Sufism – Republik Rakyat Jelata

Indonesische Kultur und brutaler Death Metal

Artist: Sufism

Herkunft: Indonesien

Album: Republik Rakyat Jelata

Spiellänge: 29:41 Minuten

Genre: Brutal Death Metal

Release: 13.12.2020

Label: Brutal Mind

Link: https://www.facebook.com/sufism666/

Bandmitglieder:

Gesang – Nanag
Gitarre – Sandy
Gitarre – Reza
Bassgitarre – Iman
Schlagzeug – Ari Galing

Tracklist:

  1. Republik Rakyat Jelata
  2. Sayatan Nadi Takdir Kebencian
  3. Duruwiksa
  4. Munajat Bejad
  5. Palastra
  6. Rogahala
  7. Kalawasana
  8. Syaithan
  9. Darkness Is Your Candle
  10. Mufakat Jahat

Ja, Indonesien, Place of Brutal Death Metal, möchte man meinen. Die Szene wächst dort unheimlich. Warum das so ist, weiß ich nicht, gefällt mir aber. Meine BDM Zeiten sind natürlich noch nicht vorbei, aber in letzter Zeit hat mich diese Szene kaum noch gereizt, da mir zu viele Slambands diese unterwandern. So richtig geile Sachen wie Suffocation, Gorgasm, Sepsism, Broken Hope etc. kommt kaum noch. Entweder driftet man in die technische Ecke ab oder in die progressive oder, wie schon angesprochen, slamt man sich zu Tode. Das ist natürlich nichts Schlechtes und muss ja auch jeder selben wissen, gefällt mir aber meisten nicht. In Indonesien gibt es aber noch diese brutalen Death Metal Bands. Seit 2014 zocken Sufism nun zusammen und machen den weltweiten Underground unsicher. Ihre erste EP Reptilia Buas klang schon ganz ordentlich, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Republik Rakyat Jelata, so der Name des Opener, entführt uns erst einmal in eine sehr idyllische Gegend. Flötenklänge bestimmen das Geschehen, man hört Wassergeräusche und eine Kuh, glaube ich. Passend zum Cover wird eine angenehme Atmosphäre erschaffen, die aber abrupt abgebrochen wird. Die Gitarre spielt vorweg und der Blastbeat greift an. Ja, so mag ich das und vor allem ist die Snare recht blechernd. Darauf stehe ich total. Das Tempo wechselt hin und her. Mal langsam, dann wieder schnell und dieses im Wechsel. Ja, ist jetzt sicherlich kein Übersong, aber macht endlich mal wieder Laune. So mag ich den brutalen Death. Straight in the Face. Dabei geht man doch recht technisch ans Riffing. Stumpf ist anders. Ja, knallt gut aus den Boxen und geht gut in meine Ohren.

Kurzer Beckenschlag und dann ab ins Geschehen, so läuft der indonesische Hase bei Sayatan Nadi Takdir Kebencian. Der Blastbeat bietet eine Art Dauerbeschallung und vernichtet das Nervenzentrum. So soll es sein. Immer wieder werden kleine Stopps mit eingebaut und das Riffing verfeinert. Dann kommt ein Break, der Bass spielt vor und man bietet einen geilen Groove an. Wieder Break und dann noch einmal Tempoaufnahme. Und aus. Der Gesang ist schön tief. Außerdem gibt es als Ausgleich fette Screams, die an Deeds Of Flesh erinnern. Ja, läuft gut durch.

Duruwiksa kommt wieder mit einem kleinen, verträumten Intro daher, baut am Ende Spannung auf und geht dann wieder in die Blastbeatabteilung, um sich dort ordentlich zu bedienen. Hier kommen dann wieder die typischen Brutal Death Metal Trademarks zum Vorschein. Beim Zuhören geht immer meine Frank Mullen Gedächtnishand rhythmisch in die Höhe. Bei dem ganzen Geballer kann man das gut machen, keine Frage. Der Song ist kurz und bündig und zerstört alles, was nicht bei drei in der Kirche ist.

Und so geht es weiter und weiter. Was den Burschen sicherlich fehlt, ist ein wenig die Abwechslung, werden viele sagen und dieses auch zu Recht. So richtig einen Hit fehlt ihnen auch. Das Ganze stört mich aber nicht. Sufism wollen eben Brutal Death Metal der alten Schule zocken und da ist kein Platz für Spielereien. Die Produktion muss auch so sein, wie sie ist. Sehr organisch und drückend. Natürlich geht das moderner und klarer, aber die Instrumente haben Platz zum Atmen und es muss auch zum Gesamtbild passen. Und dieses ist dann eben stimmig. Soundliebhaber werden sich aber wohl abwenden, ich finde es passend. Sufism prügelt halt viel und gerne, aber nicht zur Besinnungslosigkeit, sondern eher punktgenau und bringen zur rechten Zeit einen Groovepart ans Tageslicht. Das ist nicht originell, das ist nicht neu und das hat man auch schon besser von anderen Bands gehört, aber sie sind ehrlich und straight und bringen es auf den Punkt. Wer auf amerikanischen Brutal Death Metal der 90er abfährt, ist hier genau richtig. Textlich geht es um die eigene Nation und die nationale Kultur und man bedient sich überwiegend der Heimatsprache.

Sufism – Republik Rakyat Jelata
Fazit
Es poltert und scheppert in der Landschaft Indonesiens, da Sufism zum Erstschlag ausholen. Das Cover bringt einen zuerst auf eine falsche Fährte, auch die ersten Klänge des Albums, aber dann wird old schooliger Brutal Death Metal geboten, der einfach, klar strukturiert und brutal ist. Das Geknüppel mit fetten Grooves kann sich hören lassen, zumal sie hier und da ein wenig atmosphärische Elemente mit einbauen.

Anspieltipps: Republik Rakyat Jelata und Duruwiksa
Michael E.
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