Dolch – III: Songs Of Happiness…Words Of Praise

„Ambient Doom am Ufer des Hades”

Artist: Dolch

Herkunft: Unknown

Album: III : Songs Of Happiness…Words Of Praise

Genre: Ambient Doom

Spiellänge: 37:45

Release: 07.12.2017

Label: Vàn Records

Link: http://www.van-records.de/advanced_search_result.php?keywords=dolch+III&x=0&y=0

Bandmitglieder:

unknown

Tracklist:

1. Opening Speech
2. Intro Mit Pauken Und Trompeten
3. The River
4. Siren
5. Hydroxytryptamin Baby I
6. Track Six
7. 100000 Days

Seit 2014 mit der Veröffentlichung ihrer Demos I sind Dolch irgendwie ein Geheimtipp. An Dolch muss ja schon etwas Besonderes sein. Wie kann man sonst schon mit den Demos I direkt einen Vertrag beim Label Vàn Records ergattern.

Bei Vàn Records ist dann auch im Dezember 2017 das neueste Werk von Dolch mit dem Titel III – Songs Of Happiness…Words Of Praise erschienen. Dort wird es zwar als MCD bzw. MLP angepriesen, mit fast 38 Minuten hat es jedoch eine beachtliche Dauer erreicht. Da kenne ich offizielle Alben, die wesentlich weniger Dauer haben. Wie bei Vàn Records üblich, ist neben der regulären CD eine auf 300 Stück limitierte CD Fassung und eine Vinylversion (180g dark blue virgin vinyl) erhältlich. Der Sammler kommt bei Vàn Records mal wieder voll auf seine Kosten. 

Zur Band Dolch gibt es nun wirklich kaum etwas zu sagen. Wieso nicht? Auch im Informationszeitalter macht sich die Band auf Socialmedia Plattformen mega rar und hält sich mit Informationen zur Band total zurück. An zuverlässige Informationen ist nicht zu kommen. So können / müssen wir uns dann wirklich nur auf ihre Musik beschränken.

Dolch machen so etwas wie Ambient Doom. Experimentieren darin herum und legen noch ein wenig Blackened dazu. Das hört sich sehr interessant an, mag jedoch für einen Großteil der Hörer schwer verdauliche Kost sein.

Das Album III – Songs Of Happiness…Words Of Praise hat absichtlich kaum Bewegung und Groove. Bewegung und Groove hat am meisten noch das Intro Mit Pauken Und Trompeten. Dann hört es aber auch schon auf. River nimmt dich mit zum Ufer des Hades. Wann und ob der Fährmann kommt, bleibt offen. Vielleicht musst du hier ewig verweilen. Der Hörer, der hier Happiness erwartet und hören möchte, sei gewarnt. Das gibt es hier nun wirklich nicht zu hören. Happiness müsst ihr irgendwo anders suchen. Auch der Black Metal Fan, der vielleicht auf das Cover reingefallen ist und sich das Album zugelegt hat, wird hier enttäuscht werden. Ihm wird regelrecht ein Dolch ins Herz gestoßen.

Den Hörer erwartet ein manchmal schwer verdauliches und auch verstörendes Ambient Doom Machwerk. Die Instrumente werden in der Regel recht spärlich eingesetzt. Es entstehen Klangteppiche, die einen manchmal genervt oder auch sehnsüchtig zurücklassen. Je nachdem, wie man zu solcher Musik steht. Denn diese ist entweder faszinierend oder abschreckend. Es kommt immer auf die Betrachtungsweise an. Genauso widersprüchlich erscheint der weibliche Gesang. Dieser ist wie die Musik manchmal beschwörend und manchmal bedrohlich. Irgendwie holt sie dich aus deinem aktuellen Bezug raus und bringt dich in Welten, die du nicht fassen und begreifen kannst. Die Sehnsucht nach dem großen Nichts. Viele Soundfragmente sind vorhanden, wobei einige mit der Zeit unerträglich werden können oder halt süchtig machen. Ganz wie du dich auf die Musikwelt von Dolch einlassen kannst. So ist zum Beispiel 100000 Day mit lautem Rauschen unterlegt. Da wird bestimmt jeder an seine Grenze kommen.

Oldschool oder Truemetaler werden mit diesem Teil nichts, aber auch überhaupt nichts, anfangen können. Jungs und Mädels dieser Fraktion also hier meine Warnung: Finger weg! Für die, die sich gerne mal von eingeschlagenen und eingetretenen Wegen entfernen wollen: Hört mal rein. Es könnte ein neues mentales Hörerlebnis für euch werden.

Fazit: III : Songs Of Happiness…Words Of Praise von Dolch ist ein recht schwer zugängliches Werk. Am ehesten im Ambient Doom angesiedelt, dürfte es experimentierfreundlichen Fans am ehesten gefallen. Aber auch diese könnten damit überfordert sein, oder aber sie haben ihre Freude mit dem Album. Ich selbst muss gestehen, dass ich mich beim erstmaligen Hören selbst ein wenig schwer tat und mir nur ein "naja" über die Lippen rutschte. Bei mehrmaligem Hören wird das Album jedoch immer spannender und beeindruckt in seiner Seltsamkeit. Das anfangs Unerträgliche macht dann süchtig. Hier noch die Warnung an alle Oldschool oder True Metaler: Dieses Album wird ein Dolchstoß für euch sein!

Anspieltipps: The River, 100000 Days
Juegen S.
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