Interview mit Timo Rotten von Oceans zur neuen EP „We Are Nøt Okay“

Songwriting 2.0, Jonathan Davis Copycats und die wirklich wichtigen Themen des Lebens

Artist: Oceans

Herkunft: Wien/Berlin, Österreich/Deutschland

Genre: Post Death Metal

Release: 30.04.2021

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://oceansofficial.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Timo Rotten
Gitarre – Patrick Zarske
Bassgitarre – Thomas Winkelmann
Schlagzeug – J.F. Grill

Die deutsch-österreichische Band Oceans bringt am 30.04.2021 ihre neue EP We Are Nøt Okay auf den Markt. Darauf gibt es nicht nur mitreißende Musik und Features mit unterschiedlichen Sängern zu bestaunen, sondern auch eine Kooperation mit The Ocean in Your Mind, einem Verein, der sich für Menschen mit psychischen Krankheiten einsetzt. Sänger und Gitarrist Timo Rotten erzählte uns in sympathischer Wiener-Art die Hintergründe der neuen Songs und noch einiges mehr.

Time For Metal / Florian W.:
Hi Timo,
für mich war das Ganze ein bisschen kurzfristig und spontan, ich habe gestern noch angefragt bei Nuclear Blast und dann habe ich gar nicht damit gerechnet, dass es überhaupt noch klappt, deswegen ist es umso schöner.

Ich hatte neulich mein Review gepostet an euch bei Facebook, ich weiß gar nicht, ob du mir da geantwortet hast oder ob das wer anders übernimmt?

Oceans / Timo Rotten:
Ah, das warst du? Ja, das hast du uns geschickt, da habe ich geantwortet, das stimmt, ich erinnere mich – voll geil.

Time For Metal / Florian W.:
Schön, dass es geklappt hat, erst bei Facebook und jetzt hier. Erst mal vorweg hoffe ich, dass du gesund bist. In dieser Zeit muss man immer fragen, ob alle gesund sind.

Oceans / Timo Rotten:
Ja, ich bin gesund und munter, körperlich wie auch seelisch zum Glück.

Time For Metal / Florian W.:
Sehr schön! Wo wohnst du zurzeit bzw. wie ist die Situation aktuell?

Oceans / Timo Rotten:
Ich lebe in Wien. Die Situation ist in Österreich glaub ich, nicht so sehr viel anders als in Deutschland, aber ich verfolge es jetzt nicht in beiden Ländern so hart, dass ich dir jetzt genau sagen, was genau wie wo abgeht, aber mehr oder weniger überall das Gleiche denke ich. 

Time For Metal / Florian W.:
Auch so ein bisschen limitiert, also irgendwie ein halbes Leben sozusagen.

Oceans / Timo Rotten:
Genau ja, also wir haben jetzt gerade wieder Lockdown auf jeden Fall. Seit Ostern und den ganzen Geschichten ist quasi wieder Ausgehverbot, ähnlich wie das in Deutschland ist. Es ist die Hauptsache, dass es irgendwann mal endlich überstanden ist.

Time For Metal / Florian W.:
Jeder kann seinen Teil dafür tun und mehr können wir nicht machen, den Rest müssen wir den Politikern überlassen oder wem auch immer.

Oceans / Timo Rotten:
Ja, genau so ist es.

Time For Metal / Florian W.:
Ich frag so blöd, wo du jetzt wohnst, denn ich schreib immer nur deutsch-österreichische Band in meine Berichte über euch und weiß eigentlich gar nicht, wer von euch eigentlich wo wohnt. Aber das bist nur du, der in Österreich wohnt, oder?

Oceans / Timo Rotten:
Nein, unser Drummer ist auch noch hier. Er ist auch quasi der einzige wahre Österreicher. Er kommt ursprünglich aus Wien, ich bin zugezogen. Thomas lebt in Berlin und Patrick ist immer noch da, wo wir ursprünglich herkommen, in Oberfranken.

Time For Metal / Florian W.:
Bei Coburg war das irgendwie in der Ecke, oder?

Oceans / Timo Rotten:
Ja, genau die Ecke ist das. Das heißt also, wir drei kennen uns schon seit unserer Jugend und kommen alle aus der Ecke. Jakob, unseren Drummer, habe ich hier in Wien kennengelernt. Auf der Suche nach einem Drummer für Oceans. Wir sind uns über einen gemeinsamen Freund begegnet.

Time For Metal / Florian W.:
Sehr gut, okay, jetzt haben wir die geografische Situation geklärt und kommen zu eurer wundervollen neuen EP: We Are Nøt Okay ist ab dem 30. April erhältlich und hat in meinem Review fette 9,5 Punkte abgeräumt.

Oceans / Timo Rotten:
Vielen Dank für diese super Wertung, was hat uns den letzten halben Punkt gekostet?

