Marduk – Frontschwein

“Die Entwicklung wird nicht gestoppt!“

Artist: Marduk

Herkunft: Schweden

Album: Frontschwein

Spiellänge: 52:28 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 19.01.2015

Label: Century Media Records

Link: http://marduk.nu/

Bandmitglieder:

Gesang – Mortuus
Gitarre – Morgan
Bassgitarre – Devo
Schlagzeug – Fredrik

Tracklist:
1. Frontschwein
2. The Blond Beast
3. Wartheland
4. Rope Of Regret
5. Between The Wolf-Packs
6. Nebelwerfer
7. Falaise: Caudron Of Blood
8. Doomsday Elite
9. 503
10. Thousand-Fold Death
11. Warschau III: Necropolis (Bonus Track)

Marduk CD PIc

Marduk treiben nun mehr seit fünfundzwanzig Jahren ihr Unwesen im Black Metal-Sektor. Seitdem haben die Schweden einiges mitgemacht und sich von unten bis in die oberste Spitze der Szene gespielt. Dort sind sie nicht mehr wegzudenken, trotz der diversen Besetzungswechsel (vor allem in den ersten Jahren) mahlt das Getriebe unaufhörlich weiter und die Panzerketten werden immer wieder aufs Neue gespannt. Wer an Zeiten wie Dark Endless, Panzer Divison Marduk oder Rom 5:12 zurückdenkt, weiß, dass sich Marduk niemals neu erfinden und es keinen Stopp in der Entwicklung gibt. Mit Frontschwein werden sie die letzte Sau aus dem verschlammten Schützengraben dieses Planten jagen.

Frontschwein ist jedoch nicht nur der Titel des Albums, sondern auch der Opener vom dreizehnten Studiowerk. Gefangene nehmen die Skandinavier auch im Jahre 2015 nicht, dafür sezieren sie ihre Opfer viel feiner als noch vor einem Jahrzehnt. Technisch ist die Platte mächtig anspruchsvoll, während das Markenzeichen der prasselnden Doublebass dem Hörer gleich verdeutlicht, wer hier sein Massaker aufzieht. Wenn man noch einmal bewusst in der Vergangenheit gräbt, braucht man nicht lange, um festzustellen, dass Songs wie The Blond Beast, Afrika oder Falaise – Cauldrone Of Blood nicht wie vor zwanzig Jahren nur auf die frostig klirrende Kälte der Äxte setzen. Marduk haben es verstanden immer mehr atmosphärisch hochgeschraubte Manifeste kreisen zu lassen. Melodisch und zugleich knüppelhart arbeiten sich Marduk durch die einzelnen Riffs. Gesanglich kann die Frontsau ebenfalls weiter zulegen, noch breiter ist sein Spektrum, ohne dabei weniger tödlich zu sein. Auf alte Tugenden setzt am meisten der Song Rope Of Regret, der sich urplötzlich in den Beserker-Modus schaltet. Lumpen lassen sich die Schweden nicht einmal ansatzweise – Between The Wolf-Packs wirkt auf den ersten Blick zwar recht monoton, zeigt auf die Dauer jedoch seine glattpolierten Ecken und Kanten. Wer bei der Aussage einer modern und fetten Produktion Angstschweiß auf die Stirn bekommt, kann schnell wieder beruhigt sein, denn überprovozieren lassen sich Marduk auch 2015 nicht und legen wenn überhaupt noch epische Passagen wie bei Nebelwerfer mit in die Waagschale.

Fazit: Marduk ist eine Formation, bei der man sich immer aufs neue Album freut, um zuzusehen, wie die Black Metaler ihre Hasstirade dieses Mal verpacken. Von der Vielseitigkeit ist es bislang das größte Schlachtschiff ihrer Karriere. Ob dabei alle Songs den Anhängern der ersten Stunde den Arsch aufreißen werden, ist schwer zu sagen, dafür bewegen sich Marduk aus dem pechschwarzen Material gerne mal in leichte Grauzonen, was den Atmosphären hörbar zugute kommt. Verloren geht dafür der ein oder andere Kopf, der blutüberströmt den Abhang herunterrollt. Für meinen Geschmack haben die Skandinavier ein Album inszeniert, das in seiner Form kaum zu schlagen ist, daher kann man Anfang Januar bereits von einem der besten Veröffentlichungen im Black Metal sprechen, ohne am Ende des Jahres rot werden zu müssen!

Anspieltipps: The Blond Beast, Nebelwerfer und Falaise - Cauldron Of Blood
Rene W.
9.8
9.8
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