Wormwood – Arkivet

Das neue Album klingt deutlich experimentierfreudiger

Artist: Wormwood

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: Arkivet

Spiellänge: 46: 17 Minuten

Genre: Black Metal, Black Melodic Metal

Release: 27.08.2021

Label: Black Lodge Records

Link: https://www.facebook.com/WormwoodSWE

Bandmitglieder:

Gesang – Nine
Leadgitarre, Keyboard, Hintergrundgesang – Tobias Rydsheim
Rhythmusgitarre – Jerry Engström
Bassgitarre, Gesang – Oskar Tornborg
Schlagzeug – Daniel Johansson

Gastmusiker:

Violine – Martin Björklund
Gesang – Moa Sjölander
Gesang – Walter Basile

Tracklist:

  1. The Archive
  2. Overgrowth
  3. End Of Message
  4. My Northern Heart
  5. Ensamheten
  6. The Slow Drown
  7. The Gentle Touch Of Humanity

Wormwood wurden 2014 von befreundeten Musikern gegründet, zunächst als Black ’n‘ Roll Band. Kurze Zeit später kamen noch Sänger Nine und Gitarrist Jerry Engström hinzu. Ein Jahr später veröffentlichten sie ihre Debüt-EP The Void – Stories From The Whispering Well (2015), die in der Stockholmer Undergroundszene sehr gut ankam. Das war Wormwood eindeutig zu wenig, sie wollten höhere Ziele erreichen. 2017 erschien ihr Debütalbum Ghostlands – Wounds From A Bleeding Earth (2017). Darauf folgten Touren und Live-Gigs in ganz Europa, die den Hunger nach mehr weiter befeuerten. Das Album Nattarvet (2019) folgte auf dem Fuße. Hier war der Plan, weltweit auf Tournee zu gehen. Die Covid-19-Pandemie machte der Band allerdings einen dicken Strich durch die Rechnung. Wormwood hatten zu diesem Zeitpunkt schon mit neuen Aufnahmen begonnen und nutzten das Jahr 2020 ausschließlich, um sich ganz auf das neue Album zu konzentrieren. Am 27. August wurde der dritte Longplayer Arkivet via Black Lodge Records als Konzeptalbum veröffentlicht.

In ihren insgesamt sieben Songs behandelt die schwedische Melodic Death Metal Formation die zerstörerische Kraft der Menschheit sowie ihre Unfähigkeit, sich an die Natur anzupassen, was unweigerlich zum Aussterben der Menschheit führt. Die Themen sind verdammt nah an der Realität, wie wir sie schon jetzt erleben. Gerade 2021 ist geprägt von unbeherrschbaren Umweltkatastrophen, die zahlreiche Todesfälle und großflächige Zerstörung zur Folge haben. Nachrichten von verheerenden Stürmen, Bränden und massiven Überflutungen dominierten gerade in den vergangenen Wochen die Medien.

Pur, dramatisch und ohne Schnörkel legt The Archive ohne einleitendes Intro los. Das monotone Drumming malträtiert unaufhörlich die Gehörgänge. Bei Nines aggressivem Gesang schleudert einem die geballte Ladung Wut und Frust nur so entgegen. Ab Songmitte wechselt der Sound in doomige Gefilde, vermischt mit Dark Ambient Einflüssen. Overgroth setzt den eingeschlagenen Weg durch die sich ausbreitende Wildnis fort. Die fesselnde Melodie zieht einen in ihren Bann. End Of Message zeigt sich zu Beginn von seiner atmosphärischen Seite, bevor wieder losgeschreddert wird, was das Zeug hält. Die Hookline fräst sich unaufhaltsam durch die Hirnwindungen. Dieser Song hinterlässt definitiv Spuren, die hängen bleiben. Melodische Passagen laden stellenweise zum Mitschunkeln ein. Im letzten Drittel darf sich die Leadgitarre von der besten Seite zeigen. Ein eisiger Hauch weht einem dann zunächst bei My Northern Heart entgegen. Die Nummer fasziniert durch gediegene Folkeinflüsse als auch durch eine flotte Midtempodynamik. Der Chorus animiert durchaus zum Mitgrölen. Ein gelegentliches Matte durchschütteln ist locker drin. Enshamheten reiht sich hier nahtlos ein. Dieser Track ist durch und durch groovig, dem kann man sich nicht entziehen. Auch hier wird die Nackenmuskulatur nicht geschont. Bei The Slow Down zeigen die Herren an den Gitarren mal so richtig, was sie draufhaben. Sogar das Drumming verlässt zuweilen die eingetretenen Pfade. Die Basslinien fallen ebenfalls hörbar kräftiger aus. Triumphierende Passagen und energisches Riffing geben sich die Klinke in die Hand. Beim Rausschmeißer Gentle Touch Of Humanity ziehen Wormwood alle verfügbaren Register. Der Soundmix greift noch einmal die volle Palette ab. Von Santana-Riffs, bis hin zu wildem Geschrammel sowie dramatischen Nachrichtensprechereinlagen und Black Metal Gekreische mit einer guten Portion Dark Ambient, ist alles dabei. Satte neun Minuten sind die Trommelfelle einem wahren Dauerfeuer ausgeliefert.

Wormwood beweisen bei Longplayer Arkivet, dass sie sehr experimentierfreudig sind.

Formate: Doppel-LP, CD, Digital Album

Wormwood – Arkivet
Fazit
Arkivet ist eine interessante Mischung aus Black Melodic Metal mit Ambient- und Folkeinflüssen, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Melodische Leadpassagen harmonieren durchaus mit Dissonanzen und einer atmosphärischen Klangwelt. Erwartungen eingefleischter Black Metal Jünger erfüllen sich vielleicht nicht ganz, dennoch wird hier abwechslungsreiches Futter für die Ohren geboten. Wormwood müssen sich in Sachen Songwriting und Instrumentalbeherrschung jedenfalls nicht verstecken.

Anspieltipps: End Of Message, My Northern Heart und The Slow Down
Sandra R.
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