Time For Metal / Florian W.:
Das weiß ich im Nachhinein ehrlich gesagt auch nicht. Also manchmal ist man als Schreiber so ein bisschen aufgeschmissen. Das ist manchmal so ein bisschen Würfelspiel. Was hat den letzten Punkt gekostet? Vielleicht, dass es „nur“ eine EP ist, also ich sag immer, ein Album auf dem Niveau hätte die 10 locker abgeräumt. Ganz ehrlich, ich hör das Ding, seitdem ich das hier auf dem Tisch habe, rauf und runter wie ein Wahnsinniger. Gestern erst wieder auf einer langen Autofahrt.

Oceans / Timo Rotten:
Du hast auch schon alle Songs bekommen, oder?

Time For Metal / Florian W.:
Richtig genau, also nimm das nicht so ernst, das hätte auch locker zehn Punkte verdient.

Euer Debütalbum The Sun And The Cold hat ebenfalls starke neun Punkte vom stellvertretenden Chefredakteur bekommen, der eigentlich einen großen Bogen um dieses Genre macht. Wenn du von ihm neun Punkte bekommst, dann weißt du, dass du was richtig gemacht hast. Er sagt immer nur „Core-Tralala“, weil er dazu keinen Bezug hat. Ihr habt den Nerv unserer Redaktion getroffen.

Oceans / Timo Rotten:
Geil! [lacht]

Time For Metal / Florian W.:
Macht euch so was stolz oder zieht ihr euer Ding durch, egal was die Kritiker sagen?

Oceans / Timo Rotten:
Hmm [lange Pause] also nee, Zweiteres auf keinen Fall. Das wäre anmaßend, wenn ich jetzt sage, wir sind voll die Künstler und wir machen unser Ding, sonst ist alles scheißegal. Vielleicht beides? Natürlich freut uns das sehr, gar keine Frage, vor allem wart ihr nicht die Einzigen, die uns wirklich extrem gut bewertet haben. Meine Erwartungen wurden völlig übertroffen, auch international. Die Reviews waren so gut, damit habe ich wirklich beim besten Willen nicht gerechnet. Das ist natürlich wunderschön, so etwas zu lesen, so viele gute Wertungen zu haben, höchste bis volle Punktzahl. Oder wenn Blabbermouth über einen schreibt: Oceans could be the next best thing“ [puhh] das geht schon runter wie Butter. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass uns alles scheißegal ist.

Time For Metal / Florian W.:
Ist es aber auch „nur“ so, dass man sich darüber freut oder muss man sich dann auch schon erden, dass man jetzt nicht denkt, man ist wirklich die nächste große Band, die alle Festivals der Welt ausverkauft als Headliner?

Oceans / Timo Rotten:
[lacht] Mit zehn Jahren weniger auf dem Buckel, mit Anfang, Mitte 20 und ich hätte wirklich gedacht, ich bin jetzt der geilste Typ, der nächstes Jahr Wacken headlined. Was natürlich vollkommen illusorisch ist. Wir machen das Ganze jetzt halt auch schon echt eine Weile. Also mit Oceans zwar nicht, aber halt allgemein. Daher fällt es uns recht leicht, auf dem Boden zu bleiben.

Time For Metal / Florian W.:
Also ihr kennt das Business mittlerweile schon ein bisschen, dass man sich selbst einschätzen kann?

Oceans / Timo Rotten:
Ja, schon. Wir wissen einfach, wie die Musiksache läuft. Wir haben mit unserer vorherigen Band jahrelang versucht, davon zu leben und Geld damit zu verdienen. Aber das funktioniert einfach nicht mehr. Diese Zeiten sind einfach vorbei, das geht vielleicht für die oberen zwei Prozent oder so. Aber ansonsten kannst du das halt einfach vergessen. Deswegen haben wir jetzt auch das Glück, dass uns diese Pandemie schon hart gegen den Karren fährt, aber wenigstens nicht unsere Existenz gefährdet. Weil wir finanziell dann doch alle irgendwie klarkommen, weil wir arbeiten gehen und nicht unseren Lebensunterhalt mit der Band bestreiten müssen.

Time For Metal / Florian W.:
Na, das ist eine Sache, die mich auch immer wieder fast schockiert, wenn ich mit Bands rede, deren Status ich wirklich sehr weit oben sehe, wo ich dann höre, ja, wir müssen halt arbeiten. Das wirft nicht genug ab.

Oceans / Timo Rotten:
Das ist asozial. Selbst Bands wie Thy Art Is Murder, die internationale Headlinertouren fahren können, aus dem Extreme Metal Bereich. Wenn du dir das ansiehst, die gehen auch alle arbeiten. Das geht gar nicht mehr anders und wir tun uns da ganz leicht. Ich habe von Anfang an gesagt, wir machen das, worauf wir Bock haben, musikalisch. Wir haben uns einfach davon verabschiedet und haben gesagt, scheiß drauf, wir müssen das jetzt nicht machen, um davon zu leben. Wir machen einfach, worauf wir Bock haben und es ist eigentlich auch egal, ob das jetzt besonders neu oder originell ist. Wir haben einfach nur zusammengeschmissen, was wir alle vier geil finden.

Time For Metal / Florian W.:
Genau das finde ich so besonders an euch, muss ich sagen, weil ich mich schwertue, euch in eine Schublade zu packen und genau das ist eure große Stärke.

