Ninth Circle – Echo Black

Hier ist nicht nur die Produktion missglückt

Artist: Ninth Circle

Herkunft: Los Angeles, USA

Album: Echo Black

Spiellänge: 57:27 Minuten

Genre: Melodic Metal

Release: 26.06.2020

Label: Pure Underground Records

Link: https://www.ninthcircle.us

Bandmitglieder:

Gitarre und Gesang – Dennis Brown
Bassgitarre – Frank Forray
Schlagzeug – Richie “Captain Black” Brooks

Tracklist:

1. Dance Of Swords
2. The Angel’s Share
3. Echo Black
4. Forever More
5. Tokyo Nights
6. Prelude To Glory
7. Shadow Of Giants
8. Return Of The King
9. Riding The Storm
10. Then & There
11. Natural High
12. When The Sun Goes Down
13. Warriors

Einen Wow-Effekt versprach die US-amerikanische Melodic Metal Band Ninth Circle für ihr viertes Album Echo Black, welches am 26.06.2020 bei Pure Underground Records erschienen ist. Ich verspürte einen Wow-Effekt, als ich mir das Album angehört habe – einen negativen.

Ich muss gestehen, dass ich ein Soundfanatiker bin. Ich liebe gute ansprechende Produktionen mit kraftvollen Sounds. Ein Song ist nicht nur das Werk der Musiker, sondern auch der Produzenten, die im Hintergrund sitzen. Angefangen beim Recording, über den Mix, bis hin zum Mastering sind viele verschiedenen Menschen an einer Produktion beteiligt. Bei Echo Black habe ich das Gefühl, dass hier in voller Linie versagt wurde. Die Vocals klingen, als hätte man diese in einer Besenkammer aufgenommen und schallen blechern und eingeengt. Nicht schön und hoffentlich nicht so gewollt, denn das klingt nicht professionell. Die Instrumente dafür wurden sicherlich gut aufgenommen, aber dann bis zur Unkenntlichkeit im Mastering verstümmelt. Es klingt, als wenn man die fertig aufgenommenen Gitarren- und Schlagzeug-Recordings in einen Topf geworfen hätte und einen Limiter draufgepresst, der den Sound klein hält und viele Details raubt. Dadurch wird aber im Gesamten der Gesang wieder in dein Vordergrund gedrückt, was aus genannten Gründen nicht optimal ist. Wer sich selber von dem missglückten Sound überzeugen möchte, dem rate ich, sich die Songs Dance Of Swords, The Angels Share und Echo Black anzuhören. Hier werden die beschriebenen Punkte deutlich.

Sound ist aber nicht alles. Die Band verspricht dem Hörer, dass ihre Songs aus dem Einheitsbrei herausstechen würden. Genau das tun diese aber nicht. Die Riffs sind eintönig und austauschbar. Die Melodien, auf die ja im Melodic Metal ein großes Augenmerk gelegt werden sollte, halten sich das ganze Album über an das gleiche langweilige Muster. Bei den Soli vermisse ich ebenfalls eine gewisse Vielfalt. Ohrwurmgefahr ist hier nicht gegeben. Im Gegenteil. Hat man einen Song gehört, ist er in Sekundenschnelle schon wieder aus dem Kopf verschwunden.

Wo Dunkelheit ist, da ist auch Licht. So hat Echo Black einen kleinen Lichtblick. Warriors ist musikalisch und vom Sound kein Meisterwerk, aber dennoch ein gutes Stück, was ich mir im Gegensatz zum restlichen Album wirklich sehr gerne angehört habe. Ob das an den Gastmusikern, Jeff Prentice, Todd Michael Hall und Mike Flyntz gelegen haben könnte, möchte ich an dieser Stelle aber nicht mutmaßen. Warriors sollte sich jeder Melodic Metal Fan einmal anhören, aber beim restlichen Album hat man auf keinen Fall etwas verpasst, wenn man es nicht gehört hat.

Ninth Circle – Echo Black
Fazit
Ich weiß, ich bin streng, wenn es um den Sound eines Albums geht. So eine Produktion ist teuer, und nicht jede Band kann sich das leisten, aber ich kenne kleinere Bands, die mit weniger wesentlich bessere Ergebnisse erzielt haben. Für mich ist Echo Black leider eine große Enttäuschung auf vielen Ebenen und findet in meinem CD-Regal leider keinen Platz.

Anspieltipp: Warriors
Sebastian S.
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