A Nordic Symphony, Stratovarius+Tarja im Kieler Max Nachttheater, am 02.10.2018

“Doppelheadliner präsentieren symphonischen Metal!“

Eventname: A Nordic Symphony

Hauptbands: Stratovarius, Tarja

Vorband: Serpentyne

Ort: Max Nachttheater, Kiel

Datum: 02.10.2018

Kosten: 39, 95 € VVK, 42 € AK

Genre: Power Metal, Symphonic Metal

Besucher: 450

Veranstalter:  Max Nachttheater Kiel

Link: http://www.max-kiel.de/

https://www.seaside-touring.com/

http://www.stratovarius.com/pages/home.php

http://tarjaturunen.com/home-tarja/

Setlisten:

  1. Eagleheart
  2. Forever Free
  3. Oblivion
  4. Shine In The Dark
  5. Paradise
  6. 4000 Rainy Nights
  7. Black Diamond
  8. Destiny
  9. Forever
  10. Unbreakable
  11. Hunting High And Low

  1. Demons In You
  2. 500 Letters
  3. Little Lies
  4. Deliverance
  5. Calling From The Wild
  6. Diva
  7. Love To Hate
  8. Innocence
  9. Victim Of Ritual
  10. Until My Last Breath

Heute gibt’s im Kieler Max Nachttheater die Doppel-Headliner-Show von Tarja und Stratovarius. Bereits einen Tag vorher kam per E-Mail die Benachrichtigung, dass das Konzert bereits um 18:15 Uhr anfängt. Na Klasse, also ist wieder spätestens um 22:00 Uhr Schluss, da dann das Max für die danach stattfindende Disco aufgeräumt werden muss. So sind wir dann um 18:00 Uhr vor Ort, um einen guten Platz weit vorne am Absperrgitter zu finden. Als Erstes dürfen Serpentyne aus England ran. Sie präsentieren in der halben Stunde eine Mischung aus Mittelalter Rock und Weltmusik, gemischt mit keltischen Einflüssen, wobei sie versuchen, etwas heavy zu wirken. Sängerin Maggiebeth Sand, mit einer klassisch geschulten Stimme, versucht die noch überschaubaren Zuschauer zu motivieren. Das gelingt zunächst nur mäßig, da auch der Sound nicht optimal ist. Zu Beginn zu viert auf der Bühne, ist der Start etwas holprig. Gitarrist Lee Wilmer entlockt seiner Gitarre oftmals geigenähnlich Klänge. So wird auf Keys, bis auf wenige Ausnahmen von Maggiebeth eingespielt, verzichtet. Als Vaughan Grandin mit einem E-Dudelsack dazukommt, wird es etwas harmonischer und das gibt den Tracks auch mehr Tiefe. Der nun eindeutig keltische Touch tut den Songs gut. Die intonierten Geschichten erzählen von historischen Figuren und Legenden wie z.B. den Valyren oder auch Jeanne D’Arc. Die halbe Stunde vergeht zum Glück schnell, denn die von Tarja, Nightwish oder Within Temptation inspirierte Musik hat noch nicht ihre Eigenständigkeit gefunden. Zum Ende des Sets wirkt das Publikum aber etwas aufgetauter und so werden sie mit einem freundlichen Applaus verabschiedet.

Der Umbau geht rasch aber umständlich vonstatten. Das Equipment muss über die vordere Absperrung gehoben werden und wird dann im Gang zwischengelagert. Der Fotograben ist eh zugestellt mit Transportkästen, sodass die Fotografen eigentlich keinen Platz haben. Um zehn nach sieben fangen dann Stratovarius an. Ein recht langes Intro ebnet den Weg für die Musiker, die ordentlich beklatscht werden. Als Sänger Timo Kotipelto auf der Bühne erscheint, wird es noch mal laut und Stratovarius legen mit Eagleheart mächtig los. Das Stück erschien ursprünglich auf der Elements Part I im Jahre 2003, hat aber noch nichts von seiner Klasse eingebüßt. Der symphonische Metal von Stratovarius, das ist übrigens ein Kofferwort, setzt sich aus den beiden Worten Strativari und Stratocaster zusammen und soll die Mischung aus Klassik und Metal symbolisieren, ist zunächst aber noch sehr laut und nicht optimal ausgesteuert. Das ändert sich bereits bei Forever Free, obwohl die hohe Lautstärke bleibt. Leider werden dadurch die feinen symphonischen Klänge, die durch Keyboarder Jens Johansson beigesteuert werden, untergebuttert. Dafür glänzen dann Bassist Lauri Porra und Schlagzeuger Rolf Pilve. Nun folgt eine kurze Ansprache von Timo Kotipelto, der auch das eine oder andere deutsche Wort einstreut. Danach dann Oblivion vom neuen Album Enigma: Intermission II. Weiter geht’s mit Shine In The Dark und Paradise. Danach wird es etwas ruhiger. 4000 Rainy Nights von Destiny glänzt mit einem glänzend aufgelegtem Timo Kotipelto, der diese Powerballade mit dem richtigen Schmelz singt. Auch Gitarrist Matias Kupiainen darf nicht unerwähnt bleiben. Er steuert tolle Soli bei und sorgt für ein paar geile Riffs. Der Sound ist inzwischen viel besser geworden. Black Diamond schließt sich an. Dabei wird Keyboarder Jens Johansson prächtig in Szene gesetzt. Er darf mit einem Solo seine Kunstfertigkeit an den Tasten zeigen. Auch Drummer Rolf Pilve bekommt noch seinen Moment. Hier zeigen alle Musiker was sie draufhaben und es entwickelt sich ein munteres Spiel. Timo macht eine kurze Pause, während sich die Mitstreiter austoben. Es folgt der Klassiker Destiny. Auf dem gleichnamigen Album noch mit einem Kinderchor eingespielt, wird hier der reine Power Metal zelebriert. Die Zuschauer gehen gut ab. Beide Saitenhexer stehen auch schon mal an der Absperrung und lassen die Zuschauer mal die Saite zupfen. Beim nächsten Song Forever kommt die akustische Klampfe zum Einsatz. Es wird schon fast andächtig. Timos Stimme singt diese Ballade äußerst gefühlvoll. Das gefällt den Leuten gut. Leider kommen schon die letzten beiden Tracks. Erst Unbreakable, heftigst abgefeiert der doch zahlenmäßig stark vertretenden Stratovarius Fans. Schon die ersten Takte sorgen für Stimmung. Noch mal ziehen die Jungs alle Register, um den Song richtig zu spielen. Mit Hunting High And Low endet das Spektakel. Hier darf dann nicht nur Lauri Porra mit einem beeindruckenden Solo seine Qualitäten am Bass zeigen, sondern auch das Publikum singt lautstark mit. Leider ist nach genau einer Stunde und zehn Minuten Schluss. Da aber Tarja auch noch spielen soll, geht es nicht anders.