Oceans / Timo Rotten:
Ja, wahrscheinlich ist es das. Dann liest man immer so Sachen wie, dass alles so erfrischend neu ist. Und ich denke mir, wieso? Die Einflüsse sind für mich glasklar, das ganze Zeug aus den Neunzigern und frühen 2000ern, das ich gehört habe, als ich ein Teenager war. Die ganzen Nu Metal Sachen kommen von mir und die anderen bringen halt ihre Parts ein. Für mich ist das alles nichts Neues, aber wahrscheinlich ist es die Kombination, die das Ganze so spannend macht, wie du gerade gesagt hast.

Time For Metal / Florian W.:
Definitiv, ich würde auch nie behaupten, ihr habt das irgendwie neu erfunden, aber der Mix machts. Nur so als kleine Anekdote am Rande: Mein Kontakt zu eurer Musik war eher Zufall. Als die neue EP auf meinem Tisch landete, sagte mir der Name erst mal nichts. Als ich schon angefangen hatte zu schreiben, merkte ich erst, dass ich euren Song We Are The Storm schon seit Ende 2019 in meiner Go-To-Playlist habe. Spätestens jetzt seid ihr für mich nicht mehr wegzudenken.

Oceans / Timo Rotten:
Ah! Das ist supercool, das freut mich sehr. 

Time For Metal / Florian W.:
Das vorherrschende Thema psychische Krankheiten liegt nicht nur euch, sondern auch mir sehr am Herzen. Sprecht ihr aus persönlicher Erfahrung oder wie kam die Zusammenarbeit mit dem Verein The Ocean In Your Mind zustande? 

Oceans / Timo Rotten:
Also an sich ist das von Anfang an unser Thema gewesen bei Oceans, nicht erst seit der EP, sondern auch für das Album und die ersten Singles. Ja, das kommt schon aus persönlicher Erfahrung. Jeder von uns hat so seine eigenen persönlichen Berührungspunkte damit auf unterschiedlichste Art und Weise. Seien es entweder persönliche Erfahrungen von dem, was du so geschrieben hast [Depressionen], das kennt unser Basser glaube ich zur Genüge. Er ist da ähnlich durch Medikation und Therapie gegangen, das volle Programm hat er im Grunde schon hinter sich.

Andere von uns haben dann eher die Perspektive, dass sie zwar nicht selbst damit zu kämpfen haben, aber halt Personen aus dem engen Umfeld. Dadurch ist man dann gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Das bringt eine spannende Perspektive auf dieses Thema, denn auch für Angehörige ist es keine leichte Sache. Dann geht es so weit, dass teilweise Leute von uns sich auch im beruflichen Kontext mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Also wir haben irgendwie alle mit dem Thema zu tun.

Wir haben einfach am Anfang relativ schnell bemerkt, dass es ein gemeinsamer inhaltlicher Nenner ist. Wir alle vier haben ein Thema, das uns am Herzen liegt. Es war von vornherein klar, wenn ich Musik mache, ich sage das mal so salopp, dann ist es meistens traurig. [lacht] Da kann ich irgendwie gar nichts gegen machen, ich weiß nicht, warum das so ist. Entweder ist es traurig oder sehr wütend. Wir wollten aber trotzdem eine positive Message haben in der Musik und den Leuten etwas Positives mitgeben. Da haben wir gesagt, okay, dann verbinden wir das mit dem Thema. Es passt einfach perfekt, wir können da aus unseren eigenen Erfahrungen schöpfen. Wir haben dazu was zu sagen und es ist einfach wichtig, mehr darüber zu sprechen. Das merkt man gerade zurzeit extrem durch die Pandemie. Das ist wie so ein Katalysator gerade. Ich habe das Gefühl, jede zweite Metalband bringt jetzt einen Song raus, der mit dem Thema zu tun hat. Gefühlt jeder zweite Sänger offenbart sich jetzt, dass er mit Depressionen zu kämpfen hat. Das ist krass, finde ich. Gerade in der Metalszene offenbar ein starkes Thema. Von daher finde ich gut, dass es viele machen. In bin so quasselig heute, jetzt habe ich mich ein bisschen verfranzt. Was war die Frage noch?

Time For Metal / Florian W.:
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit The Ocean In Your Mind?

Oceans / Timo Rotten:
Zu dem Verein kam es so, dass wir ja eigentlich schon 2020 auf dem Full Force hätten spielen sollen. Beim Full Force waren auch schon ein oder zweimal The Ocean In Your Mind mit einem Stand vertreten. Ich bin bei Instagram auf sie aufmerksam geworden, weil das Full Force von ihnen was gepostet hat. So haben wir uns quasi über das Full Force miteinander verbunden. Ich fand das natürlich zu geil, also mit dem Namen und dieser Thematik. Das war wie aufgelegt – „A match made in heaven“ [wie Arsch auf Eimer]. Wir haben ein bisschen hin und her geschrieben und einfach gemerkt, dass wir ähnliche Ziele haben. Wir passen ganz gut zusammen und der Name ist sowieso der Hammer. Es ging so weit, dass unsere Promolady bei Nuclear Blast anfangs dachte, wir führen diesen Verein [lacht]. Aber wir haben damit eigentlich gar nichts am Hut.

