Betzefer im Interview

Artist: Betzefer

Herkunft: Tel-Aviv, Israel

Genre: Groove Metal, Thrash Metal, US Southern Metal

Label: SPV/Steamhammer Records

Link: http://www.betzefer.com

Bandmitglieder:

Gesang – Avital Tamir
Gitarre – Matan Cohen
Bass – Rotem Inbar
Schlagzeug – Roey Berman

Time For Metal / Kai R.:

Hallo, mein Name ist Kai von Time For Metal, aber du kennst uns bestimmt schon von Ray. Wir sind ein deutsches Metal-Magazin.

Betzefer / Avital Tamir:

Hi, ich bin Avital. Und ja, ich kenne euch bereits von Ray!

 

Time For Metal / Kai R.:

Wir sind heute hier, um euch auf eurer Tour zu supporten. Ihr habt heute ja euren letzten Stopp in Köln. Ihr wart bereits in Hamburg, Berlin, in der Nähe von München. Wie war die Tour?

Betzefer / Avital Tamir:

Wirklich großartig. Es war kurz, aber richtig cool. Das Publikum war super. Es ist jetzt drei Jahre her, dass wir das letzte Mal in Deutschland waren und es war schön, wieder hierher zu kommen.

 

Time For Metal / Kai R.:

Ist es eure erste Headliner-Tour in Deutschland?

Betzefer / Avital Tamir:

Nun ja, die erste nach vielen Jahren, ja.

 

Time For Metal / Kai R.:

Euer drittes Album The Devil Went Down To The Holy Land ist am 22.11.2013 erschienen. Dazu habt ihr das dazugehörige Video veröffentlicht. Erzähl mir doch mal, wieso ihr in diesem auf Teddybären schießt?

Betzefer / Avital Tamir:

Nun, dieses Video wurde von zwei Freunden von uns gemacht, die ein großes Animationsstudio in Israel haben. Wir haben uns mit ihnen vor ca. zwei Jahren in Verbindung gesetzt, als sie bei einer Show von uns waren. Wir haben in Tel Aviv live einiges vom neuen Album gespielt, bevor die Scheibe überhaupt fertig war – das haben die beiden gehört und wollten direkt ein Stop-Motion-Video für uns machen. Also haben wir sie in das Album reinhören lassen und The Devil Went Down To The Holy Land war der Song, für den sie das Video machen wollten. Wir haben den beiden sozusagen komplette Narrenfreiheit für den Inhalt gelassen und so haben sie das komplette Konzept entworfen und die nötigen Figuren angefertigt. Der Dreh hat über ein Jahr gedauert, doch das war die Arbeit wirklich wert. In einer Szene sieht man meine Hand wie sie nach einem der Teddybären greift – das allein hat zwei Tage gedauert. Unsere Freunde haben also wirklich viel in diesem einen Jahr an dem Video gearbeitet. Zwischenzeitlich war dann auch das Album fertig und wir haben uns entschieden, es nach dem Song zu benennen, für den das Video gemacht wurde. Der Song passt einfach und repräsentiert Betzefer als eine Heavy Metal-Band aus dem Mittleren Osten, die tiefe Wurzeln im Blues und Rock’n’Roll hat. Und natürlich wollten wir als Albumcover auch etwas aus dem Video haben.

 

 Time For Metal / Kai R.:

Also ist das Albumcover sozusagen ein Schnappschuss aus dem Video?

Betzefer / Avital Tamir:

Wir haben ein separates Fotoshooting gemacht für die Charaktere aus dem Video.

 

Time For Metal / Kai R.:

Ist das eine Puppe?

Betzefer / Avital Tamir:

Ja, er ist eine recht kleine Puppe, deren Augen, wenn man ihn an den Strom anschließt, rot leuchten. Unsere Freunde haben wirklich eine richtig gute Arbeit gemacht. Wir waren ja auch im Studio, um die Hand-Szene zu drehen und es war toll zu sehen, wie alles zum Leben erweckt wurde.

 

Time For Metal / Kai R.:

Für eure Aufnahmen wart ihr in einem recht großen Studio, in dem zuvor auch schon Sick Of It All, The Haunted, etc. waren. Wie kamt ihr auf dieses Studio?

 Betzefer / Avital Tamir:

Genauer gesagt, waren wir für die Aufnahmen in einem Studio in unserer Heimatstadt Tel Aviv. Für das Mixing und Mastering sind wir nach Dänemark geflogen, um Tue Madsen zu treffen. Er ist wirklich ein großartiger Produzent, der auch schon unser vorletztes Album gemixt hat. Wir wollten dieses Mal wieder mit ihm zusammenarbeiten und haben einige Wochen mit ihm verbracht – das war eine echt großartige Erfahrung.

 

Time For Metal / Kai R.:

Nun zu etwas anderem, was nichts mit dem Album oder eurer Tour zu tun hat. Ihr seid ja aus Tel Aviv, Israel. Wenn ich im Internet nach einer israelischen Band suche, finde ich über 250 Bands – vor einigen Jahren sah das noch ganz anders aus: Man hat fast nichts finden können. Ist Metal-Musik in Israel eine Underground-Szene, die immer mehr wächst oder ist es immer noch eine kleine Gemeinschaft?

