Warside – The Enemy Inside (EP)

Violence - eine französische Unterrichtsstunde

Artist: Warside

Herkunft: Frankreich

Album: The Enemy Inside (EP)

Spiellänge: 21:54 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 12.12.2020

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/WARSIDE.FR

Bandmitglieder:

Gesang – Thomas Allam
Gitarre – Vincent Morelle
Gitarre – Jèrôme
Bassgitarre – Florent Claudel
Schlagzeug – Nathan Faure

Tracklist:

  1. Chapter II
  2. Fahrenheit 451
  3. Heroes Shed No Tears
  4. History Of Violence
  5. Feeding The Crows
  6. Warside (II)

Die fünf Franzosen lärmen seit 2018 herum, brachten in 2020 eine Single heraus und jagen nun eine EP hinterher. Mehr gibt es nicht zur Band zu sagen, außer dass einige Mitglieder bereits seit 2003 in anderen Combos aktiv waren bzw. sogar noch aktiv sind. Lassen wir einfach die Musik sprechen, gelle.

Nach einem kurzen geräuschfreundlichen Intro geht der französische Gau mit Fahrenheit 451 so richtig los. Der Song wird langsam aufgebaut. Kriegssirenen erklingen im Hintergrund und geben quasi Warnung, dass es jetzt losgeht und so ist es auch. Es wird geblastet und der Brutal Death Metal nimmt seinen Lauf. Ein Wechsel ins Midtempo und dann in den Groove. Hierbei bedient man sich einer drückenden Doublebass und wechselt dann wieder in einen Ballerpart, der aber nur kurz erklingt, da man dann in cleane Gefilde abrutscht. Kommt gut, zumal dann wieder in einen feinen Ballerpart mit anschließendem Groove gewechselt wird. Das Riffing klingt interessant und der ganze Song sehr abwechslungsreich. Besonders die Beckenbetonung auf Einzelparts finde ich immer klasse und der Wechsel des Gesangs kommt sehr geil. Dreckige Growls, richtige und gemeine Screams passen echt gut zusammen und langsam lässt man den Song ausklingen. Kann man so machen.

Heroes Shed No Tears fängt erst gar nicht an anzudrohen, sondern geht gleich auf 100. Wie der Puls beim Durchdrehen vor dem Rechner. Hier hat kein Michael den Blastbeat vergessen. Der Wechsel ins Midtempo ist schon quasi eine Erholung und es erfolgt ein kleines technisches Gemetzel, bevor man wieder die Kelle rausholt, wieder ins Technische wechselt und ein melodisches Solo anbietet. Dazu eine fein durchdrehende Doublebass. Kurz, aber intensiv. Und dann Geholze und Midtempogroove. Auch technisch anspruchsvoll. Zieht sich dann ein wenig hin. Vorspieler und grooviger Part mit Doubelbass. Break und ab dafür. Am Ende muss noch mal die Kelle geschwenkt werden. Das Drumming finde ich hervorragend. Sehr abwechslungsreich und intensiv.

History Of Violence beginnt mit einem kleinen Intro. Ein Nachrichtensprecher erzählt etwas und dann geht die Unterrichtsstunde los. Fach: Gewalt. Musikalisch klingt das so: Blastbeatattacke. Doubelbassgerassel und Durchdrehen. Jawohl, kann man so machen. Im Midtempo ausruhen, aber auch hier suppt die Doublebass und zerstört alles. Sehr fein. Und weiter geht der Unterricht. Tempoverschärfung und ab in einen kleinen Groovepart, wildes Gitarrenspiel und natürlich Tempoverschärfung. Gefangene werden hier definitiv nicht gemacht. Schnelle Uftataklänge erhallen. Das mag ich. Und wieder in den Midtempogroove. Auch ein guter Song.

Bei Feeding The Crows beginnt man zumindest am Anfang mal ein wenig gemäßigt, holt dann aber den Hammer raus, bietet ein geiles Riffing und der Drummer zerstört einfach alles.

Warside (II) legt dann gleich los wie die Feuerwehr und auch hier wird gleich alles in Schutt und Asche gelegt. Die kleinen Verschnaufpausen hat man nötig, da man ansonsten nur platt gemacht wird. Auch hier können sie mit gutem Riffing und wechselndem Gesang absolut überzeugen.

Und schon ist Feierabend!

Warside – The Enemy Inside (EP)
Fazit
Der französische Underground lebt und bebt wie quasi weltweit. Zwar erreichen Warside nicht das Niveau von Bands wie Benighted, Putrid Offal oder Gorod, allerdings klingt ihre Art des brutalen Death Metal richtig geil. Der abwechselnde Gesang und das fette Drumming machen totale Laune. Gute EP!

Anspieltipps: History Of Violence und Warside (II)
Michael E.
8
Leser Bewertung6 Bewertungen
9.7
8
Punkte
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