© The Ocean In Your Mind e. V.

So kam dann die Idee, die EP zu machen und diese stärker an dem Thema aufzuhängen. Dann eine richtige Kampagne daraus zu machen, mit dem Verein zu koppeln und auch zu versuchen, für sie ein bisschen Kohle aufzutreiben, damit sie ihre Arbeit weiter machen können. Auf der anderen Seite haben wir uns inhaltlich ein bisschen bedient. Bisher beim Album und bei allen anderen Songs sind die Texte eher persönliche Erfahrung. Bei der EP ist es so, dass The Ocean In Your Mind für ihre Website einen Blog haben, wo Betroffene ihre eigene Geschichte teilen können, in eigenen Blogbeiträgen. Ich habe mir einfach viele dieser Bloggeschichten durchgelesen und diese transferiert in die Texte für die EP. Bei manchen ist es eher so ein Potpourri aus verschiedenen Dingen. Wir haben ja auch versucht, verschiedene Facetten von Krankheiten abzubilden: Depressionen, bipolare Störungen, Schizophrenie, Angstzustände und solche Sachen. Am stärksten merkt man es eigentlich bei We Are Nøt Okay, der ist mehr oder weniger eins zu eins aus einem Blogbeitrag übernommen . Zwar übersetzt von Deutsch auf Englisch, aber wenn man ein bisschen recherchiert, kann man sicher rausfinden, welcher das ist.

Time For Metal / Florian W.:
Auf jeden Fall eine Sache, mit der ich mich auch mal näher beschäftigen muss. Tatsächlich kannte ich den Verein auch noch nicht, obwohl ich mich natürlich auch mit dem Thema mehr auseinandergesetzt habe. Ab einem gewissen Punkt war es dann mal vorbei, also man wollte auch nicht mehr so richtig was darüber lesen und hören. So nach dem Motto: Geht halbwegs wieder – nicht zu viel damit beschäftigen. Aber ich finde es super, dass ihr als Musiker euer Sprachrohr nutzen könnt, um vielleicht auch Jüngere damit zu erreichen, die sich darüber bisher noch keine Gedanken gemacht haben.

Ich muss da gerade wieder an die Comedians Kurt Krömer und Torsten Sträter denken, die jetzt in ihrer Internetshow zum ersten Mal wirklich persönlich und öffentlich darüber geredet haben.

Oceans / Timo Rotten:
Genau, das habe ich auch gesehen, das fand ich bombastisch, richtig gut.

Time For Metal / Florian W.:
Es muss raus an die Öffentlichkeit, das ist verbreiteter als Rückenschmerzen.

Oceans / Timo Rotten:
Wahrscheinlich schon. 

Time For Metal / Florian W.:
Anderes Thema: Jeder der vier Songs auf der neuen EP hat ein eigenes Feature: Andy Dörner von Caliban im Titelsong, Lena Sciccorhands von Infected Rain in Voices, Christoph Wieczorek von Annisokay in Shark Tooth und das letzte Feature steht noch aus. Die Sänger bzw. Sängerin kommen aus so verschiedenen Ecken wie dem Ruhrpott, Moldawien und meiner Wahlheimat Sachsen-Anhalt: Wie kamen die Kontakte zustande?

Oceans / Timo Rotten:
Ja, das wollen alle wissen und die Antwort ist so langweilig [lacht]. Obwohl, was heißt langweilig, vielleicht ist es ganz spannend. In Wahrheit kennen wir keinen der vier persönlich. Da gibt es keine coole Vorgeschichte von wegen hey, wir haben irgendwann mal zusammengespielt und haben gesagt hey, lass was zusammen machen. Dafür sind Oceans auch einfach noch zu jung, wir waren ja noch gar nicht so viel on the road. Wir haben schlicht und einfach mit unserem Management gemeinsam überlegt, wen wir uns vorstellen könnten, wer wo passen könnte. Wir haben einfach nur die Leute gefragt. Sie haben Ja gesagt und wir haben uns gefreut – as simple as that.

Der einzig Naheliegende war der Christoph, weil er ja die EP auch produziert hat. Seit We Are Nøt Okay ist er unser Produzent und hat auch Mix und Master gemacht. Eigentlich hätte ich auch zu ihm ins Studio kommen sollen, um die Vocals aufzunehmen, aber das ging dann wegen der Pandemie nicht. Das heißt, auch ihn habe ich persönlich noch nie gesehen – genau wie alle anderen [lacht].

Time For Metal / Florian W.:
Im Behind the Scenes Video zu Voices kam Produzent Daniel Fellner zu Wort, der letztendlich für das Vocal-Recording zuständig war. Ich finde, dass We Are Nøt Okay soundtechnisch noch mal eine Schippe drauflegt, im Vergleich zu euren bisherigen Arbeiten. Welche Hürden gab es bei den Aufnahmen zu überwinden?

