Killswitch Engage – Atonement

Nimm die Dunkelheit wahr und kämpf dich durch

Artist: Killswitch Engage

Herkunft: Westfield, Massachusetts

Album: Atonement

Spiellänge: 36:30 Minuten

Genre: Metalcore

Release: 16.08.2019

Label: Metal Blade Records

Link: http://www.killswitchengage.com/

Produktion: Adam Dutkiewicz in Adams Wicked Good Studios

Bandmitglieder:

Gesang – Jesse Leach
Gitarre und Backgroundgesang – Adam Dutkiewicz
Gitarre – Joel Stroetzel
Bassgitarre – Mike D’Antonio
Schlagzeug – Justin Foley

Tracklist:

  1. Unleashed
  2. The Signal feat. Howard Jones
  3. Us Against The World
  4. The Crownless King feat. Chuck Billy
  5. As Sure As The Sun Will Rise
  6. Know Your Enemy
  7. Take Control
  8. Ravenous
  9. I Can´t Be The Only One
  10. Bite The Hate That Feed

Atonement, zu Deutsch Buße oder Wiedergutmachung (für was?), heißt das nunmehr achte Studioalbum der Amerikaner Killswitch Engage, die für den aktuellen Output erstmals bei Metal Blade angeheuert haben und beinahe standardmäßig mit Unleashed in direkter Verbindung zum asiatisch anmutenden Cover loslegen.

Überraschung, direkt im slayerartig instrumentieren Song The Signal Fire veredelt Ex-Sänger Howard Jones das Material, der die Truppe von 2002 bis 2012 zu dem gemacht hat, was sie heute ist, auch wenn ich persönlich Jesse Leech lieber mag. Sicherlich ist hier kein Zufall, dass The Signal Fire diesen Namen trägt, denn wer Howard Jones´ Band Light The Torch verfolgt, der erkennt auch hier schnell den Bruderkuss der zwei Sänger. Über das ebenfalls große Us Against The World, welches mit mehrstimmigen Harmonien zum Niederknien beeindruckt, galoppiert man im Thrash meets Metalcore-Experiment The Crownless King mit Testament Fronter Chuck Billy gegen das System. As Sure As The Sun Will Rise ist ein Hackbrett vor dem Herrn, das diese typischen Killswitch Harmonien völlig unerwartet im Refrain rausknallt. Know Your Enemy könnte ein Kampf des Fronters mit sich selbst sein, schließlich litt er während des Aufnahmeprozesses an einer Schreibblockade und musste sich einer unangenehmen Geschwulst-OP auf den Stimmbändern stellen, das sicherlich Anstoß gewesen sein dürfte, in der darauf folgenden dreimonatigen Reha an der Stimme zu arbeiten. Dies kann man beeindruckend auch in Take Control hören, in dem die vielleicht variabelste Gesangsleistung der Killswitch Engage Karriere von Leech zu hören ist. Ravenous glänzt ebenfalls (noch) verhalten und benötigt sicherlich mehrere Durchläufe, was ich immer als Qualitätsmerkmal der Band empfunden habe. Komplexe Songs mit wechselnder Dynamik zu schreiben ist das Meisterfach der Band. I Can´t Be The Only One ist Filmmusik at its beast und hat viel Singlepotenzial, ganz klar. Hier werden auch Erinnerungen an My Curse wach. Bite The Hate That Feed kloppt dem letzten Zweifler die Ohrläppchen zu Blumenkohl und ist bestes Pitfutter für die Fans, hier werden über knapp fünf Minuten keine Gefangenen gemacht und zeigt die Band vor Kraft strotzend. Gerne dürfen sich sämtliche Bands des Genres eine Scheibe abschneiden, die vielleicht vergessen haben, kompromisslose Härte mit Break Downs und Melodie zu verbinden. I Am Broken Too ist die zum Album passende Single (und scheinbar nur als Single ausgekoppelt), diese sei der Vollständigkeit halber auch hier erwähnt, denn das Video und der Song sind absolute Granate.

Killswitch Engage – Atonement
Fazit
Noch finde ich den Vorgänger Incarnate von 2016 besser bzw. Disarm The Descent aus dem Jahr 2013. Das aktuelle Album ist weniger zugänglich und benötigt vielleicht noch mehr Durchläufe als es die beiden Vorgänger verlangten, es dürfte sich aber nahtlos in den Katalog fügen. Zwar fehlen mir noch die ganz großen Songs, das kann aber noch werden. Definitiv sollte man auch die erschienene Single I Am Broken Too anchecken, die es unverständlicherweise nicht auf das Album geschafft hat, zumindest nicht auf das der Redaktion vorliegende Material. Dennoch denke ich, dass Killswitch Engage eine der großartigsten Bands unserer Zeit sind, so einfach ist das.

Anspieltipps: Bite The Hate That Feed und Us Against The World
Dominik B.
9.3
Leserwertung10 Bewertungen
6.3
Pro
Contra
9.3
Punkte
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