Rhapsody Of Fire – Glory For Salvation

Gelungene Fortsetzung der Trilogie

Artist: Rhapsody Of Fire

Herkunft: Triest, Italien

Album: Glory For Salvation

Spiellänge: 56:20 Minuten (66:11 Minuten inkl. Bonus)

Genre: Power Metal, Symphonic Metal

Release: 26.11.2021

Label: AFM Records

Link: http://www.facebook.com/rhapsodyoffire/

Bandmitglieder:

Gesang – Giacomo Voli
Gitarre – Roby De Micheli
Bassgitarre – Alessandro Sala
Keyboard – Alex Staropoli
Schlagzeug – Paolo Marchesich

Tracklist:

  1. Son Of Vengeance
  2. The Kingdom Of Ice
  3. Glory For Salvation
  4. Eternal Snow
  5. Terial The Hawk
  6. Maid Of The Secret Sand
  7. Abyss Of Pain II
  8. Infinitae Gloriae
  9. Magic Signs
  10. I’ll Be Your Hero
  11. Chains Of Destiny
  12. Un’ode Per L’eroe (Bonustrack)
  13. La Esencia De Un Rey (Bonustrack)

Der Blick auf das Werk von Rhapsody Of Fire offenbart eine bewegte Geschichte. Seit der Gründung im Jahr 1995 unter dem Namen Rhapsody hat die Band einschneidende personelle Änderungen zu verarbeiten gehabt. Der erste Paukenschlag kam im Jahr 2011. Nach neun gemeinsamen Longplayern verließ Gitarrist, Co-Songwriter und Mitgründer der Band Luca Turilli die Symphonic Power Metal Formation. Für ihn kam Roby De Micheli in die Band. Dieser ist kein Unbekannter, da er bereits im Gründungsjahr von Thundercross, der Band aus der Rhapsody hervorging, als Gitarrist dabei war. Heute ist er als wichtige Säule im Fundament der Band etabliert, er ist sowohl an der Konzeption als auch am Songwriting beteiligt. Für die tiefen Töne zeichnet, seit inzwischen auch schon sechs Jahren, Alessandro Sala verantwortlich. Die nächste große Aufgabe kam auf Alex Staropoli zu, als der langjährige Frontmann Fabio Lione im September 2016 seinen Ausstieg bekannt gab. Als neuer Sänger wurde Giacomo Voli engagiert, der durch seine Teilnahme bei The Voice Of Italy bekannt wurde. Nachdem Manu Lotter nach der The Eighth Mountain Tour 2020 die Band verlassen hatte, vervollständigt Paolo Marchesich als jüngster Neuzugang am Schlagzeug das aktuelle Line-Up.

Glory For Salvation erscheint am 26. November 2021 bei AFM Records und ist das 13. Studioalbum der italienischen Symphonic Metal Ikonen. Die physischen Tonträger sind mit dreizehn Songs und über eine Stunde Spiellänge üppig beladen. Neben der CD im Digipak werden verschiedene Vinyl Versionen sowie ein limitiertes Boxset angeboten. Mixing und Mastering erfolgte wie bereits beim Vorgängeralbum durch Sebastian ‚Seeb‘ Levermann, dem Orden Ogan Mastermind, in dessen Greenman Studios.

Dramatisch geleitet uns Son Of Vengeance in das neue Werk. Vermutlich ist das für den Spannungsbogen des epischen Werkes erforderlich, aber irgendwie finde ich zu dem Song keinen Zugang. Woran mag das liegen? Zu schwermütig? Der Gesang streckenweise zu hoch? So ganz genau kann ich es gar nicht eingrenzen, aber mit dem Titel werde ich, im Moment zumindest, noch nicht warm. Das folgende The Kingdom Of Ice trifft dann aber voll ins Schwarze. Ein Feuerwerk an Drumbeats und blitzschnelle, rasierklingenscharfe Gitarrenriffs prägen diesen Uptempo-Song, der durch seinen melodischen und eingängigen Refrain getragen wird. Glory For Salvation wurde vorab als digitale Single und Musikvideo veröffentlicht. Der namensgebende Track schlägt musikalisch in die gleiche Kerbe wie sein Vorgänger. Als zusätzliches atmosphärisches Element überzeugt der gut inszenierte Chor. Mit Eternal Snow wird bei sanften Flötentönen zu Terial The Hawk übergeleitet. Flöte und Violine hauchen dem Song einen Irish Folk Charakter ein. Mit Maid Of The Secret Sand folgt ein Song, der ebenfalls über die Rhapsody typischen Attribute verfügt. Es ist ein durchaus solider Track, dennoch wirkt er weniger catchy auf mich als seine Vorgänger. Über zehn Minuten Spiellänge bringt Abyss Of Pain II auf die Scheibe und ist damit der längste Song dieser LP. Giacomo Voli bekommt bei diesem Song die Möglichkeit, die Variabilität und Dynamik seines Gesangs zu demonstrieren und überschreitet dafür auch mal die Grenzen seines ansonsten typischerweise klaren Gesangs. Es ist ein abwechslungsreicher Song, der über schnelle und ruhigere Passagen verfügt und mir zu keinem Zeitpunkt langatmig erscheint. Infinitae Gloriae läutet die emotionale Wende ein. Magische Momente versprüht die Ballade Magic Signs, die uns sanft auf den Höhepunkt dieses Teils der Saga zusteuert. Zu I’ll Be Your Hero wurden bereits im Sommer ein Musikvideo sowie eine EP veröffentlicht (HIER geht es zum Review der EP). Empfand ich die EP damals in Summe noch zu wenig energiegeladen für eine Rhapsody Of Fire Scheibe, so fügt sich der Song in dieses Umfeld ganz wunderbar ein. Das jüngste Musikvideo, das vor der Veröffentlichung des Albums erschien, ist zu Chains Of Destiny. Es ist ein richtig starker Track, der ganz klar die Rhapsody DNA in sich trägt. Uptempo ist sowieso klar, hinzu kommt eine fantastische Energieübertragung auf den Hörer, eine eingängige Melodie und ein Refrain zum Mitsingen. Der krönende Abschluss des Albums ist auch mein persönliches Highlight.

Die Bonustracks Un’ode Per L’eroe und La Esencia De Un Rey sind exklusiv auf den physischen Tonträgern enthalten und lagen zur Rezension nicht vor.

Rhapsody Of Fire – Glory For Salvation
Fazit
Ob ich mit dem Opener noch warm werde, vermag ich derzeit nicht zu sagen. Die folgenden Songs kommen dann aber mit den typischen Rhapsody Attributen daher. Glory Of Salvation hat einige Höhepunkte und geht z. B. mit dem Irish Folk Einfluss in Terial The Hawk auch sehr gelungene neue Wege. Auch das bereits als EP erschienene I’ll Be Your Hero fügt sich hier hervorragend in das Gesamtbild ein und wäre durchaus ein Kandidat für die Anspieltipps, wenn ich diesen nicht bereits bei der EP empfohlen hätte. Es fiel mir ohnehin schwer, mich bei den Anspieltipps auf drei Titel zu beschränken.
Abschließend bleibt festzustellen, dass Rhapsody Of Fire wieder ein starkes Album gelungen ist. Chains Of Destiny ist als krönender Abschluss des epischen Werkes auch mein persönliches Highlight.

Anspieltipps: Terial The Hawk, Abyss Of Pain II und Chains Of Destiny
Lars T.
8
Leser Bewertung4 Bewertungen
7.3
8
Punkte