Ihresgleichen – II

„Neue Deutsche Härte mit fehlender Qualität“

Artist: Ihresgleichen

Album: II

Spiellänge: 50:34 Minuten

Genre: NDH (Neue Deutsche Härte)

Release: 11.02.2011

Label: Twilight Zone Records

Link: www.ihresgleichen.de

Klingt wie: Megaherz, Eisbrecher und Letzte Instanz

Band Mitglieder:

Gesang – Bobbes
Gitarre – Davor
Bass, Gitarre – Raimund
Schlagzeug – Axel

Tracklist:

  1. In Chalybis Veritas
  2. Deutscher Stahl
  3. Nimmerland
  4. Der Untergang
  5. Götter
  6. Schattenwelt der Qualen
  7. Das Böse ist in dir
  8. Engel der Nacht
  9. Schmerz
  10. Meister
  11. Regenbogen

Schlicht und ergreifend II. So nennen die vier Musiker von Ihresgleichen ihr zweites Album. Hart zu hören, leicht zu verstehen ist das Motto der zweiten Scheibe, das ich so unterschreiben kann.
Auf der Homepage lassen Ihresgleichen große Töne verlauten. So muss ich erst einmal ein Zitat von eben dieser Page hier aufführen: „Kenner werden unweigerlich Assoziationen zu verschiedenen großen Namen des Heavy Metal ziehen und Ähnlichkeiten zur ein oder anderen Band von damals und heute feststellen.“ (www.Ihresgleichen.de/frame.htm Zeile: 2-4)
Das ist ein ziemlich großes Versprechen. Und da ich mich als Metal-Kenner sehe, bin ich gespannt.
Das Intro In Chalybis Veritas, frei übersetzt bedeutet dies etwa „Im Stahl liegt die Wahrheit“, gestaltet sich kurz. Zu Beginn leicht dramatische, fast episch wirkende Klänge, leiten einen grenzwertigen Song ein. Deutscher Stahl hat mich von Anfang an zur Vorsicht animiert. Einen solchen Titel gab es einige Male von diversen Bands der Rechts-populistischen Szene. Hier allerdings nicht der Fall. Ein Heavy Metal- lastiger Sound, untermalt mit schnellen Drumms, gipfelt in den Refrain. Hier wird die Band vorgestellt und ihre Musik beschrieben. Neue Deutsche Härte also. Das ist allein die Aussage des Titels, den ich allerdings irgendwie seltsam finde. Der Text wirkt irgendwie nicht zusammengehörend. Jedoch sind die Instrumente so gut auf einander abgestimmt, dass ich wirklich einige Vergleiche mit größeren Bands ziehen muss.

Der folgende Track wird den Meisten bekannt sein. Jedenfalls große Teile des Textes. Nimmerland zitiert einige Ausschnitte aus dem bekannten Kinder-Schlaflied und den Titelsong der (glaubt es mir oder nicht) Sesamstraße. Jeder kennt es:

Tausend tolle Sachen,
die gibt es überall zu sehn.
Manchmal muss man fragen,
um sie zu versteh´n

Von diesem lustigen Gimmick abgesehen, macht der Song nicht viel her. Ein Orchester untermalt den Track, der alles in allem nicht bei mir punkten kann.

Nun wird es härter. Der Untergang fängt mit guten Drumms und harten Riffs an.
Crematory kommt mir als erstes in den Sinn. Krasser Anfang, melodische Weiterführung. Allerdings ist der Gesang von Bobbes teilweise völlig unpassend. Wenn er durchweg in einem Stil bleiben würde, könnte er bei den Hörern besser landen.

Götter beginnt vom Stil her wie ein Song der Böhsen Onkelz. Gefällt mir gut. Endlich mal eine völlig andere Richtung. Die Mischung von Böhse Onkelz, Subway to Sally und Megaherz wirkt angenehmer als der Rest bislang. Es wird mit diversen Religionen abgerechnet – diese werden sogar alle auf den selben Stand gestellt. Bisher der beste Song der Scheibe.

Das Böse in dir beginnt ähnlich krass. Aber dann wieder der Umschwung in die Power Metal- lastige Richtung. Nichts für mich, diese Mischung. Ich denke da eher „entweder… oder“.

Fazit: Ein gemischtes Gefühl begleitet den Hörer bei dieser Scheibe. Höhen und Tiefen ziehen sich durch das ganze Album. Zusammenfassend muss ich allerdings sagen, dass ich ziemlich enttäuscht bin. Wer mit solchen Ankündigungen prahlt, muss auch dementsprechend etwas bieten. Das schaffen Ihresgleichen leider nur hin und wieder. Klar ist Potenzial zu erkennen, doch der Spagat, der hier versucht wird, gelingt nicht. Zu viele Einflüsse sollen hier in ein zu buntes Album gemischt werden. Trotzdem sind ein, zwei gute Songs im Kopf geblieben, die ich Fans von Megaherz und Crematory nahelegen kann. Anspieltipps: Götter und Der Untergang
Tim F.
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