Betzefer / Avital Tamir:

Nun, ich würde nicht sagen, dass die Metal-Szene wirklich groß ist. In Israel kann nichts so wirklich groß sein, da das Land selbst ja auch recht klein ist und nicht so viele Einwohner hat. Underground-Musik ist immer noch ein Nischenprodukt, vor allem auch, weil viele Metal-Bands (auch in Israel) in Englisch singen und nicht in unserer Muttersprache Hebräisch. Obwohl Israel ein relativ junges Land ist, ist es so, dass im Radio hauptsächlich hebräischer Inhalt gespielt wird. So kommt es, dass Künstler, die in Englisch singen, nur langsam wirklich toleriert werden und live spielen können. Jede Musik, die in Israel auf English gemacht wird, ist somit „Underground“.

 

Time For Metal / Kai R.:

Plant ihr daher in eurer Muttersprache zu singen?

Betzefer / Avital Tamir:

Ich habe tatsächlich überlegt, dass das für die nächste Platte eine ganz gute Idee wäre. Vielleicht könnte man das Album in zwei Sprachen einsingen, denn wenn man einmal im Studio ist und die Songs fertig sind, dauert es für mich vielleicht ein paar Stunden, die ganzen Songs in Hebräisch einzusingen. Vielleicht machen wird das ja wirklich. Für mich klingt die Idee recht witzig.

Time For Metal / Kai R.:

Was denkt ihr über das deutsche Publikum? Ist es wie in eurer Heimat oder ist das deutsche Publikum anders?

Betzefer / Avital Tamir:

Ich denke, auch wenn wir viele Länder und Nationalitäten besucht haben, sind die Metalfans doch ähnlich. Die Leute, die auf die Musik abgehen, sind überall doch ziemlich vom gleichen Schlag. Ich denke, der Unterschied liegt vor allem zwischen kleinen Städten und Großstädten. Das sehe ich selbst in Tel Aviv – das Publikum dort ist z.B. am ehesten mit dem Publikum in Berlin zu vergleichen. Die Leute sind in Großstädten am Anfang vor allem da, um die Band abzuchecken und sind da noch ein wenig steif und nicken vielleicht ein wenig mit ihren Köpfen. Und wenn man gut spielt, dann hat man sie am Ende des Sets. In kleineren Dörfern ist das in Israel wie auch in Deutschland ähnlich: Die Leute kommen, um Spaß zu haben. Aber diesen Effekt sieht man auf der ganzen Welt.

 

 Time For Metal / Kai R.:

Was denkst du, wo sind die größten Betzefer-Fans?

Betzefer / Avital Tamir:

Israel und Deutschland. Definitiv.

 

 Time For Metal / Kai R.:

Was magst du mehr? Bier oder Wasser?

Betzefer / Avital Tamir:

Wasser. Ich bin sozusagen ein Alkoholiker auf Entzug. Ich mochte Bier, doch jetzt nicht mehr.

 

 Time For Metal / Kai R.:

Speziell deutsches Bier?

Betzefer / Avital Tamir:

Ich weiß, ihr habt großartiges Bier, aber ich kann dir nicht ein einziges benennen. Ich weiß, dass ich hier Kölsch getrunken habe. Richtig?

 

 Time For Metal / Kai R.:

Das stimmt. Kölsch ist sozusagen die lokale alkoholische Spezialität.

Ich habe nur noch zwei Fragen. Die erste ist sozusagen eine kleine Tradition: Gibt es eine Frage, die ihr schon immer mal beantwortet haben wolltet, aber nie gefragt wurdet? Gibt es irgendetwas, was du schon immer mal sagen wolltest? Sei es zu Fans, Freunden, Familie, etc.?

Betzefer / Avital Tamir:

Ja, ich würde mir wünschen, dass in Interviews mehr darüber gesprochen wird, dass man ein guter Mensch ist. Ich würde den Leuten gern erzählen, dass sie ein wenig netter und gut zueinander sein sollten. Denn am Ende unserer Tage ist es das, was wirklich zählt und was uns noch bleibt.,

 

Time For Metal / Kai R.:

Meine letzte Frage: Wenn ihr jetzt morgen nach Hause fliegt, habt ihr da schon einen Plan, wann ihr wieder nach Deutschland kommen wollt?

Betzefer / Avital Tamir:

Wir hoffen, dass wir im Sommer wiederkommen und vielleicht ein paar Festival spielen. Wir werden jetzt erst mal nach Hause zurückkehren und daran noch etwas üben und hoffen, dass wir dann in sechs Monaten wieder hier sind.

 

Time For Metal / Kai R.:

Danke für das kleine Interview.

Betzefer / Avital Tamir:

Danke dir! Es hat wirklich Spaß gemacht!

Time For Metal / Kai R.:

Ich freue mich schon sehr auf eure Show!

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