Erdling – Helheim

Manchmal braucht es nur ein Wort - Geil!

Artist: Erdling

Herkunft: Essen, Deutschland

Album: Helheim

Spiellänge: 36:58 Minuten

Genre: Neue Deutsche Härte, Dark Rock

Release: 03.12.2021

Label: Out Of Line

Link: www.erdling.band

Bandmitglieder:

Gesang – Neill Freiwald
Gitarre – Neno Djento
Bass – Rob Hahn
Schlagzeug – Chris Schäfer

Tracklist:

  1. Rabenherz
  2. Götterdämmerung
  3. Der Mensch Verdient Die Erde Nicht
  4. Leuchtfeuer
  5. Fimbulwinter Feat. Julie Elven
  6. Baum Der Welt
  7. Vogelfrei
  8. Es Zerfällt
  9. Weißglut
  10. Helheim
  11. Das Ritual

Erdling wurden 2014 gegründet. Sie veröffentlichen mit Helheim bereits ihr fünftes Studioalbum. Schon das Cover des neuen Werks zeigt, worauf man sich hier einlässt. Raben, dunkle Gestalten, knorrige Bäume, ein rot glühender Planet – düster und bedrohlich fühlt es sich auf den ersten Blick an.

Erdling begegneten mir das erste Mal auf dem Rockharz und bis auf die letzten zwei Songs verpasste ich den Auftritt damals leider. Und ich weiß noch, dass ich sie sofort auf Facebook likte, um sie nicht aus den Augen zu verlieren, denn die Show war richtig gut.

Umso gespannter warte ich auf die ersten Töne von Rabenherz. Und mein erster Gedanke ist: Geil! Und auch der Zweite. Und der Dritte. Ein Review nur aus einem Wort bestehen zu lassen, ist dann aber doch etwas dünn.

Der Song geht mit guter Geschwindigkeit direkt in die Vollen. Die Stimme von Neill Freiwald nimmt mich mit. Und ich fühle die Endzeitstimmung wieder, die uns alle wohl in der Hochphase der Pandemie im Griff hatte.

Auch bei Götterdämmerung und Der Mensch Verdient Die Erde Nicht reißt meine Begeisterung nicht ab. Die Texte sind unheimlich gut. Es ist, als würden sie all das, was mich in den letzten Monaten aufgewühlt hat, vereinen und anklagen, ohne es wirklich auf ein Thema zu fixieren.

Gesanglich wird es bei Leuchtfeuer etwas weniger grob, die Musik bleibt trotzdem kraftvoll und treibt voran. Auch hier wieder ein Text, der einen mitnimmt und vor dem inneren Auge einen Film flimmern lässt.

Das Gefühl, durch das Album „hindurchgezogen“ zu werden, bleibt. Es ist wie ein guter Blockbuster, bei dem man gespannt wartet, wie es weitergeht. Fimbulwinter wird unterstützt von Soundtrack-Sängerin Julie Elven und gewinnt durch sie an Dramatik und Theatralik. Mit dem Video zum Song im Hinterkopf kann man fast die Kälte spüren.

Baum Der Welt beginnt vergleichsweise ruhig und nachdenklich. Als ich gerade denken möchte, dass mir das echt zu langsam ist, bekomme ich auf der Hälfte des Stücks noch einmal Vollgas um die Ohren geballert und bin sofort wieder voll dabei.

Und auch Vogelfrei hat eine gut gemachte Mischung aus eingängigem Gesang und vorantreibender Musik. Irgendwie bin ich auf einem kurzen Zwischenstück an Falko erinnert, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut.

Es Zerfällt ist ein 24-Sekunden-Titel. Was der Künstler mir hier sagen möchte, erschließt sich mir leider nicht. Das hätte man sich meiner Meinung nach sparen können. Es bringt mich irgendwie aus dem Sog heraus und stört mich eher.

Weißglut fängt mich leider auch nicht so wirklich wieder ein. Text und Sound empfinde ich hier als eher mittelmäßig und warte darauf, dass es vorbeizieht.

Zum Glück kommt mit Helheim dann noch mal ein Stück, das meine Fantasie wieder auf Touren bringt. Insgesamt ist es sehr viel ruhiger, aber angenehm zu hören. Text und Musik sind düster, aber irgendwie passen sie ans Ende dieses Albums. Das Ritual ist dann so gar nicht meins, dient aber für mein inneres Kopfkino zumindest noch als „Abspann-Melodie“.

Das Album erscheint als CD und ist außerdem in zwei verschiedenen Box-Sets erhältlich.

Erdling – Helheim
Fazit
Ich bin von diesem Album wirklich begeistert. Es war, als würde die Band mir einen Film aus Musik vorführen, der in meinem Gehirn zu Bildern wird. Laut aufgedreht hat es eine enorme Kraft, die mitreißt. Ich glaube, mit diesem Album kann man sich sowohl zurücklehnen und mitnehmen lassen, als auch vor der Bühne richtig abfeiern. Vom Anfang bis zum Ende alles super platziert. Selbst das letzte Stück, das mich nicht so gepackt hat, passt einfach dorthin. Ich habe weder den Postboten noch diverse WhatsApp-Nachrichten bemerkt und das will schon was heißen. Für die kurze Spaßbremse kurz vor Schluss ziehe ich einen Punkt ab, aber ansonsten volle Empfehlung!

Anspieltipps: Rabenherz, Götterdämmerung und Fimbulwinter
Alex D.
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