Supersuckers – Holdin‘ The Bag

„Faszination Country“

Artist: Supersuckers

Herkunft: Seattle, USA

Album: Holdin‘ The Bag

Spiellänge: 38:36 Minuten

Genre: Country, Rock

Release: 29.01.2016

Label: Steamhammer

Link: http://supersuckers.com

Bandmitglieder:

Gesang, Akustikgitarre, Bassgitarre, Mundharmonika – Eddie Spaghetti
Leadgitarre, Backgroundgesang – Marty „Mountain“ Chandler
Schlagzeug, Percussion, Backgroundgesang – Christopher „Captain All Nighter“ von Streicher

Tracklist:

1. Holdin‘ The Bag
2. This Life… With You (feat. Hayes Carl)
3. High And Outside
4. Man On A Mission
5. I Can’t Cry (feat. Lydia Loveless)
6. Let’s Bounce
7. I Do What I Can
8. Jibber­Jabber
9. That’s How It Get’s Done
10. Shimmy And Shake
11. All My Rowdy Friends
12. Georgia On A Fast Train (EU Bonus Track)
13. Loaded (Vinyl Bonus Track)

Supersuckers - Holdin' The Bag

Das kurz vorweg: Die Krebserkrankung von Sänger und Bassist Eddie Spaghetti ist natürlich eine ernste Sache und ein großes Drama für die Quatschköpfe von den Supersuckers. Jedem, der die Band und vor allem Eddie selbst in dieser harten Zeit unterstützen möchte, sei der „Eddie Spaghetti Cancer Fight Fund“ (http://supersuckers.com/eddie/) ans Herz gelegt. Die nachfolgende Besprechung des aktuellen Albums soll die Erkrankung allerdings nicht zum Thema haben. Gute Besserung, Eddie!

Es scheint mir häufiger, als hätte man als Nicht-US­-Amerikaner einen etwas schwierigeren Zugang zu Country­ Musik im Allgemeinen. Was fasziniert jenseits des großen Teichs durch alle Generationen hindurch immer wieder große Mengen von Menschen für dieses Pendant zu Schlager und Volksmusik bei uns? Sicherlich ist Country – auch gerade durch seine Verwandtschaft mit irischer und britischer Folk ­Musik – etwas subversiver durchdrungen und bietet somit auch für Jugendliche tendenziell einen Ansatzpunkt. Aber schaut man sich die großen Namen des Geschäfts an, beispielsweise Taylor Swift, die in diesem Genre groß wurde, muss man sich schon fragen: Was stimmt bei den Leuten nicht?

Die Biederkeit der Musik schlägt sich nicht nur in Texten oder der ewig gleichen (vorsichtig gesagt: konservativen) Optik der Musiker, sondern auch (oder: vor allem) in der Musik nieder. Die Klangsprache und die harmonischen Verwandtschaften des Country kann selbst ich im Halbschlaf vorhersehen – nur keine Aufregung; bloß nichts Neues wagen. Genau so auch auf Holdin‘ the Bag: Akustikgitarre, Slidegitarre, Mundharmonika, Schlager-Drums und ­Bass umrahmt von pathosschwangeren Chören. Keine Überraschungen auf dieser Seite. Und auch die Arrangements der Songs lassen in keinem Augenblick eine neue Idee erkennen. Wenigstens ist der Sound – dem Genre entsprechend – schön und glatt geworden. Es wird genau die Kratzigkeit in Stimme und Gitarrensound zugelassen, die die Musik „authentisch“ wirken lässt. Hervorzuheben wäre vielleicht das Feature mit Lydia Loveless, das zwar nicht weniger kitschig, aber dafür zumindest so pathetisch ist, dass es musical­artige Ohrwurmqualitäten besitzt. Doch unter dem Strich reicht das wohl kaum aus, um das Album insgesamt reizvoller zu machen.

Fazit: Fans von Country mögen mir verzeihen, dass ich den Reiz dieses Albums nicht erkennen kann. Selbst die – für Albumverhältnisse – kurze Spieldauer von knapp über dreißig Minuten fühlt sich bei jedem Durchgang extrem lang(­atmig) an. Die Songs können nur wenig oder gar keine Eigenständigkeit vorweisen und bleiben auch nicht großartig im Ohr hängen.

Anspieltipps: Holdin' The Bag, Man On A Mission, I Can't Cry
Sören R.
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