Oceans / Timo Rotten:
Daniel ist der Gitarrist von Seiler Und Speer, falls man die in Deutschland ein bisschen kennt.

Time For Metal / Florian W.:
Die sagen mir tatsächlich nichts.

Oceans / Timo Rotten:
Das ist eine sehr große Poprockband hier in Österreich. Ansonsten ging alles reibungslos und hat extrem gut funktioniert. Von Christoph bin ich wirklich „blown away“, wie sagt man das auf Deutsch? [lacht]. Ich nehme eigentlich alle Sachen immer zu Hause auf, also an unserer Produktion hat sich eigentlich nichts verändert. Die ganzen Gitarren, Bass und Co. kann ich bei mir zu Hause aufnehmen. Für die Drums sind wir bisher zu Jakob in den Keller gegangen und ich habe mit ihm das Schlagzeug aufgenommen. Für die Vocals auf dem Debütalbum war ich in Berlin bei Benjamin Schwenen. Den kennt man am ehesten von Eisbrecher, für die er einige Sachen gemacht hat. Ja, und diesmal wäre ich bei Christoph gewesen, was ja dann auch wieder nicht geklappt hat. Das ist eigentlich der Prozess. Bis auf die Vocals machen wir alles selbst und ich habe dann Christoph einfach die Spuren geschickt. Er hat dann noch einiges an „Magic“ draufgepackt, was die Programmierung, Elektroniksachen und die ganzen Synthies angeht. Mix und Master hat er auch gemacht, was einfach bombig geworden ist.

Time For Metal / Florian W.:
Das ist auch so ein Unterschied von euch zu vielen anderen Bands, die ich höre. Manchmal muss ich einfach so einen blöden Punkt abziehen, weil die Produktion mir so was von auf den Keks geht. Ich höre immer über meine guten Kopfhörer und ich denk mir, 2021 brauchst du keine rumpelige Produktion mehr machen, dafür gibt es genug technische Möglichkeiten.

Oceans / Timo Rotten:
Es hilft natürlich, dass ich einen Bachelor in Audio Engineering in der Tasche habe. Ich arbeite zwar nicht mehr in dem Bereich, aber ich habe das mal ein paar Jahre lang gemacht. Das erleichtert es uns natürlich, dass wir da sehr viel von den Recordings selbst machen können. Auch finanziell erleichtert das Einiges. Ich vermisse natürlich schon diese gemeinsame Zeit im Studio, das ist schon geil.

Time For Metal / Florian W.:
Wie im Allgemeinen auch, man kann Freunde über Videochat sehen, aber es ist natürlich nicht dasselbe.

Oceans / Timo Rotten:
Das fehlt schon ein bisschen, aber an sich funktioniert alles gut. Im Endeffekt habe ich das erste Album und die ersten Singles selbst produziert. Jetzt sitzt Christoph mit im Boot und ich glaube, dieser „Step up“ von dem du sprichst, den sehen wir genauso. Die Songs, die wir ihm geschickt haben, hat er auf einem „Next Level“ wieder zurückgeschickt. 

Time For Metal / Florian W.:
Eine Antwort hast du schon ein bisschen vorweggenommen: Wovon handeln die neuen Songs im Detail und wer ist bei Oceans für die Texte verantwortlich? Es liegt natürlich nahe als Sänger, dass du die Texte schreibst, aber es kann natürlich auch sein, dass ihr das im Kollektiv macht. Wie ist das bei euch?

Oceans / Timo Rotten:
Wie versuchen, alles im Kollektiv zu machen. Bei der We Are Nøt Okay, da muss ich jetzt kurz nachdenken. Musikalisch startet im Endeffekt das meiste bei mir. Ich produziere die Songs zu Hause vor, schicke das Grundgerüst in die Runde und dann arbeiten wir das gemeinsam weiter aus. Bei den Texten ist es unterschiedlich, aber trotzdem ähnlich. Irgendwer fängt an mit einem Gerüst. Manchmal schreibe ich einfach einen Text komplett selber runter und dann ist er halt gut. Manchmal kommen Texte von den anderen und wir arbeiten sie gemeinsam aus. In der Regel arbeiten wir alle vier an den Texten, aber es variiert.

Time For Metal / Florian W.:
Ja, okay, aber es ist interessant zu wissen. Ich bin nicht so der größte Fan von diesen Diktaturen in Bands, wo einer die Hosen anhat und die anderen sind auch da.

Oceans / Timo Rotten:
Wir eben auch nicht. Das war so eines der Grunddinge, als wir die Band starteten: Wir wollen eine Band machen und eben nicht Timo & The Oceans, wie wir manchmal so scherzhaft sagen [lacht]. Klar braucht es immer irgendwie so einen Leadertypen. Aber im Grunde versuchen wir so gut wie möglich als Band zu agieren. Sei das jetzt finanziell oder was Entscheidungen betrifft oder eben auch das Kreative. Jeder ist immer eingeladen, sich zu beteiligen. 

Time For Metal / Florian W.:
Das ist eine gesunde Einstellung.

