Upon The Altar – Absid Ab Ordine Luminus

Polen und ihre Liebe zum Black und Death Metal

Artist: Upon The Altar

Herkunft: Polen

Album: Absid Ab Ordine Luminus

Spiellänge: 36:02 Minuten

Genre: Blackened Death Metal

Release: 19.02.2021

Label: Putrid Cult

Link: https://uponthealtar.bandcamp.com

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – Void
Gitarre – bTo
Schlagzeug – Thisworld Outof

Tracklist:

  1. Crown Of Weakness
  2. Wolfs Of Napalm
  3. Expire
  4. Mortuus Est Rex
  5. Blasphemare Absens Fides
  6. Absid Ab Ordine Luminis
  7. Hapax Legamenon

Dass aus Polen überwiegend gute Musiker kommen, ist ja nun lange kein Geheimnis mehr. Ansonsten ist es ja auch nicht zu erklären, dass z.B. Vader schon 666-mal das Line-Up gewechselt haben. Besonders im Death und Black Metal ist Polen sehr stark vertreten. Upon The Altar wurden im Jahre 2019 gegründet, brachten 2020 ein Demo raus und ein Jahr später nun das Debüt. Die Burschen waren zwar schon in zwei oder drei anderen Bands aktiv, sind bis dato aber nicht großartig aufgefallen.

Crown Of Weakness legt auch gleich los wie Dämonen auf der Durchreise. Die Produktion ist das Erste, was mir auffällt bzw. mir ins Ohr geht. Sehr düster, sehr dreckig. Schon auf Old School gemacht, aber leider auch teilweise sehr undifferenziert. Stört mich aber eher banal. Ansonsten ziehen sie wie die Berserker in den Krieg. Überwiegend auf schnellen Pfaden bietet man eine gute Mischung aus Black Metal und Death Metal. Es rumpelt im Gebälk und der Blastbeat und die Doublebass bestimmen zu Beginn das Geschehen. Mit dem Tempo variiert man ordentlich, nimmt es mal ganz raus und bietet knurriges Verschwörungsgelaber an. Sehr dunkel und zerstörend. Echt geil klingen die growligen Vocals, die eher keifend herüberkommen und die grolligen Parts dazu.

Das dreiminütige Wolfs Of Napalm geht genauso zu Werke. Schneller Beginn mit gutem blackigen Riffing. Es erfolgt ein Wechsel in einen höllischen Midtempopart, um dann wieder Fahrt aufzunehmen und eine Attacke zu starten. Hellelujah! Sehr düster der Spaß. Ein wilder Ritt in Form eines Solos erfolgt. Anschließend wird die Drossel aktiv und macht ihrem Namen alle Ehre. Das Tempo wird gedrosselt und es wird sich durch die Botanik geschleppt. Es scheppert an allen Ecken. Natürlich wieder Attacke und ein drückendes Midtempo folgt. Sologegrummel mit bassigen Hintergrundklängen und eine Sprachsequenz bringen die Napalmwölfe ins Ziel. Auch hier erfolgt eine Huldigung an die Neunziger.

Ich finde es immer sehr interessant, wenn es einen Song zum Albumtitel gibt, also in diesem Falle Absid Ab Ordine Luminis. Es wird erst einmal sehr bedrohlich eine Minute lang sehr langsam eingeleitet, um dann den Song mit einem schleppenden Part zu beginnen. Dieser klingt böse und drückt an allen Ecken und Kanten. Danach wird die Keule geschwenkt und selbst dort variiert man im Tempo. Wieder ein sehr wildes Solo, welches in den beängstigenden Groove übergeht. Das Riffing ist sehr fett, da teilweise sehr melodisch. Kommt in dieser düsteren Soundvariante dann richtig gut rüber. Danach natürlich wieder Tempowechsel und noch einmal in den Midtempopart. Hier muss man zwangsläufig mitbangen. Der ist echt fett. Ja, der Titeltrack ist gelungen und das Album trägt zu Recht diesen Namen.

Insgesamt schafft man es, mit sieben Songs und 36 Minuten genau die richtige Länge für ein Album hinzubekommen. Man baut einige Extras wie Kirchenglocken oder Fliegeralarm mit ein, aber das ist ja auch nicht wirklich noch etwas Besonderes. Die verzerrten Elemente drücken überwiegend und schocken, da einige dissonante Parts vorhanden sind, diese sich aber wieder ins Gesamtbild einfügen, genauso wie die kakofonischen Ausflüge. Polen halt, die verstehen ihr Instrumentenhandwerk. Die Tempovariationen sind ein Kriterium der Band, aber hier und da klingen sie dann ein wenig stumpf. Gut gefallen sie mir, wenn sie wie z.B. bei Blasphemare Absens Fides ein wenig mystisch und atmosphärisch zu Werke gehen. Auch bei Expire schockt der Mittelteil, da dieser sehr dämonisch vorgetragen wird. Die Länge der Songs überzeugt mich auch, da man sich nicht ständig wiederholt oder die Songs unnötig lang gestaltet. Die Gitarrenarbeit klingt gut, man verzichtet auf das ständige Tremolopicking und klingt straight. Am Ende wird man ein wenig zäh und hier und da ein wenig stumpf und nicht alles sitzt, aber ansonsten ein gutes Album. Die Produktion hätte ich mir ein wenig differenzierter gewünscht. Wer auf düsteren und abwechslungsreichen Black und Death Metal abfährt, kann bedenkenlos zugreifen.

Upon The Altar – Absid Ab Ordine Luminus
Fazit
Upon The Altar beweisen wieder einmal, dass polnische Musiker ihr Handwerk einfach verstehen. Sehr düster und teilweise atmosphärisch geht man zu Werke, vergisst dabei aber nicht, extrem und schnell zu klingen. Eine gute Mischung aus Black und Death Metal wird auf ihrem Debüt angeboten, welches aber durchaus noch 666 Zentimeter Platz noch oben hat.

Anspieltipps: Absid Ab Ordine Luminis und Hapax Legamenon
Michael E.
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