Coronatus – Dreadful Waters

23.01.2026 - Symphonic Metal - Massacre Records - 47:53 Minuten

Wenn sich Coronatus auf eine musikalische Reise begeben, dann meist mit erzählerischem Anspruch. Auf ihrem nunmehr elften Studioalbum Dreadful Waters, erschienen am 23. Januar 2026 wie immer bei Massacre Records, zieht es die deutsche Symphonic-Metal-Formation aus Ludwigsburg in düstere maritime Gefilde, und dort brodelt es gewaltig. Thematisch dreht sich alles um die Symbolik von Ozeanen, Strömungen und unbekannten Tiefen, die als Metaphern für Gefahr, Transformation und Mythen dienen. Ging das letzte Album Athmosphere von 2021 um die Thematik Luft, ist diesmal das Thema Wasser dran.

Coronatus Bandfoto 2026; Quelle: Neecee Agency

Gegründet 1999 vom Schlagzeuger Mats Kurth, haben sich Coronatus über die Jahre trotz zahlreicher Besetzungswechsel eine feste Nische im Symphonic-Metal-Kosmos erarbeitet. Heute besteht die Band aus Leni Eitrich und Sabine Prechtel (beide Mezzosopran), Nemesis (Rock-Gesang), Tine Jülich (Violine), Harry Zeidler (Gitarre), Simon Gutbrod (Bass) und Kurth selbst am Schlagzeug.

Bereits der Opener The Maelstrom zieht den Hörer in einen musikalischen Strudel. Wuchtige Gitarren, chorale Arrangements und ein dramatischer Spannungsaufbau sorgen für einen fulminanten Einstieg. Die Stärke von Coronatus liegt weiterhin im Wechselspiel der Stimmen, denn Eitrich und Prechtel liefern opernhafte Linien, während Nemesis mit rauer Rockstimme Kontrast und Erdung schafft.

Mit Through The Brightest Blue erlaubt sich die Band eine kurze Atempause. Der Song zeigt eine hellere, fast hoffnungsvolle Seite der maritimen Thematik und verbindet melodische Eleganz mit symphonischen Arrangements. Doch lange bleibt das Wasser nicht ruhig: To The Reef! und The Ship’s Cook schlagen wieder härtere Töne an und erinnern daran, dass Coronatus auch rocken können.

Die zweite Albumhälfte lebt stärker von Atmosphäre. Southern Cross entfaltet sich als gefühlvolle Ballade, während The Siren mit orchestraler Wucht und mythologischer Dramatik punktet. Spätestens bei Dark Ice zeigt sich, dass die Band ihren symphonischen Metal geschickt mit folkigen Elementen mischt. Den Abschluss bildet Die Hexe Und Der Teufel, eine düster-epische Schlussnummer, die den thematischen Kreis in deutscher Sprache schließt.

Produziert wurde das Album von Markus Stock und Mats Kurth im Klangschmiede Studio E im unterfränkischen Mellrichstadt. Der Mix sorgt für klare Orchestrierungen und eine druckvolle Metal-Basis. Es ist genau das Fundament, das diese Art von cineastischem Symphonic Metal braucht.

Das Album ist digital auf den üblichen Plattformen im Download und Stream erhältlich. Die CD-Ausgabe steckt in einem aufwendigen Mediabook. Auch das mit der „Best-Of-Kompilation“ insgesamt zwölfte Werk der Band scheint nicht für eine Vinylausgabe vorgesehen zu sein.

Hier geht es für weitere Informationen zu CoronatusDreadful Waters in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Coronatus – Dreadful Waters
Fazit zu Dreadful Waters
Mit Dreadful Waters liefern Coronatus ein atmosphärisches Symphonic-Metal-Album, das zwar keine Revolution darstellt, aber mit stimmigen Arrangements, starker Gesangsarbeit und einer klaren thematischen Linie überzeugt. Ein Werk, das mit jedem Durchlauf wächst, genau wie ein Meer, dessen Tiefe man erst nach und nach begreift.

Anspieltipps: The Maelstrom, The Siren und Dark Ice
Norbert C.
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