punkte
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