Kurz vor dem ersten Lockdown seid ihr erst so richtig gestartet mit dem Debütalbum und eigentlich war dann schon wieder alles vorbei. Du hast gesagt, den Christoph hast du noch nie getroffen und die anderen Sänger auch nicht. Wie gestalten sich das Songwriting und die Proben überhaupt in Zeiten von Corona?

Oceans / Timo Rotten:
Wir funktionieren eigentlich rein digital mittlerweile. Das Songwriting habe ich ja schon kurz angerissen, das war so oder so schon immer eine komplett digitale Sache. Wir wollen in Zukunft Songs auch gemeinsam im Proberaum schreiben. Aber bisher war das noch nie der Fall. Ich schreibe eigentlich alle Songs mindestens mal im groben Gerüst alleine zu Hause am Computer und dann schicken wir das rum und reden drüber und basteln.

Time For Metal / Florian W.:
Auch eine Antwort, die ich in letzter Zeit häufiger höre, bei manchen erst durch Corona und andere waren schon vorher so eingestellt.

Oceans / Timo Rotten:
Nee, das war bei uns schon immer so. Was wir jetzt gemacht haben, was aber ganz spannend ist: Seit ein paar Wochen bin ich jeden Donnerstag im Studio und streame jetzt immer auf Twitch. Ich habe jetzt einige Wochen lang das Songwriting für unser nächstes Album gestreamt. Die Jungs waren dann auch immer im Publikum mit dabei und haben dann mitgeredet: „Das ist geil, das ist kacke, mach das Riff anders, sing die Line anders“, das war ganz lustig, neue Formen der Kollaboration zu finden. 

Time For Metal / Florian W.:
Das ist Songwriting 2.0, wenn man es nicht vorher schon gemacht hat, muss man kreativ werden.

Oceans / Timo Rotten:
Proben gibt’s wirklich gar nicht, aber das liegt gar nicht nur in der Pandemie. Das haben wir vorher auch nicht sonderlich viel gemacht. Dadurch, dass wir so verstreut sind, treffen wir uns halt, wenn Shows anstehen in der Regel irgendwo an einem zentralen Punkt und schauen, dass wir proben.

Time For Metal / Florian W.:
Das Video zum Titelsong ist stellenweise sehr heftig ausgefallen. Muss man dem Thema optischen Nachdruck verleihen, damit die Menschen endlich aufwachen?

Oceans / Timo Rotten:
Immer wieder interessant zu hören, wie heftig einige das Video finden. Ich habe ähnliche Reaktionen auch von unserem PM bei Nuclear Blast bekommen. Für mich war es gar nicht so krass. Wenn man so drinsteckt und diesen Blick von außen gar nicht hat. Unsere Herangehensweise war im Endeffekt eine pragmatische: Wir hatten zwei Tage Zeit, wir hatten ein Fotostudio zur Verfügung und in diesen zwei Tagen mussten wir zwei Musikvideos drehen. Die Herangehensweise war einfach, die so zu gestalten und das Skript so zu schreiben, dass es machbar ist. Daher sind diese einfachen Szenen entstanden: Sie (Model Sarah) steht vorm Spiegel oder liegt in der Wanne. Diese pragmatische Herangehensweise war eigentlich eher ausschlaggebend dafür – was können wir inhaltlich überhaupt umsetzen und was nicht?

Hättest du uns jetzt 20.000 € Budget in die Hand gedrückt, dann wäre ich wahrscheinlich losspaziert, hätte ganz meiner Roots entsprechend irgend so ein geiles Video mit Teens im College und Mobbing gemacht. So ganz Korn-like oder wen auch immer du da nimmst, da gibt‘s ja glaub ich zu genüge Videos aus den Neunzigern mit diesem Setting [lacht]. Aber manchmal ist diese Limitierung eben auch echt, weil es einen zwingt, kreativ zu sein. Manchmal finde ich, ist das eine ganz geile Sache. Mir kam es beim Machen nicht so drastisch vor, aber es ist schon harter Tobak geworden, das stimmt.

Time For Metal / Florian W.:
Vielleicht ist es nicht nur das Video, sondern einfach die Kombination aus Thematik, Text und Video. Ich finde es immer noch harmlos im Vergleich zum Beispiel zu dem neuen Video von Cannibal Corpse, falls du das kennst?

Oceans / Timo Rotten:
Nee, das habe ich noch nicht gesehen, aber ich kann’s mir vorstellen [lacht laut auf]

Time For Metal / Florian W.:
Im Song Shark Tooth gibt es diesen Part zu Beginn „This is our symphony …“, der mich etwas an Joaquin Phoenix in seiner Rolle als Joker erinnert. Wie kam es zu dieser Idee?

