Lord Of The Lost – Swan Songs III

Zum dritten Mal begeistern die Gesänge der Schwäne

Artist: Lord Of The Lost

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Album: Swan Songs III

Spiellänge: 103:41 Minuten

Genre: Dark Rock, Symphonic Rock

Release: 07.08.2020

Label: Napalm Records

Links:  http://www.lordofthelost.de/
https://label.napalmrecords.com/lord-of-the-lost

Bandmitglieder:

Gesang, Violoncello, Semi Akustic Gitarre – Chris „The Lord“ Harms
Akustik Gitarre – π
Akustik Bass – Class Grenayde
Percussion – Niklas Kahl
Grand Piano – Gared Dirge

Lord Of The Lost Ensemble:

Akustik Gitarre – Bengt Jaeschke
Orgel, Cembalo, Idofon – Corvin Bahn
Erste Violine – Maline Zickow
Zweite Violone – Felicitas Fischbein
Violine – Ida Luzie Philipp
Violoncello -Miriam Göbel
Kontrabass – Julia C. Pfänder
Perkussions – Daniel Möhrke
Percussions – Henrik Petschull

Tracklist:

CD 1

  1. A Splintered Mind
  2. A One Ton heart
  3. Dying On The Moon (Feat. Joy Frost)
  4. Zunya
  5. Unfeel
  6. Deathless
  7. Agape
  8. Hurt Again
  9. Amber
  10. We Were Young (Feat. Heaven Can Wait Chor)
  11. 4‘33‘‘
  12. Dying On The Moon (Joyless Version)
  13. We Were Young (Feat. Heaven Can Wait Chor)

CD 2

  1. Loreley (Swan Songs III Version)
  2. Morgana (Swan Songs III Version)
  3. Black Halo (Swan Songs III Version)
  4. Cut Me Out (Swan Songs III Version)
  5. In Silence (Swan Songs III Version)
  6. Seven Days Of Anavrin (Swan Songs III Version)
  7. My Heart Is Black (Swan Songs III Version)
  8. Letters To Home (Swan Songs III Version)

In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen Lord Of The Lost CDs, die sich von den sonst üblichen harten Dark Rock Veröffentlichungen unterscheiden. Das ist die Reihe Swan Songs, die bereits in die dritte Runde geht. Dabei wurden nicht nur Songs des letzten Albums Thornstar neu arrangiert und in ein symphonisches Gewand gepackt, sondern auch 13 neue Songs kreiert, die auf der Haupt-CD für Begeisterung sorgen. Alle Tracks wurden mit dem Lord Of The Lost Ensemble eingespielt, das sich hier wieder als außerordentlich virtuos zeigt.

Bereits der erste Song A Splintered Mind zeigt die Klasse der neuen Kompositionen. Eine einprägsame Melodie, auf der sich Chris Harms mit tiefer Stimme eindrucksvoll präsentiert. Die Ballade A One Ton Heart, mit Klavier und leichter Akustikgitarre, macht es Chris dann leicht, mit seiner ausdrucksstarken Stimme zu überzeugen. Bei Dying On The Moon bekommt der Lord Unterstützung von Joy Frost, die zusammen mit Chris ein gegensätzliches aber harmonisches Team bildet. Das gibt dem gesamten Song Spannung und einen romantischen Touch, die einfach gut zusammenpassen. Immer wieder ist es eine Freude, den Songs zu lauschen. Zunya überrascht mit schon fast mittelalterlichen Zügen, die jedem Spielmann zur Ehre gereicht hätten. In diesem Stil setzen sich die dreizehn Songs der ersten CD in Szene. Die Nummern sorgen für Gänsehautmomente und die dichte Atmosphäre hüllt einen in einen Kokon von Emotionen. Das macht harte Kerle weich und die Damen dürften angesichts der gefühlvollen Songs nur so dahinschmelzen.

