Letters From The Colony – Vignette

“Ein Album zum verlieben“

Artist: Letters From The Colony

Herkunft: Borlänge, Schweden

Album: Vignette

Spiellänge: 55:00 Minuten

Genre: Progressive Death Metal

Release: 16.02.2018

Label: Nuclear Blast

Link: https://www.facebook.com/lettersfromthecolony

Produktion: Eigenproduktion, Mastering von Jens Bogren

Bandmitglieder:

Gesang – Alexander Backlund
Gitarre – Tterrab Dys
Gitarre – Joohan Jönsegård
Bassgitarre – Emil Österberg
Schlagzeug – Jonas Sköld

Tracklist:

  1. Galax
  2. Erasing Contrast
  3. The Final Warning
  4. This Creature Will Haunt Us Forever
  5. Cataclysm
  6. Terminus
  7. Glass Palaces
  8. Sunwise
  9. Vignette

Mit Letters From The Colony haben Nuclear Blast eine weitere, vielversprechende Newcomer Band auf die Welt losgelassen. Die fünf Schweden sind aber nicht irgendeine Neuentdeckung, sondern beeindrucken auf ihrem Debütalbum Vignette mit komplexen Polyrithmen à la Meshuggah und einer sehr breit aufgestellten, fast schon ungewöhnlichen Klangpalette. Was einem sofort auffällt, ist, dass es sich hier um keine Anfänger handelt, die ihre ersten Versuche im Studio hinter sich gebracht haben – Letters From The Colony haben ihren langjährigen Traum vom eigenen Studio längst erfüllen können und hatten somit das Privileg ganz in Ruhe an die Sache dran zu gehen. Genau das hört man dem Album auch an.

Sind LFTC also lediglich Musiker, die Bands wie Meshuggah oder Gojira kopieren wollen? Nein, auf keinen Fall sind sie das – hört man sich nur mal die ersten beiden Tracks Galax und Erasing Contrast an, fallen einem die Parallelen zu den genannten Bands natürlich direkt auf. Doch die ruhigen, atmosphärischen Klänge sind die, die die Schweden besonders hervorheben und durch große Experimentierfreudigkeit, die Songs zu einem Ganzen erfüllen. Alleine der hintere Teil von Galax ist durch die verschiedenen Effekte so verträumt und beruhigend, dass man sich ihn nach mehrmaligem Hören gar nicht mehr wegdenken möchte. Eben genau solche Momente liebe ich bei dieser sonst so vertrackten Art von Musik.

Von Anfang an ist Vignette ein modernes progressives Metal Album, in dem Letters From The Colony es trotz der langen Spielzeit von 55 Minuten schaffen, es ganz ohne Gebrauch von Clean Gesang erstaunlich leicht zugänglich zu machen. So folgt beispielsweise auf das groovende The Final Warning ein kurzes Zwischenspiel, welches das Tempo an genau der richtigen Stelle herausnimmt, bevor Cataclysm mit erdrückenden Riffs wieder das Zepter in die Hand nimmt. Terminus ist wahrscheinlich das Stück, was die meisten Parallelen zu Gojira aufzeigt und anschließend das wundervolle Glass Palaces einleitet.

Das nahezu perfekte Glass Palaces hat mich bereits beim ersten Durchgang komplett umgehauen und repräsentiert den Stil von LFTC ziemlich genau in einem Song. Wenn nach so vielen Emotionen auch noch ein zwölfminütiges Ende auf einen wartet, ist das natürlich erst einmal ein harter Brocken. Wer sich aber die Zeit nimmt Vignette einmal im Ganzen zu genießen und sich die Mühe macht auf jedes Detail zu achten, dem wird es auch eindrucksvoll in Erinnerung bleiben.

Fazit: Vignette ist ein eindrucksvolles Album, womit es die Schweden geschafft haben, sich trotz vieler Parallelen in der Masse hervorzuheben. In knapp einer Stunde bekommt man eine gewaltige Ladung an Energie, groovenden Riffs und wundervollen, sanften Melodien geboten, die es schaffen einem irgendwie im Kopf zu bleiben. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass das Ganze das Debütalbum LFTCs ist und in Eigenproduktion, im EIGENEN Studio aufgenommen wurde, ist das sehr bemerkenswert. Im Endeffekt sind Letters From The Colony also der perfekte Mix aus Meshuggah und Gojira und bieten trotzdem vieles, was man so noch nicht gehört hat. All diejenigen, für die Meshuggah zu anstrengend ist, sind hier auf jeden Fall goldrichtig.

Anspieltipps: The Final Warning, Terminus und Glass Palaces,
Julian N.8
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