Oceans / Timo Rotten:
Manchmal, wenn ich die Songs schreibe, habe ich für so kleine Parts auch sofort die Vocals im Kopf. In dem Fall war es die Melodie. Ich hatte sofort die Gesangsmelodie im Kopf für diesen Part. Die habe ich dann gleich beim Songschreiben über meine Apple Earpods eingesungen [lacht], weil ich zu Hause im Wohnzimmer nichts einsingen kann. Da war’s noch ein anderer Text, das weiß ich nicht mehr so genau. Das war eine spontane Eingebung. Ich glaube, den Text haben wir im Nachhinein dann einfach noch ein bisschen angeglichen und verfeinert. Meistens sind die spontanen Ideen inhaltlich doch irgendwie ein bisschen Bullshit oder kein richtiges Englisch. So ist das entstanden.

Time For Metal / Florian W.:
Es verkörpert für mich perfekt diesen Wahnsinn, zwar lustig, aber gleichzeitig auch wahnsinnig. Deswegen musste ich an den Joker denken.

Oceans / Timo Rotten:
Ja, das war eigentlich so gedacht, dass wir einen positiven, kraftgebenden Song haben. Da geht es um das Gemeinschaftsgefühl, zu sagen, okay Leute, ihr seid nicht allein. Wir können das gemeinsam durchstehen. Das war die Idee hinter Shark Tooth.

Time For Metal / Florian W.:
Was auch absolut wichtig ist, man kann die Leute ja nicht nur runterziehen [beide lachen].

Wir waren eben ja schon kurz bei den Neunzigern, deshalb ein kleiner Rückblick: Auf eurer Cover Me In Darkness EP gibt es ein Cover des Deftones-Hits My Own Summer. In deiner Stimme vernehme ich bisweilen die gleiche Intensität wie bei Chino Moreno. Wie viel Einfluss haben die Deftones auf eure Musik?

Oceans / Timo Rotten:
Finde ich extrem spannend, wirklich extrem spannend. Das haben wir jetzt oft gehört. Kerrang! hat uns zum Beispiel letztens in so einer Liste geführt: „13 bands who wouldn’t be here without Deftones.“ Wo ich auch dachte, aha, spannend. Eigentlich ist die Antwort eher so nö, gar nicht so sehr. Ich glaube, von den anderen dreien hat niemand großartig viel Deftones gehört, allenfalls vielleicht Thomas. Ich schon in meiner Jugend und hier und da immer mal wieder. Ich war jetzt nie der übelste Fan, wie bei Korn oder Slipknot, das sind immer meine Favoriten gewesen. Deswegen finde ich es spannend, dass der Einfluss so stark rauszuhören ist. Aber ich mag die Deftones an sich gern und ich höre sie jetzt durch diese Vergleiche öfter [lacht].

Time For Metal / Florian W.:
Das ist wiederum auch interessant, aber es wäre meine nächste Frage gewesen, welche Bands dann eher deine Einflüsse waren. Du sagst Korn und Slipknot?

Oceans / Timo Rotten:
Ja, für mich definitiv Korn, das ist auch der Vergleich, den ich über mich viel öfter lese, also auf YouTube. In jedem Video ist bisher der Kommentar, der Typ klingt wie Jonathan Davis.

Time For Metal / Florian W.:
Tatsächlich habe ich den Vergleich auch im Review, also ich habe den Deftones-Vergleich, aber auch den Davis-Vergleich, da kommt man auch nicht drüber hinweg.

Oceans / Timo Rotten:
Das ist bei mir offensichtlich nicht zu leugnen und will ich auch gar nicht leugnen. Ist einfach schon seit jeher meine Lieblingsband und ich finde, er ist ein grandioser Sänger, der mich offensichtlich beeinflusst hat. Witzig ist, in den Anfängen mit Oceans habe ich ja mit dem Cleangesang erst wirklich begonnen. Das Screaming mache ich jetzt schon seit 15 Jahren, das ist easy für mich. Cleanvocals und Melodien singen, mache ich jetzt erst seit zwei, drei Jahren. Meine ersten Gehversuche damit klangen wirklich so wie eine billige Jonathan Davis „Copycat-Coverband“ [lacht]. Wir haben dann tatsächlich auf unseren ersten Demos intern versucht, mir das auszutreiben. Damit ich eben nicht so sehr dieses Quengelige habe. Er hat ja so eine nasale, quengelige Stimme. Damit es nicht so klingt, als würde ich ihn nachmachen. Was meiner Meinung nach auch ganz gut funktioniert hat. Ich habe jetzt nicht mehr den Eindruck, als würde ich versuchen, ihn zu imitieren. Aber offensichtlich sind die Einflüsse trotzdem immer noch so stark, dass das nicht zu leugnen ist. Das finde ich überhaupt gar nicht problematisch, das ehrt mich eigentlich eher [lacht].

Time For Metal / Florian W.:
Ja, das ist immer wichtig. Wir Schreiber haben öfter mal das Problem mit den Vergleichen und ich versuche, diese wegzulassen. Man entkommt dem nicht wirklich.

Oceans / Timo Rotten:
Also ich finde das, wie gesagt, überhaupt nicht schlimm. Das ist auch für die Leute praktisch, die Richtung grob einordnen zu können. 

Time For Metal / Florian W.:
Ich hatte jetzt letztens auch die Love And Death auf dem Tisch, welche ich extrem stark fand. Im Vergleich zu vielen anderen fand ich auch die letzten Korn-Sachen immer noch gut. Hast du das Soloding vom Korn-Gitarristen Head verfolgt?