Das epische Unfeel strotzt nur so vor Romantik, während bei Hurt Again der Schmerz im Track schon fast körperlich zu spüren ist. Das Ensemble macht mit Herz und Seele einen so professionellen Job, dass der Spaß an der Arbeit aus jeder Rille der CD zu hören ist. Ich überlege immer, wie kommt der Mann auf solche schönen Melodien und die teils sehr emotionalen Texte? Und das Ensemble setzt diese mal wieder so genial um, dass man nur virtuelle Hüte ziehen kann. Das soll die Arbeit von Class, Pi, Gared und Niklas nicht schmälern, aber die treibende kreative Kraft dürfte Mastermind Chris „The Lord“ Harms sein. Da bleibt nur die Vorfreude auf die Swan Songs Tour in 2021, auf der diese Tracks dann live zu hören sein werden. Ein weiteres Schmankerl ist We Were Young, das LOTL, das Ensemble und der Heaven Can Wait Chor zusammen eingespielt haben. Diese fruchtbare Zusammenarbeit wurde dann auch vom ZDF begleitet, die daraus eine sehenswerte Dokumentation gemacht haben (hier zu sehen). Der Chor besteht aus Mitgliedern, die alle bereits die sechzig Lenze überschritten, und sich auf das Abenteuer mit den Dark Rockern eingelassen haben. Das Ergebnis ist eindrucksvoll und beschäftigt sich mit der Unbekümmertheit der Jugend, die hier auf das fortgeschrittene Alter trifft und dadurch auf die Vergänglichkeit des Lebens aufmerksam wird. Für eine Überraschung sind LOTL immer gut. Das zeigt sich bei der Coverversion 4‘33“, im Original von John Cage, das hier in einer eigenwilligen Interpretation daherkommt. Wer es noch nicht „gehört“ hat, den lasse ich im Dunkeln. Das dazugehörige Video ist ebenfalls klasse und lohnt sich anzuschauen. Zum Abschluss gibt’s noch einmal Dying On The Moon diesmal ohne Joy Frost und eine weitere Version von We Were Young.

CD zwei wartet mit einigen alten Lord Of The Lost Klassikern auf, die alle bekannt sein dürften. Die Stücke wurden neu arrangiert und gewinnen in dieser Version ungeheuer. Die im Gegensatz zur Haupt-CD mit Masse wuchtigeren Songs erstrahlen in neuem Glanz und bringen ganz andere Facetten zum Vorschein. Vom letzten Album sind es Loreley, Morgana, Black Halo und Cut Me Out, die allesamt zeigen, wie gut diese, sonst doch sehr schnellen und harten Songs, in orchestraler Version funktionieren. Weiterhin sind da noch In Silence, Seven Days Of Anavrin, My Heart Is Black und mit 18 Minute das besonders lange und epische Letters Of Home, in dem alle nochmals zeigen, was sie können. In allen Tracks gibt es hervorragend eingesetzte Konzertgitarren von Class und Pi, ein überaus passendes Klavierspiel, das Multiinstrumentalist Gared beisteuert, während die Percussions von Niklas für die notwendige dezente Härte sorgen.

Das gesamte Werk kommt in diversen Ausführungen auf den Markt. Die Deluxe Version gibt es (besser, gab es) bereits für schlappe 35 Euro, dürfte aber nur noch in Einzelfällen zu finden sein. Ähnlich verhält es sich mit dem hübsch aufgemachten Earbook, das ebenfalls in den offiziellen Shops nicht mehr verfügbar ist. Als CD und Vinyl Ausgabe ist Swan Songs III im Lord Of The Lost Shop oder bei einigen anderen Anbieten noch erhältlich.

Lord Of The Lost – Swan Songs III
Fazit
Gelungenes Werk der Dark Rocker aus Hamburg. Gerade die erste CD kann mit ihren Arrangements, der romantischen Verträumtheit, den epischen und großen Hymnen voll punkten. CD zwei liefert mit der Auswahl einige tolle Alternativen zu den bereits im Original überzeugenden Songs. Hier kann jeder, der die vorherigen Ausgaben der Swan Songs bereits sein eigen nennt, gefahrlos zugreifen und wird nicht enttäuscht. Wer sich nicht darauf einlassen will, der hat an dieser Stelle selber Schuld. Ich mag das, was da abgeliefert wird, und freue mich auf die Live-Umsetzung im kommenden Jahr.

Anspieltipps: A Splintered Mind, Dying On The Moon, 4‘33“ , We Were Young und Loreley
Kay L.
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