Nach dem Umbau betritt sie um 20:50 Uhr die Bühne. Danach steht fest, dass sie eine Stunde und zehn Minuten für ihren Auftritt Zeit hat. Nun ja, beide Headliner haben die gleiche Spielzeit. Zunächst wollte ich nur die ersten drei Songs hören, aber bleibe dann doch noch, da ich zunächst positiv überrascht werde. Tarja, ganz in schwarz, beginnt mit Demons In You. Der leicht funkig jazzige Beginn irritiert kurz wird dann aber durch die starke Instrumentalfraktion wieder wettgemacht. Zum Glück war das aber nur das Intro, denn dann wird es rockiger. Vor der Bühne ist es voll und viele Hände recken sich der dunkelhaarigen Tarja entgegen. Zunächst ist sie noch recht ernst, das lockert sich aber schnell, als sie merkt, wie ihr die Sympathien entgegenfliegen. Für mich ist sie noch immer die Stimme von Nightwish und ihre Soloambitionen habe ich eher links liegen gelassen. Vor 500 Letters gibt es dann die Begrüßung. Auch hier das eine oder andere Wort auf Deutsch. Hierzulande hat sie eben eine riesige Fangemeinde. Bei dem Lied kommt ihre opernhafte Stimme gut zur Geltung. Wesentlich rockiger als auf CD schlägt der Song super ein. Die Zuschauer gehen gut mit und es bedarf keinerlei Aufforderung, zu singen oder mitzusingen. Der Sound ist von Anfang an besser, eben direkt auf den zweiten Headliner abgemischt.

Auf der Bühne stehen neben Gitarrist Alex Scholp und Bassist Kevin Shown auch E-Cellist Max Milja. Der imposante Streicher misst bestimmt zwei Meter und steht neben Drummer Timm Schreiner. Er gibt dem Sound das Spezielle. Mit Little Lies und Deliverance geht es weiter. Letzterer Track treibt sich stilistisch etwas in Nu Metal Gefilden rum. Auch das kann überzeugen. Mir imponiert die Begleitband, die hier den Songs das richtige Umfeld bietet. Tarja, inzwischen sehr viel lockerer, bedankt sich überschwänglich bei den Fans für die 22 Jahre Treue und man merkt ihr an, wie wohl sie sich fühlt. Bevor Diva gespielt wird, darf die Truppe sich ohne Gesang beweisen. Diese Zeit nutzt Tarja, um sich umzuziehen. Mit Krönchen kommt sie dann wieder zum Vorschein und gibt sich divenhaft. Den Fans gefällt es und so wird auch hier fleißig mitgesungen. Love To Hate und Innocence von The Shadow Self sind die nächsten beiden Titel. Da darf dann der im Hintergrund stehende Keyboarder Christian Kretschmar glänzen. Nach Victim Of Ritual, Tarja diesmal mit einem langen Mantel mit Kapuze, kommt dann schon mit Until My Last Breath der letzte Song. Bei allen Liedern des Abends ist eins auffällig. Tarjas Sopranstimme beherrscht die unterschiedlichsten Lagenwechsel, das macht sich wohltuend bemerkbar und so setzt sie sich von vielen trällernden Mitbewerberinnen ab. Ich werde nun bestimmt kein eingefleischter Fan ihrer Soloaktivitäten, aber singen kann sie.

So endet der Abend um kurz vor 22:00 Uhr. Da die Aufräumungsarbeiten zügig vonstattengehen müssen, ist auch kein Meet & Greet vorgesehen. Einzig die Vorband Serpentyne steht noch am Stand. Nach einem kurzen Plausch mit Michael Ties von Seaside Touring, geht’s nach Haus. Das ist der einzige Vorteil des frühen Beginns und des zeitigen Endes.

Fazit: Die Location sollte überdacht werden, wenn es nach einem Konzert noch Disco gibt. Dadurch ist der Beginn häufig so früh, dass noch gar nicht alle Zuschauer da sein können. Außerdem ist das „Rauskehren“ nach Konzertende auch nicht so prickelnd. Von den heutigen drei Bands hat mir persönlich eine gut gefallen, eine war ok und die Vorband hätte man sich sparen können. Dadurch wäre vielleicht etwas mehr Zeit für die beiden anderen Acts gewesen. Aber nun gut. So gab es immerhin gute zwei Stunden und 45 Minuten Musik, alle Anwesenden haben ihre Lieblinge hier und heute gesehen und gehört. Somit können sie zufrieden nach Haus gehen.

Pics sind von Norbert C.

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