Oceans / Timo Rotten:
Ja, ich mag die auch ziemlich gerne. Ich verfolge die auch schon seit der ersten EP 2012 – ziemlich geil. Die letzten Korn-Alben sind wieder richtig bombe, finde ich. Seitdem Head wieder zurück ist, ist das für mich auf demselben Niveau wie in den Neunzigern. Auch wenn da viele anderer Meinung sind. Vor allem das letzte Album (The Nothing, 2019) ist so intensiv und gut. Man hört einfach dem armen Kerl (Jonathan Davis) einfach den Schmerz über seine verstorbene Frau in jeder Silbe an. Für mich definitiv in den Top Five, wenn nicht sogar in den Top Three aller Korn-Alben. 

Time For Metal / Florian W.:
Top Three, da hast du mir jetzt eine Steilvorlage gegeben. Da wir gerade eine Kolumne zu den besten Alben aller Zeiten starten, würden mich spontan mal deine Top Three All-Time-Favorites interessieren. Sozusagen deine drei Alben für eine einsame Insel.

Oceans / Timo Rotten:
Ja, das ist relativ leicht, glaube ich: Korn mit Issues. Beim Nächsten bin ich so in der Zwickmühle, den noch zu erwähnen. Eines meiner All-Time-Favorite Alben war und wahrscheinlich ist es das immer noch Holly Wood von Marilyn Manson. Aber das muss man jetzt wahrscheinlich einfach entkoppeln von der Person (Missbrauchsvorwürfe gegen MM). Ich würde das Album nach wie vor mit auf eine einsame Insel nehmen. Ja, also, das ist ein kompliziertes Thema, das Fass will ich jetzt gar nicht aufmachen. Nach wie vor ist das hier sehr, sehr schwierig. Wenn das alles stimmt, dann ist das auf jeden Fall zu verurteilen. Ja, gar keine Frage. Die Beweise oder die Indizien sprechen offenbar sehr stark gegen ihn. Das spricht nicht für seinen Charakter, sagen wir es mal so. Aber Holly Wood wäre trotzdem in meinen Top Three. So, und jetzt brauchen wir noch ein drittes. Tja, schwierig. Dann bleiben wir einfach bei dieser Heiligen Dreifaltigkeit der 90er, dann nehme ich eben noch Slipknot mit ihrem self-titled Album, der ersten offiziellen Scheibe.

Time For Metal / Florian W.:
Das finde ich sympathisch, dass du das Album nimmst, ist auch mein Lieblingsalbum von Slipknot. Sonst bekomme ich fast immer Iowa als Antwort.

Oceans / Timo Rotten:
Nein, für mich ist das Erste tatsächlich das Beste. Iowa ist ein Bombenalbum und steht dem in fast nichts nach.

Time For Metal / Florian W.:
Das Erste klingt noch so ein bisschen ungeschliffen und roh, finde ich.

Oceans / Timo Rotten:
Noch ein bisschen mehr, definitiv ja. Bleiben wir mal bei den dreien, frag mich bei der nächsten VÖ dieselbe Frage, vielleicht nenne ich dir dann drei andere [lacht].

Time For Metal / Florian W.:
Geht mir genauso, geht uns allen in der Redaktion, die sich gerade den Kopf darüber zerbrechen, über ihre Top drei genauso. Aber es ist immer wieder spannend zu hören, wie die Einflüsse so sind.

Ja, wir kommen eigentlich auch schon zum Ende: Timo, ich danke dir wirklich für deine Zeit, die Musik und euren Mut, das Thema psychische Krankheiten mehr in die Öffentlichkeit zu bringen. Hast du abschließend noch ein paar Worte für unsere Time For Metal Leser?

© The Ocean In Your Mind e. V.

Oceans / Timo Rotten:
Ja, du, ich bleib bei dem Thema und sag: Leute, bleibt gesund. Wenn es euch mal nicht so gut geht, ist es völlig ok, nicht ok zu sein. Wenn ihr Hilfe braucht, dann bitte vergrabt euch nicht in euch selbst. Holt euch Hilfe, redet mit Freunden, Angehörigen oder einer Hotline darüber – das ist keine Schande, sich Hilfe zu holen.

Time For Metal / Florian W.:
Schöne Worte. Dann hoffe ich, dass wir uns in Leipzig sehen, auf eurer angekündigten Tour, wenn alles klappt, da wäre ich gerne dabei.

Oceans / Timo Rotten:
Ja, voll geil. Wenn sie denn stattfindet – Never Lose Hope [lacht, denn so lautet der passende Name der Tour]

Oceans – Never Lose Hope Tour Vol. 1
13.01.2022 – Berlin (Cassiopeia)
14.01.2022 – Hamburg (Headcrash)
15.01.2022 – Köln (Helios37)
20.01.2022 – München (Backstage)
21.01.2022 – Leipzig (Neues Schauspiel)
22.01.2022 – Wien (Chelsea)

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