Dream Theater – Distance Over Time

“Dream Theater vierzehntes Album offenbart kaum Schwächen!“

Artist: Dream Theater

Herkunft: New York, Amerika

Album: Distance Over Time

Spiellänge: 60:59 Minuten

Genre: Progressive Metal

Release: 22.02.2019

Label: InsideOut/Century Media

Links: http://dreamtheater.net/
https://www.centurymedia.com/

Bandmitglieder:

Gesang – James Labrie
Gitarre, Background Gesang – John Petrucci
Tasteninstrumente – Jordan Rudess
Schlagzeug – Mike Mangini
Bass – John Myung

Tracklist:

  1. Untethered Angel
  2. Paralyzed
  3. Fall Into The Light
  4. Barstool Warrior
  5. Room137
  6. S2N
  7. At Wit’s End
  8. Out Of Reach
  9. Pale Blue Dot
  10. Viper King (Bonus Track)

Drei Jahre nach The Astonishing erscheint nun das vierzehnte Album der amerikanischen progressive Metal Truppe Dream Theater. Inklusive Bonustrack dürfen wir uns an zehn brandneuen Songs erfreuen, bei denen noch immer James LaBrie, nun bereits 28 Jahre, das Mikro fest in der Hand hält und Bassist John Meyung die dicken Saiten zupft. Der umtriebige Erfolgsdrummer Mike Portnoy wurde ja bekanntlich durch Mike Mangini ersetzt, der seine Sache mehr als nur gut managed. Über die Qualitäten von John Petrucci an der Lead-Gitarre brauch ich nicht viele Worte verlieren und der Einsatz von Keyboarder Jordan Rudes gibt dem Sound von Dream Theater das nötige Quäntchen an Unverwechselbarkeit. Was nun die zehn Tracks hergeben, soll dieses Review beleuchten. Bemerkenswert ist noch die Herangehensweise an diese Platte. Alle Musiker haben sich mehrere Monate zusammengetan und auch zusammengelebt, was der Kreativität und dem Songwriting gut getan hat. Wie in einem Feriencamp hat man zusammengewohnt, gelacht, gearbeitet und Spaß gehabt. Das Ergebnis kann sich mehr als nur sehen lassen. Es dürfte eines der erfolgreichsten Dream Theater Alben werden und in einem Atemzug mit Black Clouds & Silver Linings und Images And Words genannt werden. Auch der Wechsel zum InsideOut Label, ist an dieser Stelle positiv zu erwähnen.

Die Erwartungshaltung ist hoch und wird auch gleich mit dem ersten Song Untethered Angel belohnt. Der eingängigere Chorus, gepaart mit den typischen Progparts, hat bei mehrmaligem Hören schon fast Ohrwurmcharakter. Der zweite Song Paralyzed ist etwas melancholischer und getragener. Er wurde als dritte Auskoppelung bereits vorab veröffentlicht und den füge ich im Anhang mal mit bei.

Fall Into The Light ist dann schon länger und ein typischer Progsong. Nach einem langen instrumentalen Beginn zeigt James LaBrie seine Sangesqualitäten. Man mag ihn oder auch nicht. Ich kann seine Stimme gut leiden und sie passt auch zu Dream Theater. Hier werden zumindest schon mal sieben Minuten Spielzeit erreicht. Auffällig ist, auf dieser Scheibe wird zu alter Härte zurückgefunden. Auch bei Barstool Warrior ist das deutlich zu spüren. Highlight ist bei diesem Stück das Schaffen von Jordan Rudess an den Tasten. Auch hier kommt der leichte Jam-Charakter zum Tragen, der diese Aufnahmen alle auszeichnet. Auch die anderen Mitmusiker kommen da zum Zuge. So darf Mike Mangini bei Track fünf seine Drums gekonnt, zielführend einsetzen, während bei S2N der wuchtige Basslauf von John Myung in den Vordergrund rückt, ohne zu präsent zu sein. Hier wird harmonisch auf das große Ganze gesetzt.

Der mit fast zehn Minuten längste Song At Wit’s End zeigt, dass alle Instrumentalisten in der Lage sind, ein Stück Musik zu machen, ohne dass es langweilig wird. Top Song. Out Of Reach kann dann getrost als Ballade bezeichnet werden. Ein sentimentaler LaBrie sorgt für die kleine Abweichung auf dem sonst eher heavy gehaltenem Album. Pale Blue Dot beschließt das Album passend, wenn auch etwas untypisch. Wer sie bekommt, sollte die Ausgabe mit dem Bonustrack wählen, denn hier hat sich noch ein echtes Schmuckstück eingeschlichen. Viper King, als letzter Song des Ltd. CD Digipacks, wartet mit einer freudigen und positiven Stimmung auf und das ist für das Erinnern an die CD wichtig.

https://www.youtube.com/watch?v=C7m7l8iqGAk

Fazit: Wer Progmusik mag, der kommt an Dream Theater nicht vorbei und an Distance Over Time schon gar nicht. Hier wird in der Progszene 2019 ein starkes Werk vorgelegt, das erst mal getoppt werden muss. Kaum Schwächen, dafür viele Stärken bei diesem überaus gelungenen, kompakten Stück Musik. Die Spielzeit ist mit unter einer Stunde, ohne den Bonustrack, für eine gute progressive Rock Scheibe zwar kurz, aber atmosphärisch passt das alles zusammen.

Anspieltipps: At Wit’s End, Fall Into Light
Kay L.
9.5
Leser Bewertung4 Bewertungen
9